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II. Deutſch. Fähigkeit zur Anfertigung einer kurzen Niederſchrift über einen Gegen⸗ ſtand, der der kindlichen Erfahrung oder Einbildungskraft naheliegt, ohne weſentliche Ver⸗ ſtöße gegen die Rechtſchreibung(in Bezug auf lauttreue Schreibung, Umlaut, Kürze und Länge der Selbſtlaute, Großſchreibung der Dingwörter) und den Satzbau Bei der Wahl des Gegenſtandes und der Faſſung der Aufgabe iſt einige Freiheit zu laſſen. Kenntnis der lateiniſchen Schrift. Fließendes, lautrichtiges und ſinngemäßes Leſen leicht faßlicher Leſeſtücke in deutſcher und lateiniſcher Druckſchrift. Wiedererzählung des Hauptinhalts, ſofern ſich das
Stück dazu eignet Sprechen einiger ſelbſtgewählter Gedichte mit deutlicher Ausſprache und ſchlichtem Vortrag. Einige Sicherheit im Beſtimmen der Teile eines einfachen Satzes(Satz⸗ gegenſtand, Satzausſage) und der wichtigſten Wortarten(Dingwort, Zeitwort, Eigenſchafts⸗ wort, Zahlwort, Fürwort). Erkennen und Bilden der wichtigſten Biegungsformen des Dingwortes und des Zeitwortes(Gegenwart, 1. Vergangenbeit und 1. Zukunft der Wirklichkeit in der Tätigkeitsforin).
III. Rechnen. Schätzen anſchaulich gegebener Längen, Kenntnis der Geldſcheine und Geldſtücke und der wichtigſten Länge und Flächenmaße und Gewichte. Verſtändige Löſung kleiner Sachaufgaben aus dem Geſichtskreis der Kinder, deren ſprachliche Einkleidung keine Schwierigkeiten bietet. Sicherheit im kleinen Einmaleins und in den darauf zurückgehenden Teilungsaufgaben, im Zuſammenzählen, Abziehen und Vervielfältigen. Kopfrechenaufgaben mit leicht behaltbaren Zahlen. Bekanntſchaft mit den einfachſten Brüchen, Löſung leichter entſprechender Aufgaben⸗ Schriftliches Zuſammenzählen, Abziehen, Mahlnehmen und Teilen (das letzte mit höchſtens zweiſtelligen Teilern) im Zahlenraum bis etwa zur Million.
IV. Zeichnen. Zeichnen eines einfachen, dem Kinde vertrauten Gegenſtandes aus dem Gedächtnis(mit Stift oder Kohle).
2. Ferienordnung für das Schuljahr 1925/26.
Schluß des Unterrichts (nach Beendigung der wWiederbeginn des Unterrichts 3. Schulſtunde)
Oſterferien Samstag, den 4. April 1925 Dienstag, den 21. April 1925 Pfingſtferien Freitag, den 29. Mij„ Dienstag, den 9. Juni„ Sommerferien Freitag, den 17. Juli„ Dienstag, den 18. Auguſt„ Herbſtferien Dienstag, den 29. Sept.„ Mittwoch, den 14. Okt.„ Weihnachtsferien Mittwoch, den 23. Dez.„ Donnerstag, den 7. Jan. 1926 Oſterferien Samstag, den 27. März 1926.
3. Zur Vermeidung von zweckloſen Anfragen wird erneut darauf hingewieſen, daß im Anſchluß an die Ferien, alſo vorher und nachher, Urlaub nicht erteilt werden kann.
4. Für unſere Schüler iſt ſtändige, vor allen Dingen rechtzeitige Fühlung und Zuſammen⸗ arbeit zwiſchen Schule und Elternhaus von allergrößter Wichtigkeit. Infolgedeſſen ſind regelmäßige Beſuche der Eltern bei den Herren des Lehrerkollegiums, insbeſondere bei den Klaſſenleitern, erforderlich. Zu diefem Zweck haben die Herren des Kollegiums beſondere Sprechſtunden im Anſtaltsgebäude eingerichtet. Dieſe ſind auf einer Tafel unter der Uhr im Hausflur des Gymnaſiums zu erſehen Vorherige Anmeldung des Beſuchs iſt erwünſcht. Die in Elternkreiſen immer wieder auftauchende Meinung, als ob Elternbeſuche von den Lehrern als Beläſtigung empfunden würden, wird hiermit aufs Entſchiedenſte zurückgewieſen.
Dr. Rüttgers, Staatl. Studiendirektor.


