Jahrgang 
1925
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würdigen Schule und das wohltuende Verſtändnis für deren oft verkannte Ziele und Auf⸗ gaben.

5. Verſchiedenes.

a. Die Klaſſenräume des Gymnaſiums erweiſen ſich mehr und mehr für die durch die ſtarke Beſetzung der Unterklaſſen ſeit dem Kriege ſtetig wachſende Schülerzahl als unzureichend. Auch die für die Lehrmittelſammlungen zu Gebote ſtehenden Räume entſprechen nicht im geringſten den vorliegenden Bedürfniſſen. Ein Umbau, etwa durch Hinzuziehung der Direktor⸗ dienſtwohnung zu den Schulräumen, wird ſich auf die Dauer nicht umgehen laſſen. Die hygieniſchen Verhältniſſe der im ſogenannten alten Gymnaſium befindlichen Räume laſſen Manches zu wünſchen übrig. Auch die Turnhalle bedarf dringend einer gründlichen Re⸗ paratur und Aufbeſſerung. Eine von Lehrern und Schülern freudig begrüßte und lange als notwendig empfundene Neuerung war die Anlage einer elektriſchen Lichtleitung in den Klaſſenräumen und der ſchönen Aula, zu der der Staat in großzügiger Weiſe die Mittel bewilligte. Der Schulhof befindet ſich infolge der örtlichen Verhältniſſe leider etwas abſeits vom Anſtaltsgebäude und kann von den Schülern nur in den längeren Unterrichtspauſen benutzt werden, in den kürzeren Pauſen ſind die Schüler auf den Aufenthalt auf der Hinden⸗ burgſtraße angewieſen. Eine Abhilfe iſt bei der Lage der Anſtalt nicht zu erwarten.

b. Die reichlichen Spenden der ehemaligen Schüler und Freunde der Anſtalt und das Entgegenkommen des Staates ermöglichten eine Reihe von Neuanſchaffungen.

Die Lücken, die während des Krieges und in den vergangenen Jahren infolge der ſchwierigen Finanzlage des Staates unverſchuldet in den Sammlungen für den phyſikaliſchen und chemiſchen Unterricht entſtanden waren, konnten im verfloſſenen Schuljahr zum Teil geſchloſſen werden.

Wir haben vor allem den vorgeſetzten ſtaatlichen Behörden zu danken dafür, daß ſie auf eine begründete Eingabe uns geſtatteten, die für Ergänzung der Sammlung zunächſt beſtimmte ſehr beſcheidene Summe um 400 M. zu überſchreiten.

Wir danken ferner dem Verein ehemaler Schüler des Gymnaſiums, beſonders dem rüh⸗ rigen Vorſitzenden, Herrn Studienaſſeſſor Dr. Schwing, der in Erkenntnis unſerer Notlage M. 200. aus der Vereinskaſſe bereit ſtellte.

Eine ganz ganz beſondere Freude bereitete uns der ehemalige Schüler des Weilburger Gymnaſiums, Herr Profeſſor Dr. Kirchberger, durch einen Vortrag über neueſte Ergebniſſe der phyſikaliſchen Forſchung, deſſen Reinertrag der Vorſitzende zur Beſchaffung phyſikaliſcher Apparate zur Verfügung ſtellte.

Auch ihm ſei an dieſer Stelle der herzliche Dank der Anſtalt ausgeſprochen.

Herr Oberingenieur Bernhard in Firma Krupp ſcheukte uns eine WandtafelStamm⸗

baum der Kohle und eine Muſterſammlung von Nebenprodukten aus der Kohleverarbeitung in 25 großen Glasgefäßen.

Herr Bernhard, ebenfalls ein ehemaliger Schüler des Gymnaſiums, hat uns durch ſein⸗ wertvolles Geſchenk beſonders deshalb zu beſonderem Dank verpflichtet, weil es ermöglicht, auch auf dem Gebiet der organiſchen Chemie unſeren Schülern einen kleinen Einblick in die gewaltigen Leiſtungen deutſcher Technik zu gewähren. Aus dem gleichen Grunde verzeichnen wir hier dankbar zwei weitere Stiftungen aus der Induſtrie.

Es ſchenkten uns: Die Siemens⸗Schukert Werke, Berlin, eine große Reihe von Kabel⸗ proben und mehreren Stücken Leitungsdraht, die Drahtinduſtrie, Hamm, 5 Tafeln mit Proben ihrer Erzeugniſſe.

Aus dieſen Mitteln und Stiftungen von anderer Seite wurden die folgenden Apparate⸗ Gerätſchaften, Bücher uſw. angeſchafft:

1 großer Projektionsapparat

1 Funkeninduktor, 20 m Funkenlänge dazu: Simonunterbrecher und Funkenſtrecke, 1 Thermoſkop nach Looſer, dazu: Rezeptoren, Kapſeln uſw.

1 Waſſerzerſetzungsapparat nach Hoffmann,

1 kleine Zerſetzungszelle für Projektion,

1 Rowland⸗Gitter(Abguß),