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4. Der Elternbeirat und ſeine Betätigung.
Die Neuwahl des Elternbeirates war auf den 29. Juni 1924 angeſetzt. Da nur eine in der Elternverſammlung vom 13. Juni aufgeſtellte Kandidatenliſte einging, war die Wahl unnötig. Der Elternbeirat beſteht aus folgenden Mitgliedern:
1. Herr Hofmetzgermeiſter Friedrich Brinkmann, Weilburg; 2. Frau Amtsrichter Lommel, Weilburg; 3. Herr Kanzleiſekretär Hugo Eberhardt, Weilburg; 4. Herr Brunnenbeſitzer Karl Broll, Biskirchen; 5. Herr Lehrer Bravmann Weilburg. Erſatzleute ſind: Frau Sanitätsrat Dr. Rohardt, Weilburg; .Herr Kaufmann Friedrich Glöckner, Weilburg; „Herr Weinhändler Richard Moſer Weilburg; . Herr Pſarrer Eugen Hild, Weinbach: 5. Herr Dr. med. Unger, Weilmünſter;
In öfteren gemeinſamen Beratungen mit dem Direktor und Mitgliedern des Lehrer⸗ kollegiums wurden die mannigfachen Angelegenheiten der Schule beſprochen und dadurch das Verſtändnis der Elternſchaft für die Schule erweitert und verſtärkt. Hervorzuheben iſt insbeſondere der einmütige Beſchluß der Elternſchaft, mit allen zu Gebote ſtehenden Mitteln einzutreten für die Erhaltung des humaniſtiſchen Charakters des älteſten naſſauiſchen Gym⸗ naſiums.
Voller Dankbarkeit gedenken wir aller derer, die im vergangenen Schuljahre unſere Anſtalt mit Spenden und Geſchenken in ſo reichem Maße unterſtützt haben. Der Kreisaus⸗ ſchuß des Oberlahnkreiſes erfreute uns durch die Ueberweiſung von 500 Mark zum Beſten der Lehrmittelſammlungen und Büchereien und bewies damit das lebhafte Intereſſe, welches er an dem Gedeihen und der Entwicklung des einzigen humaniſtiſchen Gymnaſiums ſeines Bereiches nimmt, für das ſein Vorſitzender, Herr Landrat Jenner, auch ſonſt nachdrücklichſt einzutreten ſich nicht nehmen läßt. Die„Wilinaburgia“, der Verein ehemalicher Angehöriger des Gymnaſiums zu Weilburg, unter Leitung ihres rührigen Vorſitzenden, Herrn Studien⸗ aſſeſſor Dr. Schwing, half immer wieder ſchnell und reichlich, wo es galt, Mittel für not⸗ wendige Anſchaffungen aufzubringen. Sie ſtiftete 200 Mark für einen Lichtbildapparat, der dem Gymnaſium bisher fehlte, 50 Mark für den Lehrmittelfonds, 111 Mark für Repara⸗ turen der Inſtrumente des Muſikvereins, 56,50 Mark für ein neues Inſtrument und für Noten des Muſikvereins, 50 Mark für den Turn⸗ und Spielverein. Herr Profeſſor Dr. Kirchberger, ein ehemaliger Schüler der Anſtalt, ſtellte in entgegenkommender Weiſe ſeine Wiſſenſchaft in den Dienſt ſeiner alten Schule und hielt einen Vortrag über die neueſten Ergebniſſe der phyſikaliſchen Forſchung, deſſen Reinertrag zur Beſchaffung phyſitkaliſcher Ap⸗ parate verwandt wurde. Zu gleich großem Danke verpflichtete uns Herr Diplomingenieur Kämpf, indem er die Bitte eines Herrn des Kollegiums folgend in einem Vortrag mit Licht⸗ bildern über das Eiſen und ſeine Verwendung ſprach und den Reinertrag zur Neuanſchaf⸗ fung von Anſchauungsmitteln für Geſchichte und Erdkunde beſtimmte. Herr Amtsgerichtsrat Dr. Lohmann, deſſen reges Intereſſe für unſere Schule auch an dieſer Stelle dankend her⸗ vorgehoben ſei, überwies uns aus dem Reinertrage eines von ſeinem Schwager, Herrn Geh. Regierungsrat Profeſſor Dr. Aſchoff aus Freiburg vor Mitgliedern und Freunden der deut⸗ ſchen Volkspartei gehaltenen Lichtbildervortrages über ſeine Eindrücke von einer Studienreiſe durch China 100 Mark. Herr Oberingenieur Bernhard in Firma Krupp ſchenkte eine Wand⸗ tafel„Stammbaum der Kohle“ und eine Muſterſammlung von Nebenprodukten aus der Kohlenverarbeitung in 25 großen Glasgefäßen. Herr Hüttendirektor Hobrecker ſtiftete eine Muſtertafelſammlung von Fabrikaten der Drahtinduſtrie. Die Siemens⸗Schuckert⸗Werke ſchenk⸗ ten der Anſtalt Probeſtücke von Telefonkabeln und mehrere Rollen Leitungsdraht.
Allen freundlichen Spendern und Helfern ſei hier nochmals herzlich gedankt, nicht nur für ihre reichen Gaben, ſondern auch für die Teilnahme am Wohlergehen unſerer altehr⸗
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