Jahrgang 
1910
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Apgesehen von diesem Trauerfall war der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler im ganzen befriedigend.

Der Jahresbericht des Königlichen Gymnasiums zu Weilburg kann nicht schliessen, ohne des Mannes zu gedenken, zu dessen Geschäftskreis die Anstalt bisher gehörte. Es ist Herr Provinzial-Schulrat Dr. Baier. Auf der Höhe des Lebens stehend, erlag er im Mai 1909 einer tückischen Krankheit. Das Wohlwollen, welches er allen Gliedern der Schule jederzeit entgegenbrachte, wird stets unvergessen pleiben.

Das mit der Anstalt verbundene pädagogische Seminar wurde im Sommer-Halb- jahr von acht Kandidaten besucht. Die vorschriftsmässige Revision fand Mittwoch, den 22. Sept. statt. Zunächst besuchte Herr Ober-Regierungsrat Dr. Pähler die Unterrichts- stunden der Seminarmitglieder, hielt sodann eine Konferenz mit den Seminarlehrern ab und wohnte schliesslich noch einer Seminar-Sitzung bei.

Am 25. Sept. wurden die Kandidaten und mit ihnen Dr. Gottschalk und Dr. Braum aus dem Verbande des Gymnasiums entlassen. Dr. Gottschalk und Dr. Braum hatten einen Teil des Probejahres an dem hiesigen Gymnasium abgeleistet und waren zeitweise auch mit Hilfsunterricht betraut worden. Einschliesslich des französischen Lehr- amtsassistenten Vaillandet waren somit 11 junge Ierren im Sommer-Halbjahr an dem Gymnasium tätig.

Zu Beginn des Winter-Ialbjahres tratendie Kandidaten Becker, Diehl, Gonnermann, Kutzleb, Dr. Schmidt und Vogel als neue Mitglieder in das Seminar ein.

Personalnotizen uber die neueingetretenen Lehrer.

Wilhelm Debes, geboren in Korbach am 24. Januar 1866, evangelisch, besuchte das Gymnasium in Korbach von 1877 1886. 1886/87 genügte seiner Militärpflicht und studierte sodann in München, Berlin und Marburg klassische Philologie, Deutsch und Geschichte. Am 3. März 1893 bestand er in Marburg die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Von Ostern 1893 bis Ostern 1894 leistete er an dem Kgl. Gymnasium in Wiesbaden das Seminarjahr und von Ostern 1894 bis Ostern 1895 an dem Kgl. Real- gymnasium daselbst das Probejahr ab. 1895 1902 war er an den Gymnasien in Wiesbaden, Fulda, Hanau, Eschwege, Dillenburg, Weilburg und dem Driedrichs-Gymnasium in Kassel als wissenschaftlicher Hilfslehrer tätig. Hier wurde er am 1. August 1902 als Oberlehrer angestellt. Am 1. April 1909 wurde er auf seinen Wunsch an das Kgl. Gymnasium in Weilburg versetzt und am 31. Dezember 1909 zum l'rofessor ernannt.

. Immanuel Lieberknecht, geboren den 28. September 1879 in Breitau, Kreis Rotenberg, bsuchte von Ostern 1893 das Gymmasium zu Homburg vor der Höhe, und sodann das Gymnasium zu Marburg, wo er Ostern 1898 die Reifeprüfung bestand. Er studierte in Erlangen, Halle, Basel und Marburg, bestand am 28. Januar 1903 die erste theologische und am 3. Februar 1905 die Oberlehrerprüfung. Das Seminarjahr leistete er am Goethegymnasium in Frankfurt a. Main, das Probejahr am Kgl. Gymnasium in Marburg ab. Hierauf genügte er von Abpril 1907 bis April 1908 im Jafanterieregiment Kaiser Wilhelm(2. Grossh.-Hess.) Nr. 116 in Giessen seiner Dienstpflicht und wurde sodaun bis zum 1. Juli 1909 als wissenschaftlicher Hilfslehrer am Kgl. Gymnasium in Marburg beschaftigt, vom I. Juli 1909 ab wurde er zum Oberlehrer an dem Gymnasium in Weilburg angestellt.