23
III. Zur Schulgeschichte.
Montag, den 19. April fand die Prüfung und Tags darauf bei Eröffaung des neuen Schuljahrs die Verpflichtung der neunaufgenommenen Schüler statt. Nach der Andacht wurde Professor Debes in sein Amt eingeführt.
Die Pfingstferien dauerten vom 28. Mai bis zum 3. Juni, die Sommerferien vom 2. Juli bis 3. August. Zum I. Jali wurde der Hilfslehrer Immanuel Lieberknecht als Oberlehrer an die hiesige Anstalt versetzt.
Vom 24. bis zum 27. August schrieben die Herbst-Abiturienten ihre Prüfungsarbeiten.
Donnerstag, den 2. Sept. wurde der Sedantag in gewohnter Weise gefeiert.
Am 9. September fand unter Leitung des Dircktors die mündliche Prüfung statt. Beide Abiturienten bestanden dieselbe.
Samstag, den 25. Sept. wurde das Sommer-Semester mit einer gemeinsamen Andacht geschlossen.
Die Eröffnung des Winter-Ilalbjahres kand am 12. Okt. statt. Gleichzeitig wurde der mit der Versehung der durch den Tod des Prof. Dr. Gundlach erledigten Ober- lehrerstelle beauftragte Kandidat des höheren Lehramts Dr. Schwarte in sein Amt eingeführt.
Mit Genehmigung Königlichen Provinzial-Schulkollegiums wurde der Unterricht im Winter-Ilalbjahr vormittags von 8,30 bis 12,15 und nachmittags von 2,15 bis 4 bezw. 5 Uhr gegeben. Die Pausenverteilung wurde dementsprechend geäündert.
Samstag, den 30. Okt. wurde von den evangelischen Lehrern und Schülern das Reformationsfest gefeiert. Die Ausprache hielt Oberlehrer Lieberknecht über Luthers Persönlichkeit.
Am 1. Advent fand in der evangelischen Kirche gemeinsame Abendmahlsfeier statt.
Die Weihnachtskferien dauerten vom 23. Dez. 1909 bis zum 7. Januar 1910.
Donnerstag, den 27. Jan. beging das Gymnasium mit Kirchgang und Redeakt in der festlich geschmückten Aula den Al'erhöchsten Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers u. Königs. Die Festrede hielt Professor Schlitt über Fichte.
Die schriftliche Prüfung der Oster-Abiturienten dauerte vom 31. Januar bis zum 3. Februar.
Donnerstag, den 17. Februar wurde unter Leitung des Herrn Provinzial-Schulrats Dr. Wassner und Freitag den 18. unter Leitung des Direktors die mündliche Prüfung abgehalten. 17 Schüler bestanden dieselbe, Walter Göbel wurde von der mündlichen Prüfuug befreit. Samstag, den 19. Febr. wurden die Abiturienten entlassen. Am Vor-— mittag des 24. Febr. wohnte llerr Ministerialrat Dr. Norrenberg aus Berlin dem Unterricht in verschiedenen Klassen bei.
Die patriotischen Gedenktage wurden in herkömmlicher Weise gefeiert.
Einen schweren Verlust erlitt Jas Gymnasium durch den am 20. April 1909 nach langem Leiden im Krankenhause in Marburg erfolgten Tod des Professors Dr. Gundlach. Ein Mann von umfangreichem und tielgegründetem Wissen, hat er sich um die Anstalt und um das mit derselben verbundene pädagogische Seminar grosse Verdienste erworben. Das Gymnasium wird sein Andenken stets in Ehren halten.


