Steyer.
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Mathematik. Arithmetik: Diophantische Gleichungen. Kombinatorik. Bino- mischer Lehrsatz. Wahrscheinlichkeitsrechnung. 2 St. w.
Geometrie: Abschluss der Stereometrie. Der Koordinatenbegriff und die Grund- lehren von den Kegelschnitten. 2 St. w. Alle 4 Wochen eine schriftliche Arbeit. Weis.
Aufgaben bei der schriftlichen Reifeprüfung Ostern 1898:
1. Die rechteckige Grundfläche eines Keils ist 18 cm lang und 10 cm breit, die Schneide hat eine Länge von 12 cm und einen Abstand von der Grundfläche von 24 cm; wie gross ist Inhalt und Oberfläche des Körpers?
2. Auf der Graden y=— ½¼ x+† 2 ist der Punkt zu destimmen, der von den Punkten A(1,7) und C(10,4) gleichweit entfernt ist.
3. Eine Eisenbahn soll durch eine Kreisbogenstrecke aus einer graden Linie in eine andere über- geführt werden, welche mit der ersteren einen Winkel von 1250 17 48“ einschliesst, und zwar soll der Krümmungshalbmesserer= 200 m sein; wie weit ist der Durchschnittspunkt der Graden vom Anfangs- und Endpunkt der Kurve entfernt, und wie lang ist die Kurve selbst?
4 Jemand zahlt einem Banquier 3000 Mark ein, die zu 3% verzinst werden; am Ende eines jeden Jahres lässt er sich 500 Mark auszahlen; nach wie viel Jahren ist sein Guthaben erschöpft, und wie viel kann er im letzten Jahr erhalten?
Physik. Akustik und Optik. Einiges aus der mathematischen Geographie. 2 St. w. Weis.
Unter-Prima. Ordinarius: Professor Dr. Müller.
Religion. a. evangel. S.: Alte und mittlere Kirchengeschichte. W.: Neuere Kirchengeschichte. Erklärung des Evangeliums Jobannis; Wiederholung des Galaterbriefs. 2 St. w. Steyer.
b. kathol. Kombiniert mit Ober-Prima. 2 St. w. Siegel.
Deutsch. Lektüre: S.: Ausgewählte Abschnitte aus Lessings Laokoon. Oden von Klopstock. Schillers Maria Stuart. W.: Schillers Braut von Messina, Goethes Iphi- genie auf Tauris. Ubersicht über die deutsche Litteratur vom 16.—18. Jahrhundert in Lebensbildern und Litteraturproben.
Stilübungen: Aufsatzlehre, Dispositionsübungen. Vorträge der Schüler. 3 St. w.
Themata der deutschen Aufsätze:
1. Ans Vaterland, ans teure, schliess' dich an! 2. Inwiefern bildet der 3. Akt von Schillers„Maria Stuart“ den Höhe- und Wendepunkt des Dramas?(Klassenarbeit.) 3. Inwiefern gilt das Horazische„Nil mortalibus ardui est“ von unserer Zeit? 4. Was verbietet dem bildenden Künstler starke Affekte darzu- stellen? 5. Schuld und Sühne in Schillers„Braut von Messina“.(Klassenarbeit). 6. Welche Bedeutung haben die Kreuzzüge für die Entwicklung des geistigen Lebens der abendländischen Völker gehabt? 7. Die Verdienste der Vorfahren ein Hort, aber auch eine Gefahr für die Nachkommen. 8. Die Heilung Orests.
Latein. S.: Tac. Germania und Ann. I und II m. A. W.: Ciceros Briefe m. A. S. und W.: Hor. carm. I und II, Epist. I m. A. und Sat. I, 6..
Grammatik: Repetitionen und stilistische Ibungen. Alle 2 Wochen eine schrift- liche Arbeit, Exercitium und Extemporale abwechselnd, alle 6 Wochen eine schriftliche Übersetzung aus dem Lateinischen als Klassenarbeit. 7 St. w. Müller.


