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Am Abend des 22. Dezember wurde bei brennenden Christbäumen in der Aula eine liturgische Weihnachtsandacht abgehalten.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember 1896 bis zum 6. Januar 1897.
Der Allerhöchste Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde am Morgen des 27. Januar durch gemeinsamen Kirchgang gefeiert. Um 11 ½ Uhr fand so- dann in der mit Fahnen und Guirlanden reich geschmückten Aula ein Festaktus statt, bei welchem Deklamationen mit Vorträgen des Gymnasialchors und der Schülerkapelle wechselten. Die Festrede hielt Professor Dr. Müller über„Emanuel Geibel als religiösen und vaterländischen Dichter“..
Vom 1. bis 6. Februar fand die schriftliche und Donnerstag, den 4. März, unter dem Vorsitz des Herrn Geheimerats Dr. Lahmeyer die mündliche Reifeprüfung statt. Sämtliche 26 Oberprimaner bestanden dieselbe, 16 wurden von der mündlichen Prüfung befreit.
Sountag, den 7. März, führte der Gesangverein„Paulus“ unter der bewährten Lei- tung des Oberlehrers Dr. Gundlach mit anerkennenswertem Erfolg in der evangelischen Kirche das„Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms auf. Am folgenden Tage wurden die Abiturienten in feierlicher Versammlung aus der Schule entlassen,.
Vom 15. bis 19. März schrieben die Schüler der Unter-Sekunda die Arbeiten für die Abschlussprüfung des Ostertermins.
Die Feier des Hundertjährigen Geburtstags Sr. Majestät des Hochseligen Kaisers Wilhelms I wurde Sonntag, den 21. März mit gemeinsamem Kirchgang eröffnet. Montag, den 22., fand sodann in der festlich geschmückten Aula ein Aktus statt, bei welchem Oberlehrer Dr. Gundlach die Festrede über das Thema hielt:„Die geistigen Stimmungen und Strömungen dieses Jahrhunderts“. An dieselbe schloss sich die Verteilung einer Anzahl von Exemplaren des Faksimiledruckes der von dem Hochseligen Kaiser Wilhelm I genom- menen Abschrift des Nikolaus Beckerschen Rheinliedes durch den Direktor an. Den Schluss der festlichen Tage bildete Dienstag, der 23. März, an welchem die unteren Klassen unter Leitung ihrer Ordinarien Ausflüge in die Umgegend machten, wührend die oberen Klassen sich am Abend in den Räumen der Aula zu einem Ball zusammenfanden.
Montag, den 29. März, wurde unter dem Vorsitz des Direktors die mündliche Ab- schlussprüfung abgehalten; 26 Schüler der Unter-Sekunda bestanden dieselbe.
Der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler war abgesehen von der bereits oben erwähnten Augenentzündung im ganzen zufriedenstellend.
Personalnotizen über die neu eingetretenen Lehrer.
Adam Lorenz Angersbach, geboren am 9. Juni 1861 zu Cassel, reformierter Konfession, besuchte das Königliche Gymnasium zu Fulda und widmete sich in Berlin, München und Göttingen dem Studium der Mathematik, der Physik und der beschreibenden Naturwissenschaften. Am 4. Dezember 1886 bestand er die Prüfung pro facultate docendi und leistete von Ostern 1887 bis 1888 an dem Fürstlichen Gymnasium zu Corbach das Probejahr ab. Nachdem er sodann an verschiedenen höheren Lehranstalten als wissen- schaftlicher Hilfslehrer thätig gewesen, besuchte er im Winterhalbjahr 1893/94 die Turn-


