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Konferenz der Seminarlehrer ab und nahm am Abend an einer Sitzung des pädagogischen Seminars teil, in weleher Kandidat Paul einen Vortrag über das Thema hielt:„Nach welchen Grundsätzen beurteilen wir die Leistungen unserer Schüler?“
Am 14. Juli feierte das Gymnasium unter zahlreicher Beteiligung der Angehörigen der Schüler und der Freunde der Anstalt sein Waldfest.
Von Mitte Juli ab verbreitete sich unter den Schülern eine kontagiöse Augenent- zündung, die, anfangs fast ausschliesslich in den oberen Klassen auftretend, sich allmählich über sämtliche Klassen verbreitete und erst mit dem Schluss des Tertials völlig erlosch.
Vom 3. bis 7. August fand die schriftliche und am 12. August die mündliche Ab- schlussprüfung statt. An dieselbe schloss sich die mündliche Reifeprüfung an; sämtliche Abiturienten bestanden dieselbe, fünf wurden von der ganzen mündlichen Prüfung befreit.
Am 14. August entliess der Direktor in gemeinsamer Schlussandacht die Abitu- rienten und richtete Worte des Abschieds an die aus dem Verbande der Anstalt scheiden- den Kandidaten des pädagogischen Seminars.
Mit dem Anfang der Herbstferien begannen unter der bewährten und energischen Leitung des Königlichen Kreisbauinspektors Herrn Baurats Spinn die von dem Herrn Minister genehmigten Umbauten in beiden Klassenhäusern der Anstalt. Trotz des anhal- tend ungünstigen Wetters wurden dieselben bis zum Schluss der Ferien soweit fertig gestellt, dass der Unterricht beim Beginn des Winterhalbjahrs in vollem Umfang wieder aufgenommen werden konnte. Die durch diese Veränderungen neu hergestellten Räume für den physikalisch-chemischen und den Zeichen-Unterricht, sowie das neu hergestellte Klassenzimmer der Unterprima wurden sodann im Laufe des Winterhalbjahrs auch voll- ständig neu ausgestattet und bilden jetzt eine Zierde der Anstalt.
Am 19. September wurde das Winterhalbjahr mit einer gemeinsamen Andacht, Verlesung und Erläuterung der Schulordnung und Verpflichtung von 12 neu aufgenom- menen Schülern eröffnet.
Am 1. Oktober schied der wissenschaftliche Hilfslehrer Wedemann aus dem Verbande des Gymnasiums, um an das Fürstliche Gymnasium zu Corbach überzugehen. Während der kurzen Zeit seines Aufenthaltes hatte sich derselbe durch unentwegte treue Hingabe an seinen Beruf und durch freundliches Entgegenkommen die Achtung seiner Kollegen und die Zuneigung seiner Schüler in reichem Masse zu erwerben gewusst.
Dem mit der hiesigen Anstalt verbundenen pädagogischen Seminar wurden zu An- fang des Winter-Semesters als neue Mitglieder die Kandidaten des höheren Schulamts Jakob Bergel, Oskar Bosing, Eduard Hauck und Hermann Kunisch zugewiesen. Zu Seminarlehrern wurden berufen die Oberlehrer Dr. Gundlach und Dr. Heymach.
Dienstag, den 13. Oktober wurde der durch Bestallung vom 22. August d. J. zum Oberlehrer ernannte und durch Verfügung von demselben Tage dem Gymnasium zu Weil- burg überwiesene neue Lehrer der Anstalt Ernst Hirschfeld in sein Amt eingeführt und vereidigt.
Am 31. Oktober fand in der letzten Vormittagsstunde eine Gedenkfeier der Refor- mation statt. Die Festrede hielt der Oberlehrer Dr. Heymach über das Thema:„Die Einführung der Kirchenreformation in Nassau-Weilburg durch Graf Philipp III.“
Sonntag, den 29. November, am 1. Adyvent, begingen die evangelischen Lehrer und Schüler der Anstalt gemeinsam die Feier des heiligen Abendmahls.


