Jahrgang 
1896
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Dr. Müller die grössere Hälfte seiner Lehrstunden wieder übernehmen, mit den übrigen wurde Hilfslehrer Wedemann bis auf weiteres beauftragt.

In den Tagen vom 25. bis 28. September wohnte der Oberlehrer Dr. Gundlach den Verhandlungen der 43. Versammlung Deutscher Philologen und Schulmänner in Köln bei und hielt bei dieser Gelegenheit in einer Sitzung der neuphilologischen Sektion einen Vortrag überReformunterricht auf der Oberstufe.

Von Montag, dem 30. September bis Samstag den 12. Oktober nahm der Ober- lehrer Dr. Weis an einem in Göttingen veranstalteten naturwissenschaftlichen Ferien- kursus teil.

Im Laufe des Monats Oktober wurden dem pädagogischen Seminar 3 neue Kan- didaten zugewiesen, Karl Hammes, Reinhard Paul und Leopold Stübinger. Zu Seminarlehrern wurden die Oberlehrer Steyer und Dr. Heymach ernannt.

Samstag, den 9. November begingen die evangelischen Lehrer und Schüler der Anstalt die Gedenkfeier der Reformation. Die Festrede hielt Herr Oberlehrer Heidsieck überLuthers Verdienste um Schule und Unterricht.

Am 1. Sonntage im Advent, am 1. Dezember, fand in der evangelischen Kirche die gemeinsame Feier des heiligen Abendmahls statt.

Am 5. Dezember erbielt Professor Gropius durch den Direktor das vom König- lichen Provinzial-Schulkollegium übersandte Patent über die Allerhöchste Verleihung des Ranges eines Rats 4. Klasse.

Samstag, den 21. Dezember fand in der Aula eine liturgische Weihnachtsandacht statt. Montag, den 23. begannen sodann die Ferien, dieselben dauerten bis zum 6. Ja- nuar.

Am 18. Januar beging das Gymnasium, nachdem bereits Tags zuvor seitens der Ordinarien Ansprachen an die Schüler der einzelnen Klassen gehalten worden waren, durch Gebet, Deklamationen und Gesänge die Feier des 25jährigen Gedenktags der Wiederauf- richtung des Deutschen Reichs. Im Anschluss an dieselbe wurden zwei zu diesem Zweck von dem Herrn Minister überwiesene Exemplare des volkstümlichen WerkesDer Krieg gegen Frankreich von Theodor Lindner und ein zu demselben Zweck übersandtes Exem- plar der Festrede des Generals von Mischke, gehalten bei der Enthüllung des Kaiser Friedrich Denkmals auf dem Schlachtfelde von Wörth, an besonders würdige Schüler verteilt.

Zur Feier des Allerhöchsten Geburtstags Sr. Majestät des Kaisers und Königs fand am Morgen des 27. Januar gemeinsamer Kirchgang und um 11 Uhr in der festlich ge- schmückten Aula ein Festakt statt, bei welchem Chorgesänge mit Deklamationen und Vorträgen des Gymnasial-Musikvereins wechselten. Die Festrede hielt der Professor und Hauptmann der Landwehr Gropius über das Thema:Was bedarf unsere Jugend vor allem, wenn das Vaterland in einem künftigen Kriege mit Sicherheit auf sie rechnen soll? Der Festredner sprach mit um so grösserer Wärme, als er selbst vor 25 Jahren in dem grossen Kriege gegen Frankreich als junger Offizier mitgefochten hatte.

Vom 3. bis 8. Februar fand die schriftliche Reifeprüfung für den Ostertermin statt.

In den Tagen vom 11. bis 13. Februar unterzog der Departementsrat des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums Herr Geheimerat Dr. Lahmeyer das Gymnasium einer Re- vision, indem er nicht nur dem Unterricht der einzelnen Lehrer beiwohnte, sondern auch