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von allen übrigen Zweigen des Anstaltsbetriebs eingehende Kenntnis nahm. Am Abend des zweiten Tages hielt Herr Geheimerat sodann eine gemeinsame Konferenz ab, worin er seine Wahrnehmungen mitteilte.
Sonntag, den 1. März führte der Gesangverein„Paulus“, dessen Tenor und Bass sich ausschliesslich aus Mitgliedern des Gymnasiums zusammensetzt, unter Mitwirkung an- derer geeigneter Kräfte und unter der bewährten Leitung des Oberlehrers Dr. Gund- lach in der evangelischen Kirche mit anerkennenswertem Erfolg den„Messias“ von Hän- del auf.. Vom 2. bis 6. März schrieben die Schüler der Unter-Sekunda die Arbeiten für die diesjährige Abschlussprüfung.
Samstag, den 14. März fand unter Leitung des Oberlehrers Dr. Gundlach in der Aula eine musikalische Abendunterhaltung statt, in welcher die Leistungen des Musik- und Quartett-Vereins, sowie des Sängerchors seitens der zahlreich erschienenen Besucher die freundlichste Anerkennung fanden.
Mittwoch, den 18. März wurde unter dem Vorsitz des Direktors die mündliche Reifeprüfung abgehalten; sämtliche zu der Prüfung zugelassene Oberprimaner bestanden dieselbe.
Donnerstag den 19. März fand die mündliche Abschlussprüfung statt.
Die Geburts- und Todestage der Hochseligen Kaiser und Könige Wilhelm I. und Friedrich III. wurden auch in diesem Schuljahre mit Gebet, Gesang und Ansprachen ge- bührend gefeiert.
Der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler der Anstalt war im ganzen ein recht befriedigender, nur Professor Dr. Müller war, wie schon oben bemerkt, noch immer leidend und konnte erst mit der Zeit einen Teil seines Unterrichts wieder übernehmen.
Personalnotizen über die neu eingetretenen Lehrer.
Otto Eitel, geboren am 19. September 1858 zu Weilburg, evangelischer Kon- fession, wurde auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt vorgebildet und studierte in München, Bonn, Leipzig und Marburg besonders deutsche und klassische Philologie. Im Herbst 1886 trat er in Hanau sein Probejahr an und bestand am 10. Dezember desselben Jahres in Marburg die Staatsprüfung. Nach beendetem Probejahr war er noch ein halbes Jahr in Hanau, dann zwei Jahre am neugegründeten Kaiser-Friedrichs-Gymnasium in Frankfurt a. Main als unbesoldeter Hilfslehrer thätig. Von Ostern 1890 bis dahin 1892 wirkte er als besoldeter wissenschaftlicher Hilfslehrer am Wilhelmsgymnasium in Cassel, im Sommer 1892 in Weilburg. Dann privatisierte er, zuletzt in Boppard-Marienberg. Am 22. Mai 1894 übernahm er eine Vertretung am Königlichen Gymnasium in Wiesbaden, die bis Ostern 1895 dauerte. Mai 1895 kehrte er an das Gymnasium in Weilburg zurück.
Franz Wedemann, geboren am 16. April 1860 zu Brilon, besuchte das Gym- nasium zu Brilon und studierte von Herbst 1881 ab Deutsch und alte Sprachen in Mün- ster, Berlin und Marburg. Am 6. August 1886 bestand er in Marburg die Prüfung pro facultate docendi und leistete von Herbst 1886 bis dahin 1887 an dem Gymnasium zu Fulda das pädagogische Probejahr ab. Von Herbst 1887 an war er in verschiedenen Pri- vatstellungen thätig, bis er Ostern 1895 dem Gymnasium zu Weilburg als wissenschaft- licher Hilfslehrer überwiesen wurde.


