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Müller G. vorjähr. Progr.) noch immer nicht völlig hergestellt, auch durch Teilung der Prima die Zahl der Lehrstunden entsprechend erhöht war, so wurden die beiden wissen- schaftlichen Hilfslehrer Eitel uud Wedemann mit Übernahme der durch die Lehrer der Anstalt nicht zu deckenden Lehrstunden, bezw. mit Vertretung des Professors Dr. Müller beauftragt und von dem Direktor in ihr neues Amt eingeführt.
Am 25. Mai fanden unter Leitung der Ordinarien die üblichen Ausflüge der einzelnen Klassen in die nähere und weitere Umgebung statt.
Die Pfingstferien dauerten vom 2. bis 10. Juni. Nach Ablauf derselben nahm unter der bewährten Leitung des Königlichen Kreis-Bauinspektors des Oberlahnkreises Herrn Baurat Spinn der völlige Umbau der Direktorwohnung seinen Anfang, an welchen sich während der Monate August und September auch grössere bauliche Veränderungen im Gymnasialgebäude anschlossen, die zwar mancherlei Unbequemlichkeiten mit sich führ- ten, aber der Anstalt auch ein freundlicheres Aussehen, sowie ein neues Treppenhaus ein- brachten. Herrn Baurat Spinn sage ich für die hierbei entfaltete so erfolgreiche Thätig- keit auch an dieser Stelle im Namen der Anstalt herzlichen Dank.
Dienstag, den 25. Juni wurde in Anwesenheit zahlreicher Angehörigen der Schüler und Freunde der Anstalt in den schattigen Anlagen des„Kanapee“ ein Waldfest abge- halten, bei welchem turnerische Vorführungen mit Gesängen und musikalischen Vorträgen abwechselten.
Am 1. Juli schied der bisherige Hilfslehrer Lucas aus dem Verbande des hiesigen Gymnasiums aus, um an die Mittelschule in Salzuffeln in Lippe überzugehen. Vier der von ihm gegebenen Lehrstunden übernahm der inzwischen wieder kräftiger gewordene Professor Dr. Müller, die acht übrigen wurden gegen Remuneration unter Mitglieder des Lehrerkollegiums verteilt.
Donnerstag, den 11. Juli nahm Herr Geheimerat Dr. Lahmeyer eine Revision des mit der Anstalt verbundenen pädagogischen Seminars vor, wobei er sowohl den Unter- richtsversuchen der Kandidaten als auch den Musterlektionen der Seminarlehrer beiwohnte. Abends fand sodann eine mehrstündige Sitzung des pädagogischen Seminars statt, in welcher ausser den Probelektionen der Kandidaten auch ein Referat des Kandidaten Seiferth über Pestalozzis Verdienste um Erziehung und Unterricht besprochen wurde. Am folgenden Morgen wohnte Herr Geheimerat Dr. Lahmeyer noch dem Unterricht in mehreren Klassen bei.
Am 18. Juli besuchten die Mitglieder des pädagogischen Seminars das Taubstum- men-Institut in Camberg, nahmen unter der liebenswürdigen Führung des Direktors des- selben, Herrn Wehrheim, Kenntnis von der gesamten Einrichtung der Anstalt und wohnten mit Interesse einer grösseren Zahl von Lehrstunden bei. Herrn Direktor Wehr- heim und dem Lehrerkollegium des Instituts sage ich auch an dieser Stelle für das be- wiesene freundliche Entgegenkommen herzlichen Dank.
Mittwoch, den 14. August wurde das Sommer-Semester mit einer gemeinsamen Andacht geschlossen, zugleich wurden die Kandidaten des pädagogischen Seminars Sei- ferth und Dr. Warth aus dem Verbande der Anstalt entlassen.
Am 19. September fand die Aufnahmeprüfung und nach derselben in herkömmlicher Weise die Eröffnung des Winter-Semesters statt. Mit Beginn desselben konnte Professor


