Jahrgang 
1926
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von Campe und meyhrere Kreisausſchußmitglieder, als Vertreter der Stadt Herr Bürgermeiſter Lißmann und der Magiſtrat anweſend. Es wohnten ferner bei die Geiſtlichkeit, Vertreter des Elternbeirates, Herr Direktor Dr. Rö⸗ ming von der Landwirtſchaftsſchule und Bürger der Stadt. Herr Prof. Dr. Zühlke betonte die Bedeutung des Tages, an dem die junge Schule mit ihren beſonders eigenartigen und vielfach neuen Aufgaben ihren erſten Direktor erhalte, dem er in warmen Worten das Vertrauen der Behörden ausſprach. Herr Bür⸗ germeiſter Lißmann gab der Freude Ausdruck, daß die für den geſamten Bezirk ſo wichtige Schule nun mit der Ernennung des Direktors fertig ſei. Er erwähnte die glückliche Ausſicht auf baldige Einrichtung des für die Schule mit ihrem großen Einſchulungsbezirk ſo lebensnotwendigen Schülerheims. Der Direk⸗ tor dankte in ſeinem Namen und dem des Lehrerkollegiums und verſprach getreu⸗

eſte Pflichterfüllung beider. Vorträge des Schülerorcheſters und des Schüler⸗ chors umrahmten die ſehr eindrucksvolle Feier.

Die lange verhandelte Frage des Schülerheims fand im Berichtsjahre eine ſehr glückliche Löſung. Nach verſchiedenen Beſprechungen des Direktors mit Herrn Landesbiſchof D. h. c. Kortheuer in Wiesbaden und Herrn Dekan Bohris in Uſingen beſchloß der Hauptvorſtand des Evangeliſchen Vereins für Innere Miſſion in Naſſau in ſeiner Sitzung vom 21. September Ankauf und Umbau des ehemaligen Amtsgerichtsgebäudes in Uſingen und die Beſtellung eines Hausvorſtandes, zu deſſen Vorſitzenden Herr Dekan Bohris ernannt wurde. Die ſehr umfangreichen Bauarbeiten wurden mit größter Energie in Angriff genommen und ſo beſchleunigt, daß das Heim am 1. Januar eröffnet werden konnte. Da eine Grippeepidemie unter den Schülern herrſchte, war die Ueberſiedelung erſt am 15. 1. beendet. Damit hat das bisherige Seminarinternat im Schulgebäude ſein Ende gefunden. Am 17. 1. fand die feierliche Einweihung durch den Herrn Landesbiſchof ſtatt, der dem Heim den Wahlſpruch gab: Gott iſt Sonne und Schild.

Die Wandertage führten uns in die herrliche Taunusumgebung und nach Frankfurt. Am ſchönen Waldweiher der Stadt wurde ein Waldſchultag mit anſchließendem Baden und Spielen verbracht.

Durch die Uebernahme eines Teiles des Unterrichtes durch das Lehrer⸗ kollegium iſt die Schule mit der Landwirtſchaftsſchule enger verbunden. Direktor Röming zeigte unſern Schülern verſchiedene ſehr ſchöne Filme.

Beſondere Schulfeiern fanden ſtatt:

1. am 5. Juni zur Erinnerung an den Tondichter Carl Maria von Weber. Herr Veith entwickelte ſein Lebensbild und kennzeichnete meiſterhaft an Bei⸗ ſpielen die Bedeutung und Eigenart Webers.

2. Am 11. Auguſt war die Verfaſſungsfeier. Herr Dr. Schmidt führte ſehr ſchön die große Bedeutung der Geburtsſtunde dieſes alle Deutſchen umfaſſen⸗ den Geſetzgebungswerkes aus.

3. Am 17. Februar gedachte Herr Geiſel mit warmen Worten des gro⸗ ßen Menſchenfreundes und genialen Pädagogen Peſtalozzi.

4. Am 25. März gab Herr Veith ein Bild vom Leben und Wirken Beet⸗ hovens und zeigte den Reichtum ſeiner muſikaliſchen Gedanken an einzelnen Themen.

5. Am 22. 12. 1926 war die Weihnachtsfeier, die hauptſächlich den aus dem Hauſe ſcheidenden Heimſchülern galt.

Bei allen Schulfeiern wirkten das Schülerorcheſter und der Schülerchor mit, die beide Dank der anerkannten Tüchtigkeit des Herrn Veith Treffliches leiſteten. Um das geiſtige Leben der Kleinſtadt zu heben und zu bereichern, beſchloß das Kollegium, allwinterlich mehrere Vorträge künſtleriſcher und wiſſenſchaft⸗ licher Art zu halten, deren Ertrag reſtlos der Schule zufließt. In dieſem Winter fanden zwei Vorträge ſtatt. Der Direktor trug unter freundlicher Mitwirkung

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