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An Wochentagen laufen meiſtens die Muſik⸗ mit den Arbeitsſtunden parallel.
Die ſperielle Aufſicht über die Befolgung der Hausordnung führen unter An⸗ ordnung und Controle des Directors die Lehrer abwechſelnd; jedoch verwaltet nur Einer die Hausökonomie. Unter ihnen haben zuverläſſige Zöglinge die Aufſicht, ſo⸗ wohl im Arbeitszimmer, als auch im Schlaf⸗ und Speiſeſaal. Jedem Aufſeher iſt ſein Wirkungskreis genau begränzt, und er iſt für alles ihm Ueberwieſene verant⸗ wortlich. Die Ordnung bei den muſtikaliſchen Uebungen überwacht der Muſiklehrer oder der damit beauftragte Seminariſt.
Die Einrichtung des dem Seminarium durch die Gnade Sr. Hoheit des Her⸗ zogs überlaſſenen Schloſſes möge hier eine kurze Beſchreibung finden.
Das Schloß, welches auf einer ſich von Norden nach Süden ſanft neigenden
Abdachung liegt, beſteht aus einem dreiſtöckigen Haupt⸗ und zwei, ebenfalls drei⸗ ſtöckigen, kurzen Seitenflügeln, an welche letztere ſich unmittelbar zwei zweiſtöckige längere Flügel anlehnen, alle drei mit hohen Manſardzimmern. Der geräumige Schloßhof dehnt ſich bis zur Hauptſtraße der Stadt aus und iſt von dieſer durch ein eiſernes Gitter abgeſchloſſen. Im Parterre des Hauptgebäudes befindet ſich der Speiſeſaal, die Badräume, das Zimmer für das Weißgeräthe und die Wohnung für die Köchin und Semi⸗ narmagd. Der zweite Stock enthält außer den Lehrzimmern für die erſte und zweite Klaſſe auch die Arbeitszimmer, ſowie die Bibliothek und einige Wohnzimmer des Dirertors und eines andern Lehrers. Der große, herrliche Saal mit der ſchö⸗ nen Orgel, ſowie einige Muſik⸗ und das Lehrzimmer der dritten Klaſſe nehmen größtentheils den dritten Stock ein. Im vierten Stock— Manſarden— befinden ſich zwei Schlafſäle nebſt noch einigen Zimmern. Unmittelbar an dieſe Räume, ebenfalls im vierten Stock des ſüdlichen kleinen Seitenflügels lehnen ſich mehrere Zimmer an, die zum Waſchen, Reinigen der Kleider ꝛc. beſtimmt ſind. In dem entgegengeſetzten kurzen nördlichen Seitenflügel und in gleicher Höhe befinden ſich vier Räume für Kranke. Die große Küche mit den in der Nähe befindlichen Vor⸗ rathsräumen, Kellern, dem Brunnen, liegt im Souterrain des ſüdlichen, die Waſch⸗ küche aber im erſten Stock des nördlichen Seitenſlügels.
Zur Aufſtellung des naturgeſchichtlichen, phyſikaliſchen, geographiſchen und


