13 nämlich nur die Akademie als Lehrplatz des Plato genannt, und daher ist kein Grund vorhanden anzunehmen, dass er bereits vor der Eröffnung der Schule in der Akademie durch mündlichen Unterricht thätig war. Nun wird aber der Ankauf des Gartens des Akademos in Verbindung gesetzt mit der Rückkehr Plato's aus Sicilien, welche nach dem Zeugnisse des 7. Briefes p. 324 A in sein 40. oder 41. Lebens- jahr fällt, somit, da das Geburtsjahr desselben aller Wahrscheinlichkeit nach 427 v. Chr. ist, in das Jahr 387. Diog. Laert. III, 18—21 er- zählt uns fber das Zerwürfniss Plato's mit dem älteren Dionysios, über seine darauf erfolgte Auslieferung an den lacedaemonischen Gesandten Pollis, über die Vorgänge in Aegina, den Verkauf und die Auslösung Plato’s und den darauf erfolgten Ankauf des Gartens des Akademos für das Geld, welches zur Rückerstattung des Auslösungspreises bestimmt war, aber nicht angenommen wurde. Mag auch manches Anekdotenhafte daran sein, so ist doch ein historischer Kern nicht wegzuläugnen. 387 aber war der korinthische Krieg durch den antalcidischen Frieden be- endet, daher stimmt die obige Angabe ganz gut, dass Plato 387 schon wieder in Athen sein musste, da ja dann das erbitterte Verhältniss zwischen Aegina und Athen, in Folge dessen die Aegineten beschlossen hatten, jeden Athener zu tödten, der die Insel betreten würde, nicht mehr fortbestehen konnte.. 3
Wenn also der Beginn der Lehrthätigkeit Plato’s in das Jahr 387 fällt, so dürfen wir den Phaedrus nicht vor 387 ansetzen; die andere Grenze wäre 385 oder 384, in welche Zeit sicher das Symposion fällt, welches nach dem inneren vVerhältnisse der Dialoge zu einander dem Phaedrus nothwendig vorausgegangen sein muss.
Sonstige für diese spätere Abfassungszeit geltend gemachte Mo- mente sind sämmtlich der Art, dass ihnen an sich keine Beweiskraft zugeschrieben werden kann. Hieher gehört, was Hermann, Stallbaum und Steinhart bezüglich des aegyptischen Mythos anführen. Hermann schliesst aus der Erwähnung des vergötterten Thoyth, der Verfasser müsse bereits in Aegypten gewesen sein. Desgleichen sagt Stallbaum (p. CXII. 4 Aufl.): itineris haud ita pridem a se in Aegyptum suscepti memoriam quodammodo restauratam voluit. Steinhart p. 34 bemerkt in ähnlicher Weise:„Die Weise der Einschliessung ägyptischer Mythen und Sprichwörter lässt ein aus persönlicher Anschauung jenes Landes geschöpftes Interesse kaum verkennen.“
Hieher gehört auch, was Hermann p. 374 und 381 und Stallbaum p. CXIV., CXV. bezüglich des im Phaedrus kennbaren pythagoreischen Einflusses geltend machen. Wenn sich nun auch die Spuren pythago-


