Jahrgang 
1872
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dern als leeres Geschwätz und unnützes Zeug betrachte. Wir kennen Eristiker aus Platon's Euthydem und Aristoteles Topik, aber diese sophistischen Klopffechter können hier nicht gemeint sein, die nur darauf ausgiengen ad absurdum zu führen; wir haben Männer vor uns, denen es mit der Lehre der Tugend, der sittlichen und wissenschaft- lichen Bildung der Menschen Ernst. war, die allen Werth auf die smiozi u legten. Wir werden damit auf die sokratische Schule gewie- sen, und es liegt nahe an die Megariker, den Euklides zumeist, zu denken, die auch eigentlich den Namen ισντιο führen.

Dagegen sucht UeberwegUntersuchungen über die Zeitfolge der platonischen Schriften pag. 257 geltend zu machen, dass die Be- ziehung auf die Megariker von Spengel blos angenommen, nicht aber erwiesen sei. Spengel bringe für diesen Cardinalpunkt nur einen hin- fälligen Beweis bei, welcher darin bestände, dass die Megariker auch eigentlich 4αασπσιιι genannt werden. Dies könne nichtsbeweisen helfen, weil ja dieser Rhetor alle und jede philosophische Speculation mit dem Namen der Eristik bezeichne. Ich glaube, dass Ueberweg daran Unrecht thut, wenn er die gelegentliche Bemerkung Spengel's, dass die Megariker auch besonders 4σσαισ hiessen, als dessen einzi- gen Beweisgrund hinstellt. Das scheint mir Spengel vielmehr nur als secundäres Moment hinzugefügt zu haben, während ihn zum Ausspre- chen seiner Ansicht bestimmte Ueberzeugung geleitet hat. Die Art und Weise, wie diese Eristiker von Isokrates charakterisirt sind, brachte ihn zu der Ueberzeugung, dass die sokratische Schule gemeint sei, was ja auch Ueberweg zugesteht. Steht dies fest, so ist nur an die Megariker, die antisthenische, die cyreneische Schule oder an Plato selbst zu denken. An die Cyreneiker kann wohl niemand gut denken; dass die Schule des Antisthenes damit nicht gemeint sei, wird später gezeigt werden; und an Plato zu denken scheut sich Spengel, weil dieser um jene Zeit noch nicht seine Schule eröffnet hatte. Uebrigens sehen wir zunächst zu, welche Ansicht Ueberweg selbst ausspricht. Die Aeusserungen des Isokrates, sagt Ueberweg,gelten unverkennbar seinen Concurrenten in der Unterweisung der Jugend zu Athen; die Megariker waren ihm schon örtlich fern genug. Aber zu Athen bestand aller Wahrscheinlichkeit nach schon damals die Schule des Antisthenes, und eben hierauf passen alle Wendungen, deren sich Isokrates bedient, ganz vortrefflich. In der Einleitung zum Lob der Helena verspottet Isokrates unzweifelhaft den Antisthenes, der auch seinerseits gegen Isokrates geschrieben hat; warum sollen die Aeusserungen in der Rede gegen die Sophisten nicht vielmehr auf diese als auf die Megariker