Jahrgang 
1930
Einzelbild herunterladen

22

Der Geſundheitszuſtand war durchweg befriedigend. Auch in der feuchtkalten Uebergangs- zeit blieben wir vor anſteckenden Krankheiten bewahrt. 7 Schüler der Klaſſen VI OlII waren von Mitte Juni bis zu den Sommerferien zu Badekuren teils nach Arendſee, teils nach Borkum beurlaubt, einer nach Salzuflen. Keimfreie Milch wurde wie im Vorjahre von der Rintelner Molkerei an 5o 60 Schüler geliefert. Die Schularztfrage iſt noch immer nicht endgültig geregelt; in ernſten Fällen hilft Herr Medizinalrat Dr Kranepuhl.

In dem der Schule angegliederten Alumnat, das der Kreisausſchuß unterhält, waren im Sommer 13, im Winter 9 Schüler untergebracht; 6(5) von ihnen waren im Kreiſe beheimatet. Die wirtſchaftliche Leitung lag, nun ſchon im 16. Jahre, in den Händen von Fräulein Wilhelmi; erziehlich betreute Studienrat Schwab die Heimſchüler. Das Leben im Alumnat verlief in den alten Formen. Wo Schwierigkeiten auf- traten, hatten ſie ihren Grund in der mangelnden Bereitwilligkeit einzelner, ſich in die Ordnung des Gan- zen einzufügen. Die Pflege eines echten Gemeinſchaftsgeiſtes wurde als beſondere Notwendigkeit empfunden.

i) Schulgeldsatz, Freistellen usw.

Der Schulgeldſatz betrug 200 RM.; für Geſchwiſter wurde auf Antrag die geſetzliche Ermäßigung ge- währt. 13 bzw. 14 Schüler hatten eine ganze, 20 bzw. 17 eine halbe Freiſtelle inne; ſie erhielten auch die Lehrmittel unentgeltlich, ſoweit ſolche vorhanden waren. Auch andere bedürftige Schüler konnten aus der Hilfsbücherei Unterrichtsmittel entleihen. Erziehungsbeihilfen wurden 2 Schülern verliehen. Der Reſt der 20 v. H. des aufkommenden Schulgeldes wurde dazu verwandt, die Hilfs- und vor allem die Arbeitsbücherei weiter auszubauen

k) Berufsberatung.

Für die Berufsberatung haben ſich im Berichtsjahre neue Geſichtspunkte nicht ergeben. Berufsberater waren Studienrat Hornſchu für die akademiſchen Berufe, Studienrat Erdniß für die übrigen.

IV. Der Elternbeirat.

Dem Elternbeirat gehörten im Berichtsjahre an:

1. Herr Pfarrer Wille, Steinbergen, Vorſitzender, 2. Herr Schulrat Hollmann, Schriftführ er,

z. Frau Meyer zur Heide, Eisbergen,

4. Frau Marie Stöveſandt,

5. Herr Landwirt Häfemeier, Todenmann.

Der Elternbeirat beſchäftigte ſich mit der Ferienordnung und empfahl, die beſtehende im weſentlichen beizubehalten, vielleicht mit einer Verlängerung der Sommer- und entſprechenden Ver- kürzung der Herbſtferien. Gegen eine Verlegung des Schluſſes des Schuljahres auf den Sommer ſprächen gewichtige Bedenken.

Die Weihnachtszeugniſſe wollte der Elternbeirat beibehalten wiſſen, allerdings als reine Leiſtungszeug- niſſe, da ſie ein zuverläſſigeres Bild gäben als die Mitteilungszettel; ſie ſollten etwa 10 Tage vor Weih- nachten ausgegeben werden.

Schließlich ſprach der Elternbeirat ſeine Befriedigung darüber aus, daß endlich die neue Heizung ein- gebaut und damit der unerquickliche Zuſtand behoben ſei, der zu vielen berechtigten Klagen Anlaß ge- geben habe.

Der monatliche Beitrag, den die Eltern für die Bedürfniſſe der Schule zahlen, blieb im Berichtsjahre derſelbe; er kam den Sammlungen und Büchereien und der Pflege der Muſik zugute; auch konnte in einzelnen Fällen bedürftigen Schülern geholfen wer den.

Außerdem ſtiftete Herr Apotheker Wowra einen Betrag, den die Kapelle zur Beſchaffung eines neuen Inſtrumentes verwenden konnte. Herr Ingenieur Rollmann ſchenkte einen Motor. Die Stadt Rinteln über- wies der Schülerbücherei 2 HefteDeutſch die Saar immerdar!; außerdem lieferte ſie für einige Schüler die Milch unentgeltlich Für alle Spenden ſei auch hier der Dank der Schule ausgeſprochen.