Jahrgang 
1930
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11 die Schule verlaſſen hatten, ſo war es leider nicht immer möglich, ohne fremde Hiilfe zu ſpielen. Die Kapelle trat u. a. auf bei der gemeinſamen Verfaſſungsfeier der Schulen, dem Sommerfeſt, der Werbewoche des V. D. A., dem Winterturnfeſt des Gymnaſialturnvereins und der Abendunter- haltung der Schule; einzelne wurden auch zur Verſtärkung des Orcheſters herangezogen. Als der Herr Fachberater den Muſikunterricht prüfte, durfte auch die Kapelle eine Probe ihres Könnens ablegen.

z. Leibesübungen: a) Turnen und Spielen: Im Sommer waren 7, im Winter 8 Turnabteilungen

gebildet. Sie turnten auf dem Turnhof oder in der Turnhalle. Für das Geräteturnen beſtand im allgemeinen wenig Neigung. Um ſeine Bedeutung zu heben, veranſtaltete die Schule am 2. April einen Gerätewettkampf der Klaſſen UIII UlI. Die Pflichtübungen waren rechtzeitig vorher be- kanntgegeben. Der Wettkampf erbrachte aber nur den Nachweis, daß es bei den allermeiſten Schülern an einer gleichmäßigen körperlichen Durchbildung noch ſehr fehlte. Den beſten Eindruck machte die Uri, dann folgten UIII, OlII, Ur und in weitem Abſtande Oll. Die Spiele der Klaſſen IVV Ol fanden am Mittwoch Nachmittag auf dem ſtädtiſchen Steinanger in 4 Abteilun- gen ſtatt; VI und V ſpielten am Dienstag Vormittag. Eifrig und mit Erfolg betrieben wurde die Leichtathletik. Die Reichsjugendwettkämpfe am Tage der Verfaſſungsfeier gaben Zeugnis von der Leiſtung jedes einzelnen. Den beſten Durchſchnitt erzielte die V. Von Ballſpielen erfreute ſich Fauſt- ball und Handball wachſender Beliebtheit, das Schlagballſpiel trat dagegen leider immer mehr zu- rück. Während der ungünſtigen Jahreszeit mußten die Spiele ausfallen; an ihre Stelle trat planmäßiger Turnunterricht, der für alle Klaſſen außer der Prima vor allem mit Kückſprache auf die auswär- tigen Schüler auf den Vormittag gelegt werden konnte. Vom Turnen befreit waren wäh- rend des ganzen Jahres 4, während eines kürzeren Zeitraumes 7 Schüler; von der Teilnahme an den Spielen waren im Sommer 25, im Winter 32 Schüler befreit, meiſt ſolche, die ſchon durch ihren täglichen Schulweg eine körperliche Leiſtung zu vollbringen hatten. b) Schwimmen: Am planmäßigen Schwimmunterricht nahmen wie in den Vorjahren die Klaſſen IV und UIII teil. Den Unterricht erteilte wieder in Gegenwart des Turnlehrers der Bademeiſter Rhode. Am 16. Auguſt ſchwammen ſich 39 Schüler in der offenen Weſer frei; die Zahl der Frei- ſchwimmer iſt damit auf 98 geſtiegen. Sie verteilen ſich folgendermaßen auf die Klaſſen:

. 01 V UI ou vn ou IV v V VvVI Lus. Schülerzahl: n I 2 l la a V 42 V 21 231 davon Freischwimmer 12 0 n 12 18s 10 18 3 1 98 3 d. h. vom kundert: V 8⁰ ar 6s V 2 32 V 43 14 3 35

4. Kurzſchrift und Schreibunterricht: a) Kurzſchrift: Aus der OIII nahmen 19 Schüler an einem

neuen Lehrgang teil. Sie erhielten wöchentlich 2 Stunden. Eingeübt wurde die Verkehrsſchrift. In den letzten Wochen wurde der größte Teil der Stunden zum Schnellſchreiben benutzt. Ihre Fertig- keit bewieſen die Schüler in einem vom Direktor angeregten Wettſchreiben, an dem ſich alle betei- ligten. Preiſe erhielten beim Schnellſchreiben: I. Erdniß, 2. Reincking, 3. Walter Diekmann, 4. Korte, 5. Schwedes, 6. Bock, 7. Harmening; beim Schön- und Richtigſchreiben: 1. Hildebrandt, 2. Wolfgang Dieckmann, 3. Droſte. Trusheim erhielt einen Troſtpreis. b) Schreibunterricht: Am freiwilligen Schreibunterricht nahmen im Sommerhalbjahr teil: aus VI 13, aus V 9, aus IV 8, aus UIII 6, aus OlII 3, aus UII 5 Schüler in zwei Abteilungen; im Winterhalbjahr: aus VI 9, aus V 8, aus IV 4, aus UIII 2, aus OlII 1, aus Ull 3 Schüler in 1 Abtei- lung. Die Erfahrungen waren im ganzen recht günſtig; einzelne Schüler konnten ſchon nach kurzer Zeit aus dem Unterricht wieder entlaſſen werden.