5
c) Aus dem Jahresplan.
Der Jahresplan iſt im ganzen nach denſelben Grundſätzen aufgeſtellt, wie der des Vorjahres.— Der Grundſatz der Auswahl iſt in einigen Fächern ſchärfer zum Ausdruck gebracht, ſo z. B. in Geſchichte auf der Oberſtufe. In Ul:.
I. Bürgertum und Bauerntum in den letzten Jahrhunderten des Mitttelalters.
2. Das katholiſche Weltreich der Habsburger und ſein Zerfall. Die von der Reformation genährten,
nach Selbſtändigkeit ringenden Kräfte. Das aufſtrebende Frankreich.
3. Der abſolute Staat. Seine„Staatsräſon“. Ludwig XIV. und die franzöſiſche Kultur. Der branden-
burgiſch-preußiſche Staat auf kolonialem Boden.
4. Die Umwandlung des Staates unter dem Einfluß der Gedanken der Aufklärung. Die franzöſiſche
Revolution.
1. Die Stein-Hardenbergiſchen Reformen im Zuſammenhang mit der franzöſiſchen Revolution und in ihrer Eigengeſetzlichkeit. 2. Der liberale Gedanke, geiſtesgeſchichtlich begründet, in ſeiner wirtſchaftlichen und politiſchen Aus-
wirkung. z. Die Einigung Deutſchlands, innen- und außenpolitiſch betrachtet. 4. Imperialismus und Sozialismus.— Der Heimatgedanke iſt außer in den unteren Klaſſen auch auf der
Oberſtufe bei der Stellung der Aufgaben für die Arbeitsgemeinſchaften berückſichtigt. Die deut- ſche Arbeitsgemeinſchaft behandelte den Anteil Niederſachſens an der modernen Literatur, die heimatkundliche die Vor- und Frühgeſchichte der Heimat, die biologiſche die heimiſchen Blüten- pflanzen.-Die Zuſammenarbeit der Fächer zur Herausarbeitung kulturgeſchichtlicher Knotenpunkte iſt beibehalten. Als Beiſpiel möge„Humanismus und Renaiſſance“ im Unterricht der UI dienen: Der Deutſchunterricht führt die in der vorigen Klaſſe begonnene Aufgabe weiter und zeichnet ein breiter angelegtes Bild von Renaiſſance und Humanismus; Ideen und Anſchauungen der Zeit werden an charakteriſtiſchen Geſtalten herausgearbeit et. Der Religionsunterricht ſtellt die Reformation in dieſen geiſtesgeſchichtlichen Zuſammenhang. Wertvolle Ergänzungen vermag der Kunſtunter- richt(Zeichnen) zu geben, der das neue Menſchentum in ſeiner Eigenwertigkeit und in ſeiner Be- fruchtung durch die Antike an geeigneten Werken veranſchaulicht. Dem Geſchichtsunterricht bleibt die Aufgabe, einmal die Verbindungslinien vom Mittelalter zur Renaiſſance und Humanis- mus zu ziehen und dann die Fruchtbarkeit dieſer Ideen für die folgenden Jahrhunderte darzutun.
Um einer einſeitigen entwicklungsgeſchichtlichen Betrachtungsweiſe entgegenzuwirken, ſind für die Arbeit einzelner Klaſſen Aufgaben geſtellt, die zu fruchtbarer Zuſammenarbeit geeignet ſind. Sie wollen entweder aus dem Gegenwartsbewußtſein heraus Umwelterfahrungen vielſeitig aus- deuten, ſo OlIl: Landwirtſchaft, UIl: Induſtrieoder— in den Oberklaſſen— von dem altſprachlichen Leſeſtoff aus einzelne bedeutſame Seiten antiken Kulturlebens zu beſonderer Betrachtung von den verſchiedenſten Geſichtspunkten aus herausheben und mit unſerem Gegenwartsbewußtſein in Ver- bindung bringen: ſo Oll: der antike Menſch und der Staat; Ul: der antike Menſch und die Götter.
d) Schriftwerke, die im deutſchen und fremdſprachlichen Unterricht geleſen wurden. OlI.
Deutſch: Herder: Ideen zur Philoſophie der Geſchichte der Menſchheit.(Auswahl).— Bei Behandlung des Fauſt— Don Juan-Problems: Goethe: Fauſt; Mozart: Don Juan; Chamiſſo: Fauſt; Grabbe: Don Juan und Fauſt; Lenau: Fauſt, Don Juan; Heine: Fauſt; Viſcher: Fauſt, 3. Teil; Bonſels: Don Juan.— Ferner Goethe: Iphigenie.— Bei der Betrachtung des neueren Dramas: Kleiſt: Kätchen von Heilbronn; Hebbel: Maria Magdalena, Judith; Hauptmann: Die Weber, Roſe Bernd; Ibſen: Baumeiſter Solness; Wildgans: Armut; Kaiſer: Die Koralle, Gas I. und II.— Aus der Novellendichtung: Proben von Kleiſt, Keller, C. F. Meyer, Ferdinand v. Saar, Joſef Ponten, Stefan Zweig.— Roman des XIX. Jahrhunderts. Ausgang: Goethe: Wilhelm Mei- ſter; Hoffmann: Elixiere des Teufels; Spielh agen: Problematiſche Naturen; Th. Mann: Budden- brooks.— Wiſſenſchaftliche Proſa: Gundolf: Shakeſpeare und der deutſche Geiſt; Goethe.


