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Aus Mangel an Gerät mußten gruppenweise Uebungen aus verschiedenen Ge-— bieten veranstaltet werden. Zweck der meisten gestellten Aufgaben war eine Einfüh— rung in die einfachsten Meßmetoden. Darüber hinaus wurden folgende Fragen be— handelt: Die Elektronenröhre und ihre Verwendung, Flugzeugmodellbau, Goethes Farbenlehre.
5. Mafhemafik.(Orlopp.) 1 Stunde im ganzen Jahr. Teilnehmer: Ol im Winter 6; UIl im Winter 1; Oll im Sommer 25, im Winter 9.¹)
Prima: Aus der allgemeinen Funktion 2. Grades wurden Eigenschaften der Kegelschnitte abgeleitet.— Obersekunda: Einführung in die Benutzung des Rechenstabes. — Cardanische und trigonometrische Lösung kubischer Gleichungen; numerische Me- thoden zur Lösung höherer Gleichungen.
6. Biologie.(Orlopp.) 1 Stunde im Winter. Teilnehmer: UII 5; Oll 1.
Ein Herbarium und eine alte wertvolle Sammlung von Pflanzenabbildungen,
die die Schule besaß, wurden nach dem natürlichen System neu geordnet.
1) Infolge der großen Teilnehmerzahl wurden 2 Abteilungen gebildet. Anmerkung: Die einstündigen Arbeitsgemeinschaften fanden vierzehntägig in 2 aufeinander- folgenden Stunden statt.
II. Berichf über die Lehrer. a) Die Veränderungen im Lehrkörper.
Mit Beginn des Schuljahres traten in den Lehrkörper ein: Studienrat Dr. Sellner vom Staatlichen Gymnasium in Fulda, Studienrat Dr. Sauer von der Oberrealschule in Fulda
und Studienassessor Schönwetter.
Eberhard Sauer, geb. 8. April 1890 in Frankfurt a./M., besuchte das Realgymnasium Muster- schule seiner Vaterstadt, an dem er Ostern 1908 die Reifeprüfung bestand. Er studierte an den Universitäten Heidelberg, München, Berlin und Straßburg vornehmlich Deufsch und Englisch und legte 1912 in Straßburg sein Staatsxamen ab. Den Vorbereitungsdienst leistete er von Ostern 1915 ab an der Klinger-Oberreal- schule und dem Realgymnasium Musterschule in Frankfurt a./ M. Am Wenkriege nahm er von Beginn an teil, 1915 geriet er in russische Gefangenschaft. Nach seiner Rückkehr Ende 1920 war er als Studien- assessor zuerst am Realgymnasium Musterschule, von Ostern 1922 ab an der Oberrealschule in Fulda fätig. Am 1. April 1928 wurde er zum Studienrat am Staatlichen Gymnasium in Rinteln ernannt. Neben seinen Dienstobliegenheiten beschäftigte er sich mit wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiete der ver- gleichenden Literaturgeschichte, er weilte wiederholt in England.
Veröffentlichungen: Die Sage vom Grafen von Gleichen in der deutschen Literatur, Straßburger Diss. 1911. Die französische Revolution von 1789 in zeitgenössischen deutschen Flugschriften, Weimar 1915. Die Brüder Schlegel, Auswahl aus ihren Werken, 2 Bde., Berlin 1920.— Wissenschaftliche Aufsätze in Fachzeitschriften. Schöngeistige Schriften über Erlebnisse in Sibirien. Mit dem 50. Juni schied Studienassessor Schönwetter wieder aus; an seine Stelle trat
nach den Sommerferien Studienrat Hornschu vom Staatlichen Realgymnasium in Geisenheim.
Wilhelm Hornschu wurde am 10. November 1882 in Kassel als Sohn des privatmannes
Heinrich Hornschu geboren. Von 1880 bis 1895 besuchte er die Bürgerschule l und sodann bis Ostern
1902 die Oberrealschule I seiner Vaterstadt. Er studierte Mathematik, Physik und Chemie auf den Univer-
sitäten Berlin und Marburg a.,L. Am 27. Juli 1907 bestand er sein Doktorexamen mit einer Arbeit„Ueber
die Spektrophofographie lichtschwacher oder kurzdauernder Leuchterscheinungen“, am 9. Juli 1910 sein
Staatsexamen. Von 1910 bis Herbst 1921 war er an verschiedenen Schulen seiner Vaterstadt als Lehrer
tälig. Am 1. Oktober 1921 wurde er als Studienrat an das Kaiserin Friederich-Gymnasium nach Bad
Homburg v. d. H. berufen. Am 1. Januar 1925 wurde er an das Reformrealgymnasium in Geisenheim- Rüdesheim, am 1. Juli 1928 an das Staatliche Gymnasium in Rinteln versett.


