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Zunächst trat der Elternbeirat einem Beschlusse des Lehrkörpers bei, daß als neue verbindliche Fremdsprache anstelle des Französischen in Zukunft das Englische von IVV ab gelehrt werden soll. Dann beschäftigte man sich mit Fragen der Schulhygiene. Es wurden Befürchtungen laut, daß auch im neuen Jahre an dem Zustand der gesundheitsschädlichen Heizung nichts geändert werden könnte; der Direktor konnte demgegenüber auf die Verhandlungen hinweisen, die mit dem Provinzial-Schulkollegium und der Bauverwaltung gepflogen wären: baldige Abhilfe sei zu erwarten. In der Frage der Anstellung eines Schularztes dagegen konnte, wie der Direktor berichtete, von irgend welchen Fortschritten nicht gesprochen werden. Der Elternrat nahm von dem Ergebnis der Verhandlungen, die der Direktor mit dem Kreisarzt, Herrn Medizinalrat Dr. Kranepuhl, gepflogen hatte, mit Befriedigung Kenntnis, bat aber den Direktor, auf eine Regelung durch den Staat hinzuwirken.— Auch in diesem jJahre leistete die Elternschaft einen monatlichen Beitrag, der für die mannigfachen Bedürfnisse der Schule Verwendung fand: so für die Beschaffung von Anschauungsmaterial, Büchern, Sammlungsgerät, ferner für den Musikunterricht. Anstelle der Instrumente, die die Schule von dem Lehrerseminar übernommen, jetzt aber hatte abliefern müssen, wurden neue beschafft, damit die Pflege der Instrumental- musik keine Einbuße erlitt. Der Reinertrag der„Musikalischen Abendunterhaltung“ wurde für den gleichen Zweck verwandt.
An besonderen Spenden gingen ein: Bücher von Herrn Geheimrat Dr. Heldmann, Herrn Dr. Hoppe, ferner von den Bösendahl'schen Erben; Herr Dr. Richter überwies als Vertreter seines Verlages der Anstalt eine Reihe von Schriften zur neusten Geschichte in vielen Exemplaren; die Firma Heye-Obernkirchen schenkte der Schule durch Vermittlung von Herrn Direktor Mövius alle Gläser, die für die Aufbewahrung der Chemikalien nötig waren. Der Oberprimaner Hey stiftete Becken und Triangel und bei seinem Abgang von der Schule einen prachtvollen Kaiserbaß. Die Primaner zusammen schenkten Korbsessel für das Lesezimmer. Ihnen allen sei auch an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt.
V. Verschiedenes.
a) Die Insfandseßung des Schulgebäudes machte auch in diesem Jahre dank der Fürsorge des Provinzial-Schulkollegiums und des Herrn Ministers Fortschritte. Wiederum wurde eine Anzahl Fenster erneuert; einzelne Klassen erhielten neue Fußböden und neuen Anstrich, die Treppenstufen wurden, soweit sie ausgetreten waren, ausgegossen. Die elektrische Lichtleitung wurde nunmehr in alle Klassen gelegt und so eine Beleuchtung geschaffen, die allen gesundheitlichen Erfordernissen Rechnung trägt. Eine selbsttätige elektrisch betriebene Signaluhr trat an die Stelle der handbedienten Glocke. Ein langgehegter Wunsch erfüllte sich dadurch, daß auch für die Erneuerung der Inneneinrichtung ein Betrag bewilligt wurde. So konnten in 2 Klassen die ganz veralteten Bänke durch neue ersetzt werden. Auf dem Hofe wurde ein Fahrradschuppen gebaut, um die Räder unserer vielen Fahrschüler aufzunehmen. — Als weitere Aufgaben bleiben: Erweiterung des Schulhauses und Ergänzung der Innenein- richtung, Einbau einer neuen Heizung. Die Erneuerung der Heizung duldet keinen Aufschub mehr; hier ist Gefahr im Verzuge.
b) Die Lehr- und Lernmiffel wurden vermehrt, soweit es die knappen Geldmittel des Haushaltplanes ermöglichten. In manchen Fällen half der freiwillige Beitrag der Elternschaft. Der Herr Minister vermehrte die Bücherei um eine Reihe wertvoller Schriften und bewilligte


