17 V. Verſchiedenes.
a) Dank der Försorge des Staates, die in der Bewilligung einer größeren Summe für Instand- setzungsarbeiten zum Ausdruck kam, konnte, einem dringenden Bedürfnis entsprechend, im Berichts- jahre ein erheblicher Teil des Gebäudes neu hergerichtet werden. Die ganze Westseite erhielt zu ebener Erde und im ersten Stock, die Ostseite im zweiten Stock neue Doppelfenster, die Wind und Wetter abhalten. 5 Klassen und andere Unterrichtsräume wurden neu gestrichen, nicht in dem üblichen Schulgrau, sondern in leuchtenden Farben. Das Amtszimmer des Direktors, das Vorzimmer, sowie das Lehrerzimmer wurden in einen würdigen Zustand gebracht. Einem von hier ausge- sprochenen Wunsche, den Zeichensaal mit elektrischer Beleuchtung zu versehen, entsprach des Prov.- Schulkollegium dankenswerterweise, indem es die erforderlichen Mittel bereitstellte. Endlich wurde die Aula nach langwierigen Verhandlungen unter Heranziehung auswärtiger Kräfte neu ausgemalt. Um die Durchführung aller dieser Arbeiten hat sich der Vorstand des hiesigen Hochbauamtes, Herr Bau- rat Tönsmann, unzweifelhafte Verdienste erworben.— Trotz dieser umfangreichen Ausbesserungs- arbeiten bleibt noch viel zu tun übrig. Der Einbau einer neuen Heizung ist dringend notwendig, da die alte ein Moment gesundheitlicher Schädigung darstellt. Das Fehlen elektrischer Beleuchtung in den Unterrichtsräumen hat sich in diesem trüben Winter sehr unangenehm bemerkbar gemacht. Die Fenster der Westseite müssen erneuert, Turnhalle und Flure neu gestrichen werden. Dann erst genügt das Gebäude den Anforderungen, die Hygiene und Pädagogik mit gleicher Berechtigung stellen müssen.
b) Die Lehr- und Lernmittelsammlungen der Anstalt bedürfen planmäßiger Ergänzung. Die Geldmittel, die der Staat dafür gewährt, reichen nur für die notwendigsten Bedürfnisse aus. Es be- steht Hoffnung, daß für Ergänzung des Turn- und Spielgeräts eine größere Summe ausgeworfen wird. Am dürftigsten ist die Kartensammlung und das übrige Anschauungsmaterial bestellt. Aber auch die Nuturwissenschaften, die in Arbeitsgemeinschaften und Schülerübungen ihre besonderen Aufgaben pflegen wollen, leiden unter den knappen Mitteln.
c) An Neuerungen im Berichtsjahre kann einmal die Einführung des Werkunterrichts, ferner die Einrichtung des Schülerzimmers genannt werden, das freilich erst im neuen Schuljahre bezogen werden wird.
VI. Chronik der Anstalt.
Das neue Schuljahr begann am 21. April morgens 8 Uhr mit gemeinsamer Andacht. Der. Direktor begrüsste die neu eintretenden Schüler und verlas und erläuterte die wichtigsten Schulgesetze.
Der 12. Mai, der Tag der Einführung des neuen Reichspräsidenten von Hindenburg,
wurde durch eine Schulfeier begangen, in der Studienrat Erdniss die Ansprache hielt.
Am 20. Juni wurde die Tausendjahrfeier der Rheinlande festlich begangen; Studienrat Schnock, selbst Rheinländer, wusste über die Bedeutung des Tages Besonderes zu sagen.
Die Ansprache bei der Wiederkehr des Verfassungstages hielt Studienrat Stück; er machte anschaulich, was das antike Verfassungsleben uns lehrt. 1
Vom 14.— 17. August machten die Primaner unter Führung des Direktors und ihrer Klassen- leiter eine Harzwanderung. Ausgangspunkt war Halberstadt, das erste Ziel Thale, wo die Lienhardt- spiele unverwischbare Eindrücke vermittelten. Von dort ging's auf verschiedenen Wegen nach Ilsenburg, dann nach Goslar, von wo die Rückreise angetreten wurde.
Am 10. August besuchten die Sekundaner unter Führung ihrer Deutschlehrer die Tecklen- burgspiele, die das Nibelungendrama in Bildern anschaulich machten.


