Jahrgang 
1926
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15 ihm der Entschluss zur Umstellung auf die Einheitskurzschrift geworden. Uebungsstunden fanden wöchentlich statt; ein Anfängerlehrgang konnte mit 7 Teilnehmern zu Ende geführt werden. Auf dem Bezirkstag in Bückeburg gewann der Verein den Wanderpreis; auf der Verbandstagung in Hannover, an der 3 Mitglieder teilnahmen, erzielte Behning die Bestleistung im Wettschreiben mit 360 Silben und im Wettlesen mit 640 Silben in der Minute.

Der Gymnasial-TurnvereinJahn, dessen Mitgliederzahl von 45 auf 60 Mitglieder stieg, übte in wöchentlich 12 Stunden. Mit besonderem Eifer widmete er sich der körperlichen Aus- bildung der Kleinen. Obgleich das Ziel seiner Arbeit nicht war, Gipfelleistungen zu erzielen, so er- rang er doch mannigfache Erfolge; so auf dem Bezirksturnfest in Münder und auf dem Sportfeste auf dem Klütberge und in Rinteln. Beim Sommerfest der Schule stellte der Verein einige Pyramiden, außerdem turnte die 1. Riege am Pferd. Den Höhepunkt des Vereinslebens bildete das Winterturn- fest im Ratskeller, das am 29. November stattfand und von der ernsten Arbeit des Vereins Zeugnis ablegte. Die Leitung des Vereins ging nach dem Weggang von Heidenreich Ol, dem der Ver- ein viel verdankt, an Freise UI über.

Neu begründet wurde eine Schulgruppe desVereins für das Deutschtum im Auslande, die anfangs Meyer Ol, dann Stoevesandt UI leitete. Die Mitgliederzahl schwankte zwischen 65 und 110. Für die Schulgruppe sprach Herr Lehrer Stünkel-Rinteln über China und Herr Admiral Heuser-Hameln über seine Auslandsreisen.

Aufgabenfrei war wieder der Dienstag-Nachmittag, der Tag, an dem die Spiele stattfanden.

Wanderungen wurden monatlich unternommen, und zwar mit wechselndem Ziel in die nähere und weitere Umgebung von Rinteln. Sie dienten auch anderen als nur sportlichen Zwecken. Verschiedene Klassen besuchten Hildeshneim und Hannover; die UIl und Oll wohnten einer Nibe- lungen-Aufführung der Tecklenburgspiele bei. Die UI und Ol unternahmen eine mehrtägige Wan- derung in den Harz; sie hatten Gelegenheit, auf der Freilichtbühne des Hexentanzplatzes einige Auf- führungen der Lienhardt-Festspiele zu sehen.

An Schulsport kann nur das Schwimmen genannt werden, das namentlich an den neißen Tagen eifrig betrieben wurde.

Die Schulspeisung mußte aus Mangel an Mitteln eingestellt werden; doch besteht Hoff- nung, sie im nächsten Winter in begrenztem Umfange wieder aufzunehmen.

Der Gesundheitszustand war im ganzen günstig; auch die Grippe-Epidemie gegen Ende des Schuljahres ging ohne größeren Schaden vorüber. Durch Vermittlung der Stadt Rinteln konnte eine Anzahl erholungsbedürftiger Kinder in das Nordseebad Ording geschickt werden: vom 27. Juni bis 30. Juli: 8, vom 13. Oktober bis 16. November: 1 Schüler. Auch für das kommende Jahr ist ein Kuraufenthalt in Ording geplant. Die Anstellung eines Schularztes konnte auch im Berichtsjahre nicht erreicht werden. Aus der Elternschaft erging die Anregung, die Kosten für eine schulärztliche Betreuung bis zu einer staatlichen Regelung selbst zu übernehmen. Die Entscheidung steht noch aus. Bei einer Prüfung der hygienischen Verhältnisse der Anstalt hat Herr Medizinalrat Dr. Krane puhl auch eine Anzahl unserer Schüler auf ihren Gesundheitszustand bin untersucht; er konnte einigen Eltern über Erkrankungserscheinungen ihrer Kinder wichtige Aufschlüsse geben. Er hat auch als Arzt zu den abgehenden Schülern über die sittlichen Gefahren gesprochen, die ihnen im Leben drohen.

Das mit der Anstalt verbundene Alumnat, das unter der Verwaltung des Kreisausschusses steht, beherbergte im Sommer 12, im Winter 12 14 Schüler; davon waren 5 bezw. 7 im Kreise beheimatet. Ihre Beaufsichtigung war Studienassessor Eggers übertragen. Die Arbeitsstunden waren so gelegt, daß die Zöglinge stets auch die rechte Gelegenheit zu körperlicher Betätigung fanden. Abgesehen von einigen im Rahmen der winterlichen Grippe-Epidemie auftretenden Erkrankungen war der Gesundheitszustand der Zöglinge befriedigend.