11 dieser geistigen Bewegung bot Gelegenheit zur Besprechung letzter Fragen und ersetzte die philo- sophische Arbeitsgemeinschaft. Hoernecke.
2. Geschichte und Volkswirtschaft(einstündig)
An Hand der geschichtlichen Entwicklung und praktischer Beobachtung wurden die Grund- lagen der Volkswirtschaft erläutert. Den Ausgangspunkt bildeten die wirtschaftlichen Fragen der Gegenwart, die zunächst als Einzelerscheinungen gedeutet, dann in ihren Zusammenhängen gewürdigt wurden; das Systematische trat fast ganz zurück.— Die starke Beteiligung an dieser Arbeitsge- meinschaft bewies, ein wie reges Interesse die Jugend gerade diesen Fragen entgegenbringt.
Hoernecke.
3. Altertumskunde. I. Prima:(Im Winter 1stündig.)
Neun Schüler nahmen daran teil. Gelesen wurden Aristophanes' Wolken. Die Lektüre dieser Komödie hatte einen doppelten Zweck: 1. sollten die Schüler sich mit dem Geist und Wesen der altattischen Komödie vertraut machen, 2. sollten sie nach der Lektüre von Platons Apologie einen Dichter kennen lernen, der eine ganz andere Stellung zur Persönlichkeit des Sokrates einnahm, als Plato und Xenophon. Durch Schülervorträge wurden die drei Sokratesbilder herausgearbeitet und mit einander verglichen.
I. Obersekunda:(Istündig.)
Der Kursus, an dem alle Schüler teilnahmen, diente den Richtlinien entsprechend der Ver- tiefung und Ergänzung des Klassenunterrichts. Unter Zugrundelegung des Ubungsbuches zu Som- mers„Lateinischer Schulgrammatik“(III. Teil, Oberstufe) wurden grammatische Gebiete wiederholt und befestigt. Die Besprechung griechischer Vasenbilder(nach der Auswahl in der Bruchmannschen Sammlung) gab Gelegenheit zur Erörterung griechischer Kunstprobleme und zugleich zur Wieder- holung der griechischen Mythologie. Die Lektüre lateinischer Hymnen und Vagantenlieder dienten der Ergänzung des Klassenunterrichts sowohl im Lateinischen als in der Religion.. Stück.
4. Physikalisch-chemische Schülerübungen. Durch einzelne Schülergruppen wurden abwechselnd folgende physikalischen Gebiete be- handelt:
Mechanik: genaue Bestimmung des absoluten Gewichtes von Gegenständen, Feststellung des spe- zifischen Gewichts von festen und flüssigen Körpern, die Hebel-, Rollen-, Fall- und Pendelgesetze.
Wärme: Ermittelung des linearen Ausdehnungskoéffizienten und der spezifischen Wärme einzelner Metalle, Verdampfungs- und Erstarrungswärme, Mischungstemperaturen.
Elektrizität: Das Ohmsche Gesetz, die Induktionserscheinungen, Röntgenstrahlen: Beobachtung und praktische Aufpahmen, Anlegen einer verzweigten Lichtleitung.
Optik: Die Strahlengänge bei der Reflexion und Brechung, praktische Vorführungen mit Projektions- apparat und Epidiaskop, mikroskopische Beobachtungen.
Durch elektrolytische Versuche erarbeiteten sich diese Gruppen die Gesetze der Jonentheorie
und die Kenntnisse der einzelnen chemischen Verbindungen. 15 Schüler der Klassen Ul und Ol
nahmen im Sommer-, 17 im Winterhalbjahr an diesen Ubungen teil.


