i) Schulgeldsatz, Freistellen usw.
Der Schulgeldsatz betrug im April 1924: 6 R.- M., von Mai 1924— März 1925: 10 R.-M. monatlich. An Freistellen wurden vergeben: im Sommer 17 ganze, 10 halbe, im Winter 17 ganze, 8S halbe. Eine Erziehungsbeihilfe wurde in 3 Fällen gewährt.
Die Hilfsbücherei wurde im Laufe des Jahres erheblich erweitert: einmal durch Bücher- spenden der Abiturienten, ferner durch Beschaffung neuer Bücher; dazu dienten Geldmittel, die aus Theateraufführungen einer Klasse gewonnen wurden, vor allem aber die 7.5 v. H. des aufkommenden Schulgeldes. Die Bücher, die angeschafft wurden, waren einmal Lehrbücher, insbesondere solche, die im Laufe des Schuljahrs neu eingeführt wurden; ferner Hilfsbücher zur weiteren Ausgestaltung und Vertiefung des Unterrichts und zur Verbindung der Unterrichtsfächer. Diese meist in 10 Stücken angeschafften Hilfsbücher ermöglichen einen allmählichen Uebergang zum Arbeitsunterricht, besonders in den wahlfreien Arbeitsgemeinschaften..
Förderkurse fanden im Berichtsjahre an der Anstalt nicht mehr statt.
k) Berufsberafung.
Besondere Einrichtungen zur Pflege der Berufsberatung wie Sammelmappen u. a. bestanden an der Anstalt bisher nicht. Die starken Schwankungen in der Nachfrage der einzelnen Berufsarten machen eine solche schwierig, aber auf der anderen Seite auch notwendig. Die Vorarbeiten dazu wuraen in Angriff genommen. Um ein genügend sicheres Urteil über die einzelnen Schüler zu ge- winnen, wurden, zunächst für die 3 unteren Klassen, Beobachtungsbogen angelegt, die, für jeden Schüler fortlaufend geführt, ein einigermaßen zuverlässiges Bild über seine Eigenart, über Richtung seiner Begabung und seine Neigungen geben sollen. Allerdings müßte zur Ergänzung auch die Be- obachtung der körperlichen Entwicklung durch einen beamteten Schularzt hinzukommen, sein Gutachten würde für die Berufswahl sehr wichtig sein.
5. Der Elternbeirat und seine Betätigung.
Einem Wunsche des Elternbeirats gemäß wurde in einer allgemeinen Elternversammlung die Neuordnung des höheren Schulwesens behandelt. Der Direktor gab einen ausführlichen Bericht, in dem er die Grundgedanken, die zur Neuordnung führten, dann weiter die Aenderungen selbst und insbesondere die Einwirkungen auf unser Gymnasium darlegte. Besonders wichtig erschien die Frage des Ersatzunterrichtes, da eine Teilnahme daran einen Verzicht auf eine abschließende Schulbildung bedeutet. Eine Lösung könnte in realgymnasialen Nebenkursen gefunden werden, doch würde eine solche Weiterentwicklung der Anstalt wesentlich von dem natürlichen Zustrom an Schülern abhängig sein; dazu würde eine weitere Erschließung der Umgegend durch Verkehrsmittel, wie sie jetzt in Angriff genommen ist, wesentlich beitragen können.
Um die Schäden, die durch die wirtschaftlichen Verhältnisse der letzten Jahre für unsere An-
stalt geradezu verhängnisvoll geworden sind, insbes. die klaffenden Lücken in den Sammlungen all- mählich zu beseitigen, beschloß die Elternversammlung, bis auf weiteres einen kleinen monatlichen Zuschuß zu leisten, über dessen Verwendung der Direktor entscheidet.


