Gespendet wurde der Anstalt eine Anzahl Bücher von Herrn Dr. Hoppe Rinteln; Herr Ge- heimrat Reichert, alter Schüler der Anstalt, schenkte 1 Stück seiner Schrift.„Das Weserbergland und der Teutoburgerwald“, 2. Aufl. Der Vater eines Abiturienten stiftete der Anstalt einen größeren Geldbetrag.(Die schöne Sitte, daß die Abiturienten insgesamt der Schule bei ihrem Abgang eine Stiftung machen, besteht leider am Gymnasium noch nicht.) Der Reinertrag eines Konzertes, an dem der Gymnasialchor mitwirkte, und zweier wissenschaftlicher Vorträge, die der Direktor hielt, wurde der Anstalt überwiesen. Der Ertrag eines Vortrages, den Stud.-Ass. Hellmuth hielt, floß der Kasse der Naturwissenschaftlichen Sammlung zu. Wie in früheren Jahren, so erwies sich auch im Berichts- jahre unser ehemaliger Schüler, Herr Drogeriebesitzer Nehlmeyer, als tatbereiter Gönner der Anstalt. Daß auch der Verein ehemaliger Schüler seinen Opferwillen bekundete, zeugt von den engen, freund- schaftlichen Beziehungen zwischen Schule und ehemaligen Schülern.
Eine amerikanische Stiftung, die Emergency Society, überwies der Anstalt 2 Zeitschriften, zu- nächst für die Dauer eines Jahres: Die„Zeitschrift für Deutschkunde“ und die„Neuen Jahrbücher des klassischen Altertums“.
6. Verschiedenes.
a) Die Gebäude der Anstalt, 1876 für eine viel kleinere Schülerzahl errichtet, reichen für die gegenwärtige Schülerzahl nicht aus. Sowohl das Hauptgebäude wie auch die Turnhalle müßten er-
weitert werden, wenn der Schülerzustrom auch in der Folge noch weiter wachsen sollte. Die Ent-
wicklung läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen. Der Zustand der Gebäude im Innern macht ein energisches Eingreifen der Baubehörden zur Notwendigkeit. Sowohl vom bautechnischen wie vom hygienischen Standpunkt aus— die ästhetischen Bedenken ganz zurückgestellt— muß eine gründliche Neuherrichtung aller Räume stattfinden. Die alte Luftheizung muß durch eine neuzeitliche Heizungsanlage ersetzt werden, die großen unhandlichen, undichten Fenster müssen im ganzen Ge- bäude erneuert werden, um gesundheitliche Schädigungen von unserer Jugend fernzuhalten. Hoch- bauamt und Kreisarzt haben die Notwendigkeit umfangreicher Wiederherstellungsarbeiten anerkannt, sodaß die Hoffnung besteht, daß Mittel bereitgestellt werden.
Der Turnplatz liegt in unmittelbarer Nähe der Anstalt. Die aufgestellten Geräte bedürfen einer gründlichen Erneuerung. Die Anlage einer verdeckten Halle würde bei den klimatischen Verhältnissen Rintelns einen großen Gewinn bedeuten.
b) Die Lehr- und Lernmittelsammlungen der Anstalt sind vor allem infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse vielfach hinter den Anforderungen neuzeitlichen Unterrichts zurückgeblieben. Ein plan- mäßiger, den Zielen des Arbeitsunterrichts entsprechender Aufbau ließ sich im Berichtsjahr nur in der Hilfsbücherei bewerkstelligen. Die übrigen Sammlungen werden erst im Verlaufe von Jahren wieder auf die Höhe zu bringen sein. Wir erhoffen dabei eine Mitwirkung der Elternschaft, wie sie schon im Berichtsjahre in Erscheinung getreten ist. Das gilt ganz besonders von der Schülerbücherei; die ihres hohen Wertes wegen, den sie für unsere Jugend hat, verständnisvoller Pflege bedarf. Ihr Zu- stand jetzt ist trostlos, die staatlichen Mittel reichen zum Wiederaufbau nicht entfernt aus.
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