reichende andererer Räume, wie einzelner Klassenzimmer,(des Lehrerzimmers, des Zimmers für physikal. Instrumente u. dgl.) hatte sich schon seit einer Reihe von Jahren sehr fühlbar gemacht und Abhülfe dringend gefordert. Diese hat man in der Verwendung der Dienstwoh- nungen des Direktors und des Schuldieners zu Schulzwecken am besten zu finden geglaubt. Nachdem die seit zwei Jahren geführten Verhandlungen zum Abschluss gelangt waren, wurde im Monat Juli mit dem Anbau einer Schuldienerwohnung an das Hauptgebäude und im Sep- tember mit dem Neubau einer Direktorwohnung begonnen. Es ist somit Hoffnung vor- handen, dass nach diesen Neubauten und nach den notwendigen Umbauten der jetzigen Dienstwohnungen im Winterhalbjahre 1908/0 für die Klassen, Lehrer und Lehrmittel die notwendigsten Räumlichkeiten im Schulgebäude selbst zur Verfügung stehen.
Am 14. Mai trug die früherere Hofschauspielerin Frau Julia Behre aus Hannover auf der Aula vor versammelten Schülern eine Anzahl deutscher Dich- tungen frei aus dem Gedächtnisse vor. Sie hat durch ihren musterhaften Vortrag den Vortrag der Schüler in günstigster Weise beeinflusst.
Am 13. und 28. Mai musste der Nachmittagsunterricht wegen zu grosser Hitze
ausfallen. Am 6. Juni unternahmen die einzelnen Klassen unter Führung ihrer Ordinarien
die üblichen Ausflüge nach dem Hermannsdenkmale, dem Steinhuder Meere, den Bücke- bergen, der Porta, nach Bad Oeynhausen, nach Hameln und dem Taubenberge.
Die Pfingstferien dauerten vom 17. bis zum 23. Mai, die Sommerferien vom 6. Juli bis zum 6. August, die Herbstferien vom 20. September bis zum 14. Oktober, die Weihnachtsferien vom 21. Dezember bis zum 6. Januar.
Den Oberlehrern August Brandes und Paul Najork wurde durch Patent vom 5. Juli 1907 der Professortitel und durch Allerhöchsten Erlass vom 15. Juli 1907 der Rang der Räte IV. Klasse verliehen.
Am 3. September 1907 machte die Schule zur Feier des Sedantages unter Benutzung eines Sonderzuges der Eisenbahn einen gemeinsamen Ausflug nach dem Bade Eilsen, und feierte dort wieder, wie in früheren Jahren, unter ausserordentlich grosser Beteiligung der Eltern und Angehörigen der Schüler ihr Schulfest. Nach einer An- sprache, in der der Professor Manns auf die Bedeutung des Tages hinwies, folgte ein von lebhaftem Beifall begleitetes Schauturnen des Schülerturnvereins. Leider wurde der weitere Verlauf des Festes dann durch eintretenden Regen sehr gestört. Die Schüler der mittleren Klassen wurden dadurch am Besuche der schön gelegenen Punkte des Bade- ortes und die Schüler der unteren Klassen am gemeinsamen Spiele gehindert. Dagegen konnten die Schüler der oberen Klassen sich am Tanze vergnügen. Bei der Rückkehr in Rinteln zogen die Schüler, unter Vorantritt einer Musikkapelle, aber nicht, wie sonst, mit brennenden bunten Papierlaternen, in die Stadt zum Kollegienplatze. Hier sangen sie je- doch, wie sonst,„Die Wacht am Rhein“, und nach einer Ansprache des Primus omnium „Nun danket alle Gott!“, womit die Feier ihren Abschluss fand.


