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18. Januar 1901 als den Tag des 200 jährigen Jubiläums des Königreichs Preußen eine entſprechende Schulfeier an. Dagegen ſoll von einer beſonderen Feier des Allerhöchſten Geburtstags, da der 27. Januar auf einen Sonntag fällt, abgeſehen und Tags vorher auf die Bedeutung des Tages hingewieſen werden.
Desgl. vom 20. Dezember 1900 ordnet auf Grund Allerhöchſten Befehls vom 26. November 1900 an, daß für den Nachweis der Reife zur Verſetzung nach Ober⸗Sekunda an den neunſtuſigen Anſtalten die Abſchlußprüfung künftig in Wegfall kommen und bei der Ver⸗ ſetzung nach Ober⸗Sekunda lediglich nach den für die Verſetzungen geltenden Grundſätzen verfahren werden ſoll.
Desgl. vom 10. Januar 1901. Bei Briefſendungen an Behörden in Berlin iſt das Poſtamt, von dem die betr. Behörde die Briefe abholen läßt, genau zu bezeichnen,(ſo an das Königl. Miniſterium der geiſtlichen ꝛc. Angelegenheiten in Berlin W. 64), bei Briefen an Private iſt Straße, Hausnummer, Gebäudeteil und Stockwerk genau anzugeben.
Desgl. vom 19. Januar 1901 fordert die Einführung des 100teiligen Thermo⸗ meters bis zum 30. September 1901.
III. Ehulgeſhichte.
Montag den 23. April 1900 fand die Prüfung der neu eintretenden Schüler ſtatt. Am folgenden Tage eröffnete der Direktor in üblicher Weiſe das Schuljahr, indem er nach der Morgenandacht die Schulordnung verlas und erläuterte und die 40 neu eintretenden Schüler durch Handſchlag auf ihre Befolgung verpflichtete. Hierbei begrüßte der Direktor den in den Lehrkörper neu eintretenden Oberlehrer Heckmann, ¹) der an die Stelle des nach Fulda verſetzten wiſſen⸗ ſchaftlichen Hülfslehrers K. Gutheil von dem Fürſtlichen Gymnaſium zu Korbach an die hieſige Anſtalt berufen worden war.
Am 5. Mai wurde beim Unterricht auf die Bedeutung der am 6. Mai ſtattfindenden Feier der Großjährigkeit Sr. K. u. K. Hoheit des Kronprinzen hingewieſen.
Am 9. Mai übernahm der Stadtſchullehrer Chriſtian Pfetzing*) den Geſangunter⸗
¹) Friedrich Heckmann, geb. am 31. Aug. 1861 zu Eſchwege, evangeliſch, beſuchte von Oſtern 1869 bis 1871 das Progymnaſium ſeiner Vaterſtadt und von da ab das Königl. Gymnaſium zu Hersfeld, wo er Oſtern 1880 die Reifeprüfug beſtand. Auf den Univerſitäten zu Marburg und Leipzig ſtudierte er Geſchichte, Erdkunde und klaſſiſche Philologie und genügte vom 1. Oktober 1885 bis eben dahin 1886 in Straßburg ſeiner Militärpflicht(am 20. Aug. 1888 zum Leutnant, am 16. Oktober 1895 zum Oberleutnant ernannt). Am 21. Januar 1887 beſtand er die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen zu Marburg. Darauf leiſtete er zu Hadamar ſein Probejahr ab und war dann bis Oſtern 1899 an einer Privatſchule in Kaſſel thätig. Von Oſtern 1899 bis 1900 verſah er eine Lehrer⸗ ſtelle am Fürſtl. Gymnaſium zu Korbach.
²) Chriſtian Pfetzing, geboren am 1. Februar 1863 zu Waldkappel bei Eſchwege, evangeliſch⸗reformiert, beſuchte die Präparandenſchule und das Seminar zu Homberg von 1879 bis 1883 und beſtand am 22. September 1883 die erſte, am 20. November 1886 die zweite Prüfung für das Lehramt. Vom 1. November 1883 bis Oſtern 1900 Lehrer in Großenwieden wurde er Oſtern 1900 an der hieſigen Bürgerſchule angeſtellt.
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