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Zur Aufnahme in die Serxta des Gymnaſiums iſt in der Regel das vollendete neunte Lebensjahr erforderlich.
An Vorkenntniſſen wird verlangt:
a) Fertigkeit in deutlichem, ſinngemäßem Leſen und Schreiben deutſcher und lateiniſcher
Schrift; b) die Fähigkeit, ein Diktat ohne allzu grobe Fehler niederzuſchreiben und eine kurze Erzählung mündlich wiederzugeben;
c) praktiſche Geläufigkeit in den 4 Spezies mit unbenannten ganzen Zahlen;
d) Kenntnis der wichtigſten bibliſchen Geſchichten.
Vorkenntniſſe im Lateiniſchen ſind nicht erforderlich, ja nicht einmal er⸗ wünſcht. Die Herrn Geiſtlichen, Rektoren und Lehrer auf dem Lande, welche ſich mit der Vor⸗ bereitung von Knaben für unſer Gymnaſium beſchäftigen, erſuche ich im Intereſſe ihrer Zöglinge wie unſerer Schule, ſich bei ihrem Unterricht nur der in der Anſtalt eingeführten Lehr⸗ bücher bedienen und ſich in ihrer Methode möglichſt an den Gang des Gymnaſillunterrichts anſchließen zu wollen. Exemplare dieſes Jahresberichts ſtehen auf Verlangen gern zu Dienſten.
An die Eltern und verantwortlichen Penſionshalter unſerer Schüler richte ich die ganz beſondere Bitte, in allen zweifelhaften Fällen, wo ſie eines Rates, einer Belehrung oder Aufklärung ſeitens der Schule bedürfen, ſich ohne weiteres an mich wenden zu wollen.
In Betreff des Konfirmandenunterrichts ſpreche ich die dringende Bitte aus, die Schüler möglichſt während des Beſuchs der Quarta oder Tertia konfir⸗ mieren zu laſſen. Nur dann iſt es der Schule möglich, in ihrem Stundenplan auf die Kon⸗ firmandenſtunden die von ihr ſelbſt gewünſchte Rückſicht zu nehmen.
In Folge einzelner Anfragen wird auch hier darauf hingewieſen, daß die Schüler beim Turnunterricht beſondere Turnſchuhe zu tragen haben.
Das Schulgeld beträgt entſprechend den für die preußiſchen Gymnaſien allgemein geltenden Beſtimmungen in allen Klaſſen 120 Mark.
Für die Abſchrift eines Reifezeugniſſes und Abgangszeugniſſes ſind je 3 Mark, für die Abſchrift eines Zeugniſſes über die Abſchlußprüfung oder eines ſog. Militärzeugniſſes ſind je 50 Pfennige zur Gymnaſialkaſſe zu zahlen.
Rinteln im März 1901.
Der Königliche Gymnaſial⸗Direktor: Dr. Heldmann.


