Jahrgang 
1898
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III. Schulgeſchichte.

Montag den 26. April 1897 fand die Prüfung der neu eintretenden Schüler ſtatt. Am folgenden Tage eröffnete der Direktor in üblicher Weiſe das Schuljahr, indem er nach der Morgenandacht die Schulordnung verlas und erläuterte und die 24 neueintretenden Schüler durch Handſchlag auf ihre Befolgung verpflichtete. Auch für das neue Schuljahr wurde durch Verfügung des Kgl. Provinzial⸗Schulkollegiums zur völligen Trennung der Unterr⸗ und Obertertia(ge⸗ nehmigt durch Miniſterial⸗Erlaß vom 28. April 1897 U. II, 854) wieder der Hülfslehrer K. Gutheil mit der Verſehung einer Oberlehrerſtelle beauftragt, und ebenſo der Elementarlehrer Frie⸗ drich Schneider*) von hier mit 6 Stunden Hülfsunterricht.

Am 7. Mai 1897 wohnten 94 Schüler in dem Rathausſaale der Vorführung eines Kinematographen bei; am 14. Mai hörten 75 Schüler den Vortrag des Recitators O. Kremers⸗ hoff: Inge, eine Seegeſchichte von R. Fuchs.

Am 21. Mai unternahmen durch ſchönes Wetter begünſtigt die einzelnen Klaſſen unter Führung ihrer Herrn Ordinarien die üblichen Ausflüge nach Hameln(über Paſchenburg, Hohen⸗ ſtein und Süntelturm), dem Hermannsdenkmal, ins Exterthal, über den Taubenberg nach Oldendorf und Hohenſtein, nach der Paſchenburg und nach Porta.

Die Pfingſtferien dauerten vom 6 bis 9. Juni, die Sommerferien vom 4. Juli bis 2. Auguſt. Während der Sommerferien nahmen die Herrn Profeſſor Manns und Oberlehrer Dr. Pulch in Paris an einem von der Alliance française veranſtalteten Ferienkurs teil.

Wegen großer Hitze mußte der Nachmittagsunterricht am 3., 4. und 24. Juni und am 5. und 6. Auguſt ausfallen.

Bei der Gedenkfeier des Todestages des Kaiſers Friedrich III. überreichte der Direktor im Auftrage des Kgl. Provinzial⸗Schulkollegiums als Allerhöchſtes Geſchenk Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs unter Hinweis auf die Allerhöchſte Bewilligung an fünf Schüler(Rudolf Klee und Paul Albrecht 1,2, Eduard Schwendt III,1, Otto Neitzke III, 2 und Friedrich Hof⸗ meiſter V) je ein Exemplar der Onckenſchen FeſtſchriftUnſer Heldenkaiſer.

Am 21. Auguſt veranſtaltete die Schülerkapelle im Saale des Ratskellers eine recht gut beſuchte muſikaliſche Abendunterhaltung und erntete durch ihre beifällig aufgenommenen Vorträge den verdienten Lohn ihrer eifrigen Übungen.

Zum Beginn der Feier des Sedantages veranſtaltete die Schülerkapelle am 1. Sept. abends einen Zapfenſtreich und am 2. Sept. morgens einen Weckruf durch die Straßen der Stadt. Bei der öffentlichen, von den Eltern und Angehörigen der Schüler ſehr gut beſuchten Schulfeier, welche aus Schriftlektion, Geſang und Deklamationen der Schüler beſtand, erörtete der Unter⸗

*) Friedrich Schneider, geboren am 12. Dezember 1873 zu Kaſſel, evangeliſch⸗reformierten Bekenntniſſes, beſuchte die Realſchule ſeiner Vaterſtadt bis Oſtern 1890. Mit dem Reifezeugnis von derſelben entlaſſen, beſuchte er das Seminar zu Schlüchtern bis Michaelis 1893. Die erſte Prüfung für das Lehramt beſtand er am 8. September 1893, die zweite am 26. Juni 1896. Er war von 1893 bis Mai 1895 Volksſchullehrer in Großalmerode und iſt ſeitdem an der hieſigen Bürgerſchule angeſtellt.