Jahrgang 
1896
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Verfügung Kgl. Provinzial⸗Schulkollegiums vom 4. Januar 1896, S. 8599, empfiehlt die Photographie von A. Werners BildDie Kaiſerproklamation zu Verſailles.

Allerhöchſte Ordre Sr. Maj. des Kaiſers u. Königs vym 13. Januar befiehlt für den 18. Januar im Falle einer allgemeinen Illumination der Stadt aus Anlaß der Ge⸗ denkfeier der Neubegründung des deutſchen Reichs die Beleuchtung der fiskaliſchen Gebäude auf Rechnung des Staats.

Verfügung Kgl. Provinzial⸗Schulkollegiums vom 15. Januar betr. den natur⸗ wiſſenſchaftlichen Fortbildungskurſus für Lehrer höherer Schulen vom 9. bis 22. April in Göttingen.

III. Schulgeſchichte.

Montag den 22. April 1895 fand die Prüfung der neu eintretenden Schüler ſtatt. Am folgenden Tage eröffnete der Direktor Dr. Heldmann in üblicher Weiſe das Schuljahr, in⸗ dem er nach der Morgenandacht die Schulordnung verlas und erläuterte und die 21 neueintretenden Schüler durch Handſchlag auf die Befolgung derſelben verpflichtete.

Vom 24. Mai bis zum 1. Juni war der Lehrer Klonk zur Teilnahme an einem Fort⸗ bildungskurſus für Turnlehrer in Frankfurt a./M. beurlaubt.

Die Pfingſtferien dauerten vom 2. bis 5. Juni.

Am 19. Juni trug der Recitator O. Kremershoff in der Aula Scherenbergs vater⸗ ländiſche DichtungLeuthen ſowie einige Balladen von Uhland, Geibel und Carmen Sylva vor.

Die Sommerferien dauerten vom 8. Juli bis 5. Auguſt. Beim Wiederbeginn des Unterrichts wurde dem Profeſſor Herrn Dr. Hartmann wegen hochgradiger Nervoſität auf ſein Geſuch vom Königlichen Provinzial⸗Schulkollegium bis zum Schluß des Sommerhalbjahrs eine Entlaſtung in ſeiner Berufsthätigkeit in der Weiſe zu teil, daß er in 14 Unterrichtsſtunden durch den Kandidaten des höheren Schulamts G. Nägler*) vertreten wurde. Ebenſo wurde der Oberlehrer Dr. Wolſcht wegen hochgradiger Nervoſität auf 8 Wochen beurlaubt und während dieſer Zeit von dem Kandidaten K. Gutheil vertreten.

Guſtav Nägler wurde geboren am 16. Oktober 1866 zu Geiſenheim im Rheingau. Nach Abſolvie⸗ rung des Realprogymnaſiums ſeiner Vaterſtadt beſuchte er von Oſtern 1883 bis Oſtern 1886 das Realgymnaſium zu Wiesbaden und widmete ſich von Michaelis 1886 ab auf den Univerſitäten Marburg und Berlin dem Studium der Mathematik und Naturwiſſenſchaften. Am 23. Februar 1894 beſtand er vor der Kgl. wiſſenſchaftlichen Prüfungs⸗ Kommiſſion zu Marburg das examen pro facultate docendi. Zur Ableiſtung des Seminarjahres wurde er Oſtern 1894 der Klingerſchule in Frankfurt am Main überwieſen. Seit Oſtern 1895 gehörte er der Adlerflycht⸗ ſchule in Frankfurt am Main als Probekandidat an und wurde vom 14. Auguſt ab zur Fortſetzung ſeines päda⸗ gogiſchen Probejahres dem Kgl. Gymnaſium zu Rinteln überwieſen und zugleich mit der teilweiſen Vertretung eines erkrankten Oberlehrers dieſer Anſtalt beauftragt.