Jahrgang 
1894
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Dienſtag den 31. Oktober fiel wegen der Urwahlen zum Landtag der Unterricht und da⸗ mit auch die herkömmliche Gedenkfeier des Reformations⸗ und des Stiftungstages der Anſtalt aus.

Die gemeinſame Abendmahlsfeier von Lehrern und Schülern der Anſtalt fand Sonn⸗ tag den 12. November in der reformierten Kirche ſtatt.

Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember 1893 bis zum 8. Januar 1894.

Am 15. Januar ſtarb der Gymnaſialpedell Röllke. Eine franzöſiſche Kugel, die ihn in der Schlacht bei Gravelotte ſchwer am Kopfe verwundet hatte und im Kopfe ſtecken geblieben war, führte jetzt noch ſeinen Tod herbei. Lehrer und Schüler gaben dem wackeren Mann, der über 20 Jahre lang der Anſtalt pflichttreu gedient hat, am 18. Jauuar das letzte Geleite.

Die ſchriftliche Reifeprüfung fand vom 18. bis zum 23. Januar ſtatt.

Der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs wurde am 27. Januar durch einen Schulaktus gefeiert, bei welchem Oberlehrer Dr. Haeſecke die Feſtrede hielt.

Am 8. März fand unter dem Vorſitz des Direktors die mündliche Reifeprüfung ſtatt; 11 Oberprimanern wurde das Zeugnis der Reife zuerkannt.

Die Anſprachen bei den Kaiſergedenkfeiern im abgelaufenen Schuljahr hielt Oberlehrer Schwarz.

die philoſophiſche Doktorwürde erlangt hatte, beſtand er in Marburg das Staatsexamen und wurde darauf behufs Ablegung des Probejahrs dem ſtädtiſchen Gymnaſium zu Frankfurt a. M. überwieſen. Von Oſtern 1883 bis Herbſt 1887 war er als Hülfslehrer an den Gymnaſien zu Frankfurt, Marburg, Caſſel, Dillenburg und Hersfeld thätig. Seit Herbſt 1887 war er als ordentlicher Lehrer am Kgl. Realprogymnaſium zu Biedenkopf angeſtellt. Von dort aus erfolgte ſeine Verſetzung an das Kgl. Gymnaſium zu Rinteln am 1. Oktober 1893.

²) Ludwig Zobel, geboren am 20. September 1860 zu Sachſenberg(Waldeck), beſuchte das Gymnaſium zu Corbach und ſtudierte in Marburg und Berlin klaſſiſche Philologie und Geſchichte. Am 24. Juli 1885 beſtand er die Staatsprüfung und leiſtete das Probejahr vom 1. Oktober 1885 an am Gymnaſium zu Corbach ab. Vom 1. Juni 1888 an war er am Realgymnaſium zu Wiesbaden als wiſſenſchaftlicher Hülfslehrer thätig, bis er am 1. Oktober 1893 als Oberlehrer an das Gymnaſium zu Rinteln verſetzt wurde. Durch Patent vom 17. Juni 1887 wurde er zum Secondleutnant der Reſerve befördert.