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Chor herangezogenen Schülern. Wiederholung und Erweiterung des Erlernten; genauere Berückſich⸗ tigung des Taktweſens. Die Zahl der Lieder nach Erk wurde um 12 vermehrt. 2 St. w.
Chorklaſſe. Einübung von vierſtimmigen geiſtlichen und weltlichen, ſowie patriotiſchen Liedern von Mendelsſohn, Marſchner, Haydn, Mozart, Beethoven, Kreutzer u. a.; von Motetten, Hymnen, Pſalmen, liturgiſchen Chören; auch wurden einige Chöre aus dem„Weltgericht“ und der „Schöpfung“ geſungen. Sopran und Alt: 1 St. w. Tenor und Baß: 1 St. w. Ver⸗ einigter Chor: 1 St. w.— Im ganzen 7 St. w.(Kapmeier.)
Turnen. Sommer: In fünf Abteilungen zu ie 2 St. w. In ſtufenweiſer Folge: Frei⸗ und Ordnungsübungen, Gerätübungen, Turnſpiele. Winter: Klaſſenturnen, jede Klaſſe 1 St. w. Außerdem 1 St. für die Vorturner. Wie früher wurde auch in dieſem Winter die Ge⸗ legenheit zum Schlittſchuhlaufen unter Leitung des Lehrers benutzt.(Schmidt II.)
Baden und Schwimmen. Im Sommer täglich 1 ½ St. unter Aufſicht des Schwimm⸗ lehrers. Zur Sicherheit der Badenden war während der beſtimmten Stunden der Schloſſer Troſcheit mit ſeinem Kahne an der Badeſtelle anweſend.(Schmidt II.)—
II. Chronik des Gymnaſiums.
Nachdem Mittwoch den 14. März nachmittags, ſowie Donnerstag den 5. April v. J. morgens von 7 Uhr an die Prüfung der Neuangemeldeten ſtattgefunden hatte, wurde am letzteren Tage nachmittags um 4 Uhr das neue Schuljahr mit einer gemeinſamen Andacht eröffnet. Nach derſelben begrüßte der Direktor den vom K. Gymnaſium zu Hanau(S. vorjähriges Programm S. 15!) vom 1. April an als ordentlicher Lehrer an unſere Anſtalt verſetzten Dr. Johannes Rittau) und ſtellte denſelben ebenſo wie die beiden, zur Ableiſtung des pädagogiſchen Probe⸗ jahres dem Gymnaſium zugewieſenen Kandidaten des Höheren Lehramts Otto Traeger**) und
*) Johannes Rittau, geb. am 22. April 1852 zu Rybnik in Schleſien, beſuchte bis Oſtern 1874 die Fürſtenſchule zu Pleß, ſtudierte dann bis Herbſt 1877 in Straßburg und Marburg klaſſiſche Philologie, Geogra⸗ phie und Geſchichte, war von 1876—79 an der Univerſitäts⸗Bibliothek zu Marburg als Hilfsarbeiter thätig und beſtand im Januar 1879 das Examen pro facultate docendi. Oſtern 1879 wurde er vom Kgl. Prov. Schulkollegium zu Caſſel, welchem er ſich zur Dispoſition geſtellt, zur Ableiſtung des Probejahres ſowie zur Aushilfe dem Kgl. Gym⸗ naſium in Hanau überwieſen und nach Abſolvierung des Probejahres 1880 mit der Verſehung einer wiſſenſchaft⸗ lichen Hilfslehrerſtelle an derſelben Anſtalt beauftragt. Oſtern 1881 wurde ihm auf Grund des Rigoroſums und der Diſſertation:„Joh. Reinh. Forſters Bemerkungen auf ſeiner Reiſe um die Welt“ von der philoſophiſchen Fakultät der Univerſität Marburg die philoſophiſche Doktorwürde erteilt. Durch Verf. Kgl. Prov. Schulkollegiums zu Caſſel vom 17. Februar 1883 wurde er zum ordentlichen Lehrer am Kgl. Gymnaſium in Rinteln ernannt.
.**) Otto Traeger, geb. am 29. November 1854 zu Gr. Badegaſt im Herzogtum Anhalt, beſuchte ſeit ſeinem 15. Lebensjahre das Gymnaſium zu Köthen und ſtudierte ſodann von Oſtern 1875 an ſieben Semeſter Philologie in Halle und Leipzig. Von Michaelis 1878 an war er 2 Jahre lang als Hauslehrer in Oſtpreußen thätig, genügte ſodann von Michaelis 1880 bis ebendahin 1881 ſeiner Militärpflicht und beſtand im Februar 1883 das Examen pro facultate docendi an der Univerſität Halle. Durch Beſchluß K. Prov. Schulkollegiums zu Caſſel vom 27. März wurde er dem Gymnaſium zu Rinteln als Probe⸗Kandidat überwieſen.


