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Heinrich Michels) den Lehrern und Schülern vor. Hierauf verlas der Direktor dem Herkommen gemäß die Schulordnung des Gymnaſiums und verpflichtete ſodann 38 neu eintretende Schüler durch Handſchlag. Die Lektionen des Morgenunterrichts wurden auch in dieſem Sommer gemäß der ſeit mehreren Jahren üblichen und bewährten Einrichtung während der Stunden von 7—11, bezw. von 7— 12 gehalten.
Mit dem Beginn des neuen Schuljahres trat die Teilung der Sekunda in zwei ge⸗ trennte Coeten ins Leben; zur Durchführung dieſer Einrichtung hatte ein Miniſterial⸗Erlaß vom 28. Febr. 1883 die Annahme eines wiſſenſchaftlichen Hilfslehrers gegen eine Remuneration von jährlich 1500 Mk. genehmigt. Dieſe Stelle war dem bisherigen Kandidaten Julius Winne⸗ berger dahier übertragen worden.
Vom 21. bis zum 24. April war der Direktor abweſend, um der am 22. und 23. ſtattfindenden 50 jährigen Jubiläumsfeier des Gymnaſialdirektors Dr. Friedrich Münſcher zu Marburg bei⸗ zuwohnen und demſelben im Namen unſerer Anſtalt eine lateiniſche Votivtafel zu überreichen.
In den Tagen vom 21. bis 28. Mai ſchrieben die Primaner unter Aufſicht ihrer Lehrer ſog. Tentamen⸗Arbeiten.
In den Tagen vom 1. bis 3. Juni unternahmen alle Klaſſen unter Leitung ihrer Lehrer ein⸗ oder mehrtägige Turnfahrten, und zwar die Primaner in Begleitung des Oberl. Dr. Schmidt und des Pfarrers Hüpeden nach Köln a./Rhein und ins Siebengebirge(2 x½ Tage), die beiden Sekunden nebſt der Obertertia mit den Herren Oberl. Dr. Suchier, Gymnaſiallehrer Berlit und Dr. Haeſecke in den Harz(auf 3 Tage), die Untertertianer mit Hrn. Oberl. Dr. Hartmann auf den Hohenſtein und Süntel(für 1 Tag), die 3 untern Klaſſen mit den Herren Dr. Rittau, v. Kamptz, Winneberger und Schmidt II nach dem Hermanns⸗Denkmal(für 1 Tag)..
Vom 1. Juni bis nach den Sommerferien mußte Kandidat Traeger ſein Probejahr unterbrechen, da er zu einer achtwöchentlichen militäriſchen Ubung nach Magdeburg einberuſen war.
Am 28. Juni hatten wir zum erſten Mal die Freude, unſern neuen Vorgeſetzten, Herrn Provinzial⸗Schulrat Dr. Lahmeyer, in unſerer Mitte begrüßen zu können. Derſelbe kam am 27. nachmittags in Rinteln an, unterwarf alsbald die Gebäulichkeiten, ſowie die nächſte Umgebung des Gymnaſiums einer genauen Beſichtigung und wohnte am andern Tage dem Unterricht bei ſämtlichen Lehrern und in allen Klaſſen an. Die Freundlichkeit des Herrn Schulrats Dr. Lah⸗ meyer gewann ihm raſch die Herzen der Lehrer und Schüler, und ſeine, wenn auch nur kurze Anweſenheit dahier hat für die Weiterentwicklung der Anſtalt auf allen Gebieten ſchon ſegensreiche Früchte getragen.
Mit dem 30. Juni begannen die vierwöchentlichen Sommerferien.
Unmittelbar nach dieſen Ferien erlitt der Unterricht mehrfache Störungen. Zunächſt war zu unſerm Bedauern der Oberlehrer Dr. Schmidt genötigt, infolge einer Operation, welcher er ſich während der Ferien zu Göttingen unterzogen hatte, ſeine Lektionen vom 30. Juli bis zum 8. Auguſt aus⸗
*) Heinrich Michel, geb. am 5. Mai 1855 zu Ahauſen(Reg. Bez. Wiesbaden), beſuchte vom Herbſt 1871 an 6 Jahre lang das K. Gymnaſium zu Weilburg. Hierauf widmete er ſich von Herbſt 1877 bis Oſtern 1881 auf den Univerſitäten zu Marburg und Leipzig dem Studium der klaſſiſchen und deutſchen Philologie. Am 24. No⸗ vember 1882 beſtand er vor der Wiſſenſchaftlichen Prüfungs⸗Kommiſſion zu Marburg des Examen pro facultate docendi und wurde durch Verf. des K. Prov. Schulkollegiums zu Caſſel vom 2. Januar 1883 behufs Ableiſtung des pädagog. Probejahres dem Gymnaſium zu Rinteln zugewieſen.


