Jahrgang 
1860
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Dem lieben Gotte weich' nicht aus, ²7) Find'ſt du ihn auf dem Weg! Er ſpricht's und tritt in's Gotteshaus, Kein Laut iſt hier noch reg'. Denn um die Erndte war's, und heiß Im Felde glüht' der Schnitter Fleiß; ²8) Kein Chorgehülfe war erſchienen, Die Meſſe kundig zu bedienen.

Entſchloſſen iſt er alſobald Und macht den Sakriſtan; Das, ſpricht er,iſt kein Aufenthalt, ²⁰) Was fördert himmelan. Die Stola und das Cingulum 3³⁰) Hängt er dem Prieſter dienend um, Bereitet hurtig die Gefäße, Geheiliget zum Dienſt der Meſſe.

Und als er dies mit Fleiß gethan, Tritt er als Miniſtrant Dem Prieſter zum Altar voran, Das Meßbuch in der Hand, Und knieet rechts und knieet links, Und iſt gewärtig jedes Winks, Und als des Sanctus Worte kamen, Da ſchellt er dreimal bei dem Namen.

Drauf als der Prieſter fromm ſich neigt Und, zum Altar gewandt, Den Gott, den gegenwärt'gen, ³1) zeigt In hoch erhabner Hand, Da kündet es der Sakriſtan Mit hellem Glöcklein klingend an. Und Alles kniet und ſchlägt die Brüſte, Sich fromm bekreuzend vor dem Chriſte.

So übt er jedes pünktlich aus Mit ſchnell gewandtem Sinn; Was Brauch iſt in dem Gotteshaus, Er hat es Alles inn', Und wird nicht müde bis zum Schluß, Bis beim Vobiscum Dominus Der Prieſter zur Gemein' ſich wendet, Die heil'ge Handlung ſegnend endet.

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Da ſtellt er jedes wiederum In Ordnung ſäuberlich: Erſt reinigt er das Heiligthum, ³²) Und dann entfernt er ſich, Und eilt in des Gewiſſens Ruh Den Eiſenhütten heiter zu, Spricht unterwegs, die Zahl zu füllen, Zwölf Paternoſter noch im Stillen.

Und als er rauchen ſieht den Schlot, Und ſieht die Knechte ſtehn, Da ruft er:Was der Graf gebot, Ihr Knechte, iſt's geſchehn? Und grinſend zerren ſie den Mund ³³) Und deuten in des Ofens Schlund: Der iſt beſorgt und aufgehoben; Der Graf wird ſeine Diener loben.34)

Die Antwort bringt er ſeinem Herrn In ſchnellem Lauf zurück. Als der ihn kommen ſieht von fern, Kaum traut er ſeinem Blick: Unglücklicher! wo kommſt du her? Vom Eiſenhammer.Nimmermehr! So haſt Du Dich im Lauf verſpätet? Herr, nur ſo lang, bis ich gebetet.

Denn als von Eurem Angeſicht Ich heute ging, verzeiht! Da fragt' ich erſt, nach meiner Pflicht, Bei der, die mir gebeut. 3) Die Meſſe, Herr, befahl ſie mir Zu hören; gern gehorcht' ich ihr Und ſprach der Roſenkränze viere Für Euer Heil und für das ihre.

In tiefes Staunen ſinket hier Der Graf, entſetzet ſich: Und welche Antwort wurde Dir Am Eiſenhammer? Sprich! Herr, dunkel war der Rede Sinn; Zum Ofen wies man lachend hin: Der iſt beſorgt und aufgehoben; Der Graf wird ſeine Diener loben.