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milden Winterwetter war keine Gelegenheit zum Rodeln und Schlittſchuhlaufen. Der Ge⸗ ſundheitszuſtand der Lehrer und Schüler war in dieſem Schuljahr zufriedenſtellend bis auf die Monate Januar und Februar, in denen zahlreiche Grippefälle vorkamen.
Am 24. Juni konnten wir wieder zum erſten Male ſeit 1922 die Jugendfeier ab⸗ halten. In feſtlichem Huge unter Vorantritt einer Muſikkapelle zogen unſere Schüler im Verein mit den Volksſchülern durch die Straßen des Städtchens nach der Ruine Tandskrone, wo herr Rektor Selbſt eine Anſprache hielt, in der er auf die Bedeutung der Feier hin⸗ wies. Auf dem großen Turnacker oberhalb der Burg, von wo man den wunderbaren Blick auf die Rheinebene hat, entwickelte ſich bald ein fröhliches Treiben. Spiele wechſelten mit Wettkämpfen und Reigen. Die Eltern der Kinder hatten ſich zahlreicher als früher einge⸗ funden. Der Preis der Stadt Oppenheim fiel an die Realſchule, während die beiden Wander⸗ preiſe von der Volksſchule errungen wurden. Wir hoffen und wünſchen, daß die Jugend⸗ feier ſich immer mehr einbürgere und zu einem wirklichen Volksfeſt werde.
Am 21. Auguſt hielten wir die Verfaſſungsfeier. Lieder und Gedichte umrahmten die Feſtrede, die Studienrat Wiener hielt.
Am 11. September fand der Lehrerturntag in Oppenheim ſtatt. Die Realſchule beteiligte ſich mit 2 Riegen an den Vorführungen. Die Schüler der Mittelklaſſen zeigten Kürübungen an Pferd und Barren, die Mädchen führten ein Völkerballſpiel vor.
Am 6. November begingen die evangeliſchen Lehrer und Schüler der Realſchule gemein⸗ ſam mit denen der Volksſchule den Tag der vierhundertjährigen Wiederkehr der Einführung der Reformation in heſſen. Herr Dekan Schäfer würdigte in ſeiner Anſprache die Bedeutung des Tages. Lieder und Gedichte verſchönten die Feier.
Am 22. November hielten wir die Totenfeier für die im Weltkriege Gefallenen, die durch Lieder und den Vortrag von Gedichten ſtimmungsvoll verſchönt wurde. Studien⸗ rat Kohl hielt die Gedenkrede.
Am 22. Dezember vereinigte uns eine Weihnachtsfeier unter dem brennenden Weihnachts⸗ baum, zu der die alten, ſchönen Weihnachtslieder erklangen. Gedichte, Muſikvorträge und lebende Bilder verſchönten die einfache Feier.
Am 17. Februar hielten wir eine Peſtalozzifeier ab zur Erinnerung an den Tag der 100. Wiederkehr ſeines Todes. Reallehrer Fritſch entwarf vor den Schülern ein Lebensbild des großen Menſchenfreundes.
Am 25. März fand unſere Beethovenfeier ſtatt. Außer dem Schülerchor wirkten in dankenswerter Weiſe 2 Künſtler aus Mierſtein mit, Frl. E. Lattreuter und herr O. Stemler. Die Mitwirkenden brachten einige Tieder Beethovens zum Vortrag. herr Bechtel aus Nier⸗ ſtein hatte die Begleitung übernommen. Wir benutzen die Gelegenheit, ihnen nochmals den Dank der Schule auszuſprechen. 2 Schülerinnen der Obertertia erfreuten uns durch einen Klaviervortrag. Reallehrer Fritſch zeichnete in ſeiner Anſprache ein Lebensbild des großen Meiſters.
Der Vorſtand des Muſikvereins hat in zuvorkommender Weiſe der Direktion 15 Frei⸗ karten zur Ausgabe an Schüler zur Verfügung geſtellt. Wir ſprechen dem Vorſtand den Dank der Schule dafür aus, daß er unſeren Schülern auf dieſe Weiſe Gelegenheit bietet, an einem künſtleriſchen Genuß teilzunehmen.


