Profeſſor Dr. Büttner. Die Unterprimaner Herzing, Uomo, Schneider, Schreiner und Hinke laſen Teile aus„Minna von Barnhelm“ und„Mathan der Weiſe“ vor. Zwei Muſikvorträge vervollſtändigten den Rahmen der Feier.— Die Entlaſſungsfeier unſerer Oberprimaner wird am 22. März 1929 als öffentliche Feier abgehalten werden. Hierbei wird auch des„Tages des Buches“ entſprechend gedacht werden.
Auf dem Gebiete der geſundheitlichen Fürſorge für unſere Jugend wäre zu erwähnen, daß auch in dieſem Schuljahre Herr Stadtarzt Dr. Dimmenauer in beſtimmten Zeitabſtänden Unterſuchungen und Sprechſtunden in der Schule abhielt und auch am 22. Februar 1029 in einem beſonderen Vortrage die Reifeprüflinge über die geſundheitlichen und ſittlichen Gefahren aufklärte, denen ſie nach dem Verlaſſen der Obhut des Elternhauſes und der Schule ausgeſetzt ſind.— Der Spielnachmittag wurde Dienstags und Mittwochs auf den Plätzen des„Fußballvereins“ und der„Kickers“ abgehalten. Beiden Vereinen ſei hier für freundliche Überlaſſung ihrer Plätze beſtens gedankt.— In der Untertertia wurde ſtatt des Turnunterrichts Unterricht im Schwimmen erteilt. Von 61 Untertertianern konnten nur 23 ſchwimmen, von den übrigen 38 haben es 4 nicht gelernt.— Hitzfrei war nur am 2. Juli.— In dieſem Schul⸗ jahre haben wir 5 Vormittagsſpaziergänge unternommen, und zwar am 7. Juni, 3. Juli, 15. Auguſt, 18. September und 1. November 1928, geplant iſt ein 6. für den 20. März 1929. Zum Eislaufe wurden die Nachmittage des 10. und 21. Januar 1020 und ferner wiederholt die Spielnachmittage benutzt.— Den Tagesausflug machten wir am 30. Auguſt 1928; bemerkt ſei, daß manche Klaſſen mehr als einen Tagesausflug unternahmen. Auch in den Ferien fanden Schülerwanderungen ſtatt. Unter Führung des Herrn Studienrats Appelmann vom hieſigen Gymnaſium nahmen 8 unſerer Schüler an der Pfingſttagung des Vereins für das Deutſchtum im Auslande teil. Das Ziel war Gmunden am Traunſee. Am 10. Juli 1928 wanderte der Direktor mit 14 Schülern von Heidelberg aus über den Königsſtuhl nach Neckargemünd.
Unſere Schüler nahmen an den örtlichen Wettkämpfen, den Reichsjugendwettkämpfen und den Wettkämpfen im Schlagballſpiele um den Wanderpreis des Heſſiſchen Philologenvereins teil. Wir errangen den Wanderpreis für die a mal 100 m Staffel für Schüler über 14 Jahre und die Plakette, geſtiftet für den Dreikampf der ⸗Altersklaſſe B(13 und 14 Jahre); die Plakette als 1. Sieger im Drei⸗ kampf erhielt vom Ortsausſchuß des Reichsausſchuſſes für Leibesübungen der Unterſekundaner hermann Schwab. Bei den Reichsjugendwettkämpfen wurden die Sieger durch Ehrenurkunden des Herrn Reichs⸗ präſidenten und des Reichsausſchuſſes ausgezeichnet. Die Ehrenurkunde des Herrn Reichspräſidenten konnte folgenden 6 Schülern zuerkannt werden: Richard Wiederhold Ibi, Hermann Schwab IIbe, Bruno Winter IIIag, Oskar Mandel Ilai, Heinrich Paul IIIag, Georg Klump IIbe. Die Ehrenurkunde des Reichsausſchuſſes erhielten 58 Schüler. Außerhalb dieſes Rahmens erwarb noch auf Grund der vorgeſchriebenen Prüfungen Helmut Eitzenberger la das deutſche Turn⸗ und Sport⸗ abzeichen des Reichsausſchuſſes für Leibesübungen und Oskar Mandel Ila die Frankfurter Verfaſſungs⸗ Plakette für Einzellauf nebſt einer Verleihungsurkunde des hHerrn Reichspräſidenten.
Am wahlfreien Unterricht im Latein, der von Unter⸗Sekunda bis Ober⸗Prima erteilt wird, nahmen 62 Schüler teil, an dem Unterrichte der Unter⸗Sekunda im kaufmänniſchen Rechnen 32, an dem in der Einheitskurzſchrift der Tertien und der Unter⸗Sekunda 146. An den phyftkaliſchen Übungen beteiligten ſich 55 Schüler, an den chemiſchen 30 und an den naturkundlichen 27; dieſe Schüler gehörten den Klaſſen IIa bis Ia an.
Verſchiedene Fuwendnngen ſind uns gemacht worden. Das Miniſterium für Uultus und Bildungsweſen, die Zentralſtelle für Landesſtatiſtik und die Zentralſtelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege haben unſerer Bücherei Bücher, Flugſchriften und andere Veröffentlichungen zugeſandt. Mehrere Verleger haben Verlagswerke gewidmet, und die Stadt Offenbach hat zu Gunſten unſerer Schülerbücherei 100 RM. geſtiftet. Außerdem hat die Stadt an 10 Eltern von bedürftigen und würdigen Schülern Erziehungsbeihilfen gezahlt. Das ſtädtiſche Saswerk bereicherte unſere chemiſchen Sammlungen durch eine kartenmäßige Darſtellung der Entgaſungs⸗ erzeugniſſe der Steinkohle, das Poſtamt ſtiftete den Deutſchen Reichspoſtkalender für 1929, Herr Sanitätsrat Dr. Mantz zu Offenbach⸗Bürgel einige Mineralien aus dem Saargebiet, Herr Fritz Schultheiß zu Offenbach Proben verſchiedener Holzarten, der Unterſekundaner Ferdinand Müller einen Waldkauz und der Oberſekundaner Ernſt Brittinger einen Kaſten zur Erläuterung der Verwendung des Bauxits zur Herſtellung von Schmirgelſcheiben.
Für alle dieſe Zuwendungen ſagen wir beſten Dank.
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