4. Zur Geſchichte der Anſtalt.
Das Schuljahr 1028 auf 1920 begann am 23. April 1028. Es wird am 23. März 1029 endigen.
Das abgelaufene Schuljahr brachte manche Veränderungen in der Huſammenſetzung des Lehrkörpers. Studienrat Dr. Joſef Hartleb, der ſeit Herbſt 1925 an unſerer Anſtalt wirkte, wurde zum Studienrat am Realgymnaſium zu Mainz ernannt. An ſeine Stelle trat Studienrat Dr. Guſtav Göttelmann von der Oppenheimer Realſchule. Mit der Erteilung des evangeliſchen Religionsunter⸗ richtes wurde Pfarrer Johannes Bexrich von Münzenberg beauftragt. Studienaſſeſſor Dr. Karl Obmann wurde im herbſte 19028 an die Oberrealſchule und das Gymnaſium zu Dieburg verſetzt; an ſeine Stelle trat Studienaſſeſſor Dr. Kurt Herz. Zu Weihnachten 1928 wurden die Studienräte Profeſſor Friedrich Götz, Profeſſor Adam Roth, Profeſſor Bruno Aſchenbrenner zu„Ober⸗ ſtudienräten“, Oberreallehrer Seorg Uammer zum„Muſtkoberlehrer“ ernannt. Im Februar 1029 erhielt Reallehrer heinrich Weiß die Amtsbezeichnung„Oberreallehrer“. Die Studienräte Profeſſor Dr. Gräf und Dr. Arnold nahmen an einem neuſprachlichen Kortbildungslehrgang teil, der zu Gießen in der Zeit vom 22. bis 27. Oktober 1028 veranſtaltet wurde, die Studienräte Profeſſor Barth, Profeſſor Dr. hammer, Mühleiſen, Göttelmann, Auhn, Pfarrer Beyrich und Oberreallehrer Thierolf beſuchten am 27. Oktober 1928 Vorträge anf dem Staatsbürgerlichen Bildungstag zu Offenbach, den die Hauptſtelle für Heimatdienſt veranſtaltete. Die Studienräte Profeſſor Barth und Dr. Shrhard beteiligten ſich an einem Fortbildungslehrgang zur Sinführung in den chemiſchen Arbeitsunterricht, der vom 4. bis 7. Dezember 1928 an der Oberrealſchule zu Mainz abgehalten wurde.
Leider hatten wir auch im abgelaufenen Jahre den Verluſt eines tüchtigen Schülers zu beklagen. Am 6. November 1928 ſtarb der Oberprimaner Joſef Danz aus Obertshauſen. Lehrer und Mit⸗ ſchüler werden dem freundlichen, begabten und braven Schüler ſtets ein gutes Andenken bewahren.
Herr Staatsrat Block beehrte die Schule wiederholt mit ſeinem Beſuche, ſo am 22. Mai, am 5. Dezember 1028 und am 5. Februar 1920. Wegen der Reifeprüfungen vom 18. September, 27. Oktober 1928, 5. März und 20. März 1929 verweiſen wir auf Seite 11 dieſes Berichtes. Hier ſei nur bemerkt, daß ⸗ die Prüfungen vom 18. September 1928 und 20. März 1020 Herr Staatsrat Block leitete, die vom 27. Oktober 1928 und 5. März 1929 der Direktor.
Am 20. Juni 19028 erfreuten wir uns eines kurzen Beſuches von Abgeſandten des ſog. Spar⸗ kommiſſars, nämlich von Herrn Geh. Rat Sachſe und Herrn Miniſterialinſpektor Dörner aus Berlin.
Der regelmäßige Fortgang des Unterrichts wurde durch Veranſtaltungen mancherlei Art unter⸗ brochen. Der 400 jährige Todestag Albrecht Dürers(26. April 1528) gab Herrn Profeſſor Götz Anlaß, daß er mit den beiden Primen die Dürerausſtellung im Ausſtellungsraume des Bundes von Offenbacher Künſtlern beſuchte und außerdem ſpäter in einem beſonderen Lichtbildervortrage(15. Juni 1928) Dürers Leben und ſeine Werke vor den Oberſekundanern und Primanern erläuterte. Die ſehr ſchönen Lichtbilder hatte uns die heſſiſche Bildſtelle dankenswerterweiſe geliehen.— Den Jugendfeiertag begingen wir am 23. Juni 1928. Studienrat Dr. Gilbert hielt die Anſprache; Vorträge des Orcheſters und des Schülerchors umrahmten die Feier. Die Unterprimaner Degen, hHerzing, Schneider und Storck erfreuten durch eine wohlgelungene Aufführung von Hans Sachſens„Roßdieb von Fünſing“. Die von der Stadtverwaltung geſtifteten Feſttagsbrezeln wurden freudig und dankbar begrüßt. Dann zogen wir hinaus auf unſere Spielplätze.— Bei der Verfaſſungsfeier am 11. Auguſt 1928 war die Anſprache Studienrat Sinn zugefallen. Die Verfaſſungsbrezeln der Stadtverwaltung löſten bei unſerer Jugend die gleiche Befriedigung aus wie die Brezeln des Jugendfeiertags.— Am 14. November 1928 beſuchten 46 Schüler aus Oberſekunda, Unter⸗ und Ober⸗Prima unter Führung von Studienrat Dr. Blum die Darmſtädter Ausſtellung für Naturſchutz.— Die Feier zum Gedächtniſſe der Opfer des Weltkrieges wurde am 24. November 1928 gehalten. Es ſprach Pfarrer Beyrich.— Das Jahr 1928 ſchloſſen wir mit einer wohlgelungenen Weihnachtsfeier am 22. Dezember, bei der wir die Ehren⸗ urkunden und Auszeichnungen, die anläßlich der Reichs⸗Jugendwettkämpfe und der örtlichen Wettkämpfe an Schüler unſerer Anſtalt verliehen worden waren, verteilten.— Die Feier zum Gedächtniſſe des 200 jährigen Geburtstages von G. E. Leſſing konnten wir erſt am 18. Februar 1929 abhalten. Es nahmen die Sekunden und Primen teil. Lebenslauf und Lebensarbeit Leſſings ſchilderte
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