Deutſchen Reiche 22 Milliarden Goldmark für Zigaretten ausgegeben worden— ſo haben wir in 2 Auf⸗ klärungsvorträgen, die Studienrat Dr. Wagner am 5. und 12. Dezember den Schülern der Klaſſen IIIb bis Ia hielt, unſere Jugend über die wirtſchaftlichen und geſundheitlichen Schäden des Zigarettenrauchens belehrt. Im Anſchluß an die Vorträge begründete der Direktor eine Erklärung, die er zur Unterſchriſt vorlegte. Dieſe Erklärung lautete:„In Erkenntnis der ſchweren Schädigungen, hervorgerufen durch das Zigaretten⸗ rauchen haben Lehrer und Schüler der Oberrealſchule am Friedrichsplatz ſich zuſammengefunden zu folgender Erklärung: Ich habe erkannt, daß das Zigarettenrauchen eine Gefahr nicht nur für meine Geſundheit und Willenskraft, ſowie die meiner Kameraden werden kann, ſondern daß es auch meinem Volke ſchwere, geſund⸗ heitliche und wirtſchaftliche Schädigungen bringt. Ich will an meinem Teile alles tun, um dieſe verderblichen Wirkungen zu bekämpfen und verſpreche, bei mir ſelbſt anzufangen, indem ich das Zigarettenrauchen meide. Wenn ich glaube meine ernſte Abſicht nicht durchführen zu können, ſo werde ich meine Willensänderung vorher dem Herrn Direktor mitteilen. Dies beſtätige ich durch Unterſchrift“. Dieſe Erklärung fand die Unterſchrift von 8 Lehrern und 161 Schülern, das ſind 63 Prozent der Schüler der Klaſſen IIlb bis la. Wir werden dieſe Aufklärungs⸗Vorträge auch im nächſten Jahre fortſetzen und hoffen ſo unſerer Jugend, und damit unſerem Volke, einen weſentlichen Dienſt zu leiſten.
Am wahlfreien Unterricht im Latein, der von Unter⸗Sekunda bis Ober⸗Prima erteilt wird, nahmen 29 Schüler teil, an dem Unterricht der Unter⸗Sekunda im kaufmänniſchen Rechnen 20 Schüler. Verſchiedene Zuwendungen ſind uns gemacht worden. Das Qandesamt für das Bildungs⸗ weſen hat unſerer Bücherei verſchiedene Quellenwerke geſchichtlicher Art zugeſandt, verſchiedene Verleger haben ihre Verlagswerke gewidmet und die Stadt Offenbach hat für unſere Schülerbücherei Bücher im Geſamtwerte von 100 Mark geſtiftet. Außerdem hat die Stadt zu Weihnachten an 27 Eltern bedürftiger und würdiger Schüler Erziehungsbeihilfen von je 130 Mark bezahlt. Für alle dieſe Zuwendungen ſagen wir beſten Dank.
5. Mitteilungen.
1. Aufnahmen.
Bei der Meldung zur AufnahmeV tt der Geburtsſchein, der Impfſchein und das Abgangszeugnis der früheren Schule vorzulegen. Sollte der anzumeldende Schüler an Kurzſichtigkeit, Schwerhörigkeit oder anderen Gebrechen leiden, ſo bittet der Unterzeichnete, ihm dies vertrauensvoll mitteilen zu wollen, damit die nötige Rückſicht genommen werden kann. Die Aufnahmeprüfungen werden Montag, den 20. April 1925, vormittags von 9 Uhr ab, abgehalten. Der Unterricht beginnt Dienstag, den 21. April 1925, Vormittags 8 Uhr.
2. Freiſtellen.
Freiſtellen ſollen nach dem Ausſchreiben vom 15. April 1920 nur dann bewilligt werden, wenn es mit Rückſicht auf gute Befähigung, tüchtiges Streben und gutes Betragen dem öffentlichen Wohle dienlich er⸗ ſcheint, daß unbemittelten jungen Leuten der Weg zu höherer Ausbildung gebahnt werde. Sie werden nur auf Nachſuchen und für je ein Jahr verliehen. Die ſeitherigen Inhaber müſſen daher ihre Geſuche für das kommende Jahr erneuern. Wir bitten uns dieſe, ebenſo die neu einzureichenden Geſuche bis ſpäteſtens 10. Mai 1925 einzuliefern.
3. Ferien⸗Ordnung.
1. Oſterferien vom 29. März bis 19. April 1925. 2. Pfingſtferien vom 3. Mai bis 7. Juni 1925. 3. Sommerferien vom 4. Juli bis 2. Auguſt 1925. 4. Herbſtferien vom 27. September bis 11. Oktober 1925. 5. Weihnachtsferien vom 24. Dezember 1925 bis 6. Januar 1926.
15


