Jahrgang 
1925
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dieſem Schuljahre hatten 60 unſerer Schüler ſich an den gebotenen Speiſungen erquickt. Unſere Toten⸗ Gedenkfeier konnten wir zum erſten Male unter unſerer eigenen Gedenktafel abhalten. Die Rede hatte Profeſſor Dr. Hammer übernommen.

Das Jahr ſollte nicht ſchließen, ohne daß das ganze deutſche Volk durch eine Trauerbotſchaft ergriffen wurde. Am 28. Februar 1925 ſtarb Herr Reichspräſident Ebert. Wir hielten am Beiſetzungstage, dem 5. März 1925, eine Trauerfeier ab, bei der der Direktor die Anſprache hielt. Den Reifeprüflingen und den übrigen Schülern, die mit Schluß unſeres Schuljahres aus unſerer Anſtalt ſcheiden wollen, werden wir in einer Entlaſſungsfeier am 28. März 1925 die Abſchiedsgrüße ihrer Schule ausſprechen. Drei Feiern mehr wiſſenſchaftlicher Art vereinten unſere Schüler in beſtimmten Gruppen, wie ſie für die Art der Feiern ſich paſſend erwieſen. Gleich zu Beginn des Schuljahres gedachte Profeſſor Zinſſer vor den Primanern des 200 jährigen Geburtstages Immanuel Kants. Am 2. Juli 1924 hielten wir für die oberen Klaſſen eine Feier zum Gedächtniſſe des 200 jährigen Geburtstages Klopſtocks. Die Rede hielt Dr. Tempel. Es wurden Teile ausMeſſias, einigeOden und Gedichte vorgeleſen. Am 28. Auguſt 1924 ſprach Profeſſor Dr. Gräf, ebenfalls vor den Schülern der oberen Klaſſen, aus Anlaß des 175jährigen Geburtstages Goethes, über den Einfluß der Beziehungen des Dichters zu Offenbach auf ſeine Dichtungen. Auch hier wurden entſprechende Gedichte vorgetragen. Wiſeenſchaftlicher Unterweiſung diente auch die Vorführung desNanukfilms'(Eskimofilm) am 27. Juni 1924, an der 256 Schüler teilnahmen. Wertvolle Anregung und Unterweiſung nach verſchiedenen Richtungen boten die Vorträge, die Studienaſſeſſor Dr. Bell aus Kaſſel im Auftrage des Vereins für das Deutſchtum im Auslande am 20. und 21. Februar 1925 in unſerer Turnhalle vor den Schülern der Offenbacher Schulen hielt. Die Sammlung der Schüler unſerer Schule für die vaterländiſchen Zwecke dieſes Vereins ergab 1430 Mark.

Auf dem Gebiete der geſundheitlichen Fürſorge für unſere Jugend wäre zuerſt zu er⸗ wähnen, daß Herr Stadtarzt Dr. Wimmenauer in beſtimmten Zeitabſtänden Unterſuchungen und Sprech⸗ ſtunden in der Schule abhält. Herr Medizinalrat Dr. Koeniger klärte die Reifeprüflinge am 10. März 1925 über die geſundheitlichen und ſittlichen Gefahren auf, denen ſie nach dem Berlaſſen der Obhut des Eltern⸗ hauſes und der Schule ausgeſetzt ſind. In dieſem Schuljahre haben wir 7 kürzere Spaziergänge unter⸗ nommen und zwar am 15. Mai, 19. Juni, 15. Auguſt, 12. September, 8. November 1924 und am 22. Januar und 28. Februar 1925. Zu einem Tagesausfluge iſt es während dieſes regneriſchen und unfreundlichen Sommers nicht gekommen. Dagegen konnte der Direktor an den erſten Tagen der Sommerferien 4 Tages⸗ wanderungen mit Schülern verſchiedener Klaſſen unternehmen. Die 1. Wanderung am 5. Juli 1925 führte von Gelnhauſen nach dem berühmten Ausſichtspunkte Hufeiſen im Vorſpeſſart. Bei der 2. Wanderung am 7. Juli 1924 ward Homburg und die Saalburg beſichtigt, die Gickelsburg erſtiegen und das Köpperner Tal durchwandert. Die 3. Wanderung am 9. Juli 1924 galt dem Wächtersbacher Wald und der Schlierbacher Porzellanfabrik des Fürſten von Iſenburg⸗Wächtersbach. Von dort wanderten wir über den Stolzenberg nach Soden und Salmünſter zur Bahn. Die 4. Wanderung führte von Bensheim über den Felsberg, das Felſenmeer und Hochſtätten zum Auerbacher Schloß und nach Zwingenberg. Studienrat Seitz unternahm mit 21 Schülern vorwiegend ſeiner Klaſſe IIIb;, eine 4tägige Wanderung in den Herbſtferien. Die Wanderung begann in Zwingenberg, führte über den Malchenberg, Auerbacher Schloß, Fürſtenlager, Schönberg, Bens⸗ heim und Heppenheim, von wo nach Weinheim zum Nachtlager gefahren wurde. Am 2. Tage gings durch das Birkenauer Tal nach Birkenau, Kallſtadt und Buchklingen zur Wachenburg und Windeck wieder nach Wein⸗ heim(2. Nachtlager). Am 3. Tage wanderte man nach Schriesheim und über die Strahlenburg, den Oelberg, weißen Stein, Sieben Wege zum 3. Nachtlager nach Handſchuchsheim. Nach einem Rundgange durch Heidel⸗ berg und das Heidelberger Schloß wurde von Heidelberg in die Heimat zurückgefahren. Hitzfrei war am 21. und 22. Mai, 27. und 30. Juni und am 2. Juli 1924. Den wahlfreien Spielnachmittag leitete wieder Studienrat Seitz. Die Teilnehmerzahl ſchwankte zwiſchen 18 und 25. Die Reichsjugend⸗ wettkämpfe wurden auch in dieſem Jahre wieder im September abgehalten. Die Sieger konnten durch Ehrenurkunden des Herrn Reichspräſidenten, des Reichsausſchuſſes und des örtlichen Ausſchuſſes ausge⸗ zeichnet werden. Im ganzen konnten wir 25 ſolcher Urkunden verteilen. Da leider das Zigaretten⸗ rauchen wahrhaft ſeuchenhaft auch unter der Jugend zunimmt ſind doch im letzten Steuerjahre im

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