Jahrgang 
1908
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vollständig fertiggestellt. Die Hoffnung ging jedoch nicht in Erfüllung, denn nachträglich wurden seitens des Stadtbauamts Bedenken erhoben gegen den bis dahin ausersehenen Bauplatz an der Senefelderstrasse, für den die erwähnten Pläne ausgearbeitet worden waren. Es verstrichen dann das Frühjahr und der Sommer 1907, ohne dass ein anderer Bauplatz gefunden wurde. Erst als sich das Jahr seinem Ende zuneigte, gelang dies, und zwar wurde ein Teil des Friedrichsplatzes in Aussicht genommen. Da aber die Erwerbung des erforderlichen Geländes mit Schwierigkeiten verknüpft war, so verfloss nochmals einige Zeit, bis die Sache zum endgültigen Abschluss kam. Am 19. März be- schloss dann die Stadtverordnetenversammlung, das neue Schulgebäude auf dem nun- mehr angekauften Teil des Friedrichsplatzes errichten zu lassen und zugleich einen Wettbewerb zur Gewinnung geeigneter Pläne auszuschreiben.

Unterdessen hat sich immer deutlicher gezeigt, welche grossen Uebelstände mit dem gegenwärtigen Zustand verknüpft sind. Die Verteilung der 31 Klassen auf 4 ver- schiedene Gebäude, das Hin- und Herwandern der Lehrer und Schüler von einem Haus zum andern, die im höchsten Grad ungünstigen Beleuchtungsverhältnisse von mehreren der provisorischen Klassenräume, die Notwendigkeit einen Teil der Turnstunden in der Halle des Turnvereins abhalten zu müssen, u. dgl. m., alle diese Umstände erschweren sowohl die Leitung des Ganzen, als auch den Unterrichtsbetrieb im einzelnen ganz bedeutend. 3

Wenn wir nicht umhin können, hierauf immer wieder aufmerksam zu machen, so ist es uns aber auch andererseits eine angenehme Pflicht, unseren Dank für eine bau- liche Verbesserung des Hauptgebäudes auszusprechen: im Sommer 1907 wurde mit einem beträchtlichen Kostenaufwand die veraltete Luftheizungseinrichtung durch eine Niederdruck-Dampfheizungsanlage ersetzt.

Unterricht in der Kurzschrift(Stenographie) wurde, wie in den früheren Jahren, während des Winterhalbjahres von Herrn Reallehrer Kessler erteilt.

Ausserdem besteht an unserer Anstalt ein Schülerstenographenverein Gabelsberger, der den Zweck verfolgt, denjenigen, die den eben erwähnten Unter- richt genossen haben, eine Befestigung des Erlernten und weitere Ausbildung im Ge brauch der Kurzschrift zu gewähren. Der Verein veranstaltete, ebenso wie im vorigen Jahre, im Singsaal unserer Schule am 83. Februar eine wohlgelungene Feier von Gabels- bergers Geburtstag.

Im Sommer wurden die Ruderübungen, die durch das dankenswerte Entgegen- kommen der RudergesellschaftUndine unseren Schülern ermöglicht sind, in ganz besonders eifriger Weisc betrieben. Trotzdem gelang es unserer jungen Mannschaft nicht den zwei Jahre lang im Besitz unserer Schule verbliebenen Wanderpreis für Schülerrudern zu behalten; er wurde bei dem diesmaligen Wettrudern am 13. Oktober von der Mannschaft des Gymnasiums in heissem Kampfe errungen.

An den von dem Schwimmverein veranstalteten Schwimmübungen und Schwimmspielen beteiligten sich auch diesmal wieder mehrere von unseren Schülern mit grossem Eifer.