Ruratorium der Antſtalt.
1. Beigeordneter Jakob Porth.
2. Oberrealſchuldirektor Geh. Schulrat Hermann Jäger. 3. Stadtverordneter Profeſſor Jakob Hamann.
4. 9 Heinrich Joſef Heilmann.
5. Direktor Dr. Theodor Eger.
Zur Geſchichte der Anſtalt.
Das Schuljahr wurde am 24. April mit einer Verſammlung der 7 oberen Klaſſen in unſerer Turnhalle eröffnet. Dabei wurde Herr Oberlehrer Dr. Weide in den Dienſt der Anſtalt eingewieſen, der durch Dekret vom 29. März von der höheren Bürgerſchule zu Lauterbach an unſere Schule verſetzt worden war.
Otto Weide, geboren 31. Dezember 1879 zu Butzbach, beſuchte die Realſchule ſeiner Heimatſtadt und das Real⸗ gymnaſium zu Gießen, wo er Oſtern 1898 die Reifeprüfung beſtand. Er widmete ſich ſodann dem Studium der Botanik, Zoologie, Chemie und Phyſik an den Univerſitäten zu Gießen und zu München und beſtand am 1. Auguſt 1902 das Staats⸗ cxamen. Nach dem Probejahr, das er auf dem pädagogiſchen Seminar am Gymnaſium zu Gießen verbrachte, wurde er im Herbſt 1903 an der höheren Bürgerſchule zu Lauterbach verwendet und am 1. Oktober 1904 zum Lehramtsaſſeſſor ernannt. Im Auguſt des gleichen Jahres war ihm auf Grund einer Diſſertation:„Ueber die Materie bei Schopenhauer“ von der philoſo⸗ phiſchen Fakultät der Landesuniverſität die philoſophiſche Doktorwürde verliehen worden. Zu Oſtern 1906 erfolgte ſeine Anſtellung als Oberlehrer an der höheren Bürgerſchule zu Lauterbach.
Herr Dr. Weide wurde der Nachfolger des Herrn Prof. Karl Weckerling, der am 1. April 1911 auf ſein Nachſuchen in den Ruheſtand verſetzt worden war, nachdem er länger als ein Menſchenalter(ſeit Oktober 1876) ſeine Kräfte dem Dienſte unſerer Anſtalt gewidmet hatte. Am 8. April, dem letzten Tage des Schuljahres 1910/11, verabſchiedeten ſich das Lehrerkollegium und die älteren Schülerinnen von dem verehrten Kollegen und Lehrer, der ſeines Amtes ſtets mit einer geradezu vorbildlichen Gewiſſenhaftigkeit und Pflichttreue gewaltet und ſich um unſere Schule große Verdienſte erworben hat. Seine Königliche Hoheit der Großherzog zeichnete den aus ſeinem Amte Scheidenden durch die Verleihung der Krone zum Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen aus. Unſere Anſtalt wird Herrn Prof. Weckerling ſtets ein treues und dankbares Andenken bewahren.
Mit dem Beginne des Schuljahres übernahm Frl. Hedwig Gös einige Turnſtunden in den unteren Klaſſen; ſeit dem 1. September erteilte Herr Lehrer Diel den freireligiöſen Religionsunterricht in der zweiten Abteilung. Am 1. Februar übernahm Herr Reallehrer Rüdinger den Unterricht in der Stenographie.
Beurlaubt waren: Frl Ida Schüler bis zum 1. Juli(Vertreterin: Frl. Marie Buchhold), Reallehrer Fr. W. Müller bis zum 1. Juli(Vertreterin: Frl. Elſe Töpfer), Frl. Angelika Schneider bis zum 24. September Vertreterin: Frl. Marie Schüler), Lehramtsaſſeſſor Heinrich Lohnes bis zum 16. Juni (Vertreter: Lehramtsaſſeſſor Georg Schelhorn). Als Vertreterin für den wegen Krankheit bis zum Schluſſe des Schul⸗ jahres beurlaubten Reallehrer Heinrich Flath wurde durch Miniſterial⸗Verfügung vom 30. Auguſt Fräulein Sophie Becker beſtellt. Ferner war Lehramtsaſſeſſor Wilhelm Wild, der eine achtwöchige Studienreiſe nach England unternahm, für die Zeit vom 18. Juni bis zum 1. Juli und vom 31. Juli bis zum 13. Auguſt beurlaubt. Im Juli nahm Herr Dr. Weide an einem achttägigen naturwiſſenſchaftlichen Fortbildungskurs teil
Durch Miniſterial⸗Verfügung vom 2. Auguſt wurde die Schulverwalterin Frl. Ida Schüler auf ihr Nachſuchen mit Wirkung vom 15. Auguſt an aus dem Schuldienſt entlaſſen; ihre Nachfolgerin wurde Fräulein Gertrud Lahr, die durch Miniſterial⸗Verfügung vom 28. Juli mit der Verwaltung einer Lehrerinſtelle an unſerer Anſtalt vom 15. Auguſt an beauftragt wurde.
Am 7. September beehrten Herr Geheimrat Süffert und Herr Geh. Oberſchulrat Block unſere Anſtalt mit ihrem Beſuch und wohnten dem Unterricht mehrerer Klaſſen bei.
Am 22. Januar verſchied Herr Oberbürgermeiſter a. D. Brink, der frühere langjährige Vorſitzende des Kuratoriums unſerer Schule. Der große Aufſchwung, den unſere Anſtalt in der Zeit ſeines Wirkens ge⸗ nommen hat, wäre ohne ſein Intereſſe und ſeine Fürſorge nicht möglich geweſen. Der Tod des um unſere


