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Herbſt 1874, kurz vor Beendigung ſeiner Staatsprüfung, trat er als Hilfslehrer am Gymnaſium zu Worms ein, beſtand ſeine mündliche Prüfung am 13. Februar 1875 und begab ſich, um ſeiner Militärpflicht zu genügen, Oſtern 1875 nach Gießen zurück. Während des Winterſemeſters 1875/76 erteilte er mit Bewilligung der Militärbehörde 10 Lehrſtunden an dem Gymnaſium zu Gießen und wurde mit Beginn des Schuljahres 1876/77 als proviſoriſcher Lehrer an das Gymnaſium zu Darmſtadt verſetzt. Am 7. Oktober 1876 erfolgte ſeine definitive Anſtellung an dieſer Anſtalt. Bei Gründung des Neuen Gymnaſiums in Darmſtadt im Herbſt 1891 wurde er an dieſe Anſtalt verſetzt; am 11. November 1893 erhielt er den Charakter als Profeſſor.
Mit Schluß des Schuljahres gab die Handarbeitslehrerin Frau Gerſchlauer ihren Unterricht an der Höheren Mädchenſchule auf, da ihre häuslichen, auch andere amtliche Verpflichtungen ihre Zeit völlig in Anſpruch nahmen. Fräulein Schmalenbach übernahm mit Beginn des neuen Schuljahrs den auf 22 wöchentliche Stunden herabgeſetzten Handarbeitsunterricht allein.
Durch Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums vom 22. Juli 1895 wurde beſtimmt, daß in Zukunft die Herbſtferien an dem Montage zu beginnen haben, der dem 15. Auguſt vorausgeht, bezw. am 15. Auguſt, wenn dieſer auf einen Sonntag fällt.
Herr Lehrer Wilhelm beſtand im März 1896 die erweiterte Prüfung für Volksſchullehrer.
Am 9. September, alſo während der Herbſtferien, ſtarb Anna Hartmann, Schülerin der 4. Klaſſe, ein braves, zu den beſten Hoffnungen berechtigendes Kind, deſſen frühzeitiges Hinſcheiden aufrichtig betrauert wurde. Der Direktor drückte den Eltern die Teilnahme der Anſtalt durch ein Beileidſchreiben aus.
Im ganzen war der Geſundheitszuſtand unter den Schülerinnen gut. In dem Kollegium jedoch machten viele Erkrankungen teilweiſe längere Vertretungen nötig, die auf die Stetigkeit des Unterrichts ſtörend einwirkten.
Für Fräulein Jochem, die von Mitte Mai bis Ende Juni wegen Krankheit beurlaubt war, über⸗ nahm Fräulein E. Proſch von hier einen Teil des Unterrichts, wofür ihr auch an dieſer Stelle der Dank der Anſtalt ausgeſprochen wird.
In den Monaten April, Mai, Juni, Juli, Oktober, November, März wurden Spaziergänge in die Umgegend ausgeführt. In den Monaten Januar und Februar fiel je einmal der Nachmittagsunterricht zum Beſuch der Eisbahn aus.
An drei Nachmittagen im Juni und Juli mußte der Unterricht wegen großer Hitze ausgeſetzt werden.
Die Geburtstage Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin am 25. November 1895, ſowie Sr. Majeſtät des Kaiſers am 27. Januar 1896 wurden durch Geſang und Anſprache in den einzelnen Klaſſen gefeiert, ebenſo der vaterländiſche Gedenktag am 18. Januar 1896.
Der Schluß des Schuljahrs fand am 21. März ſtatt..
Schuljahr 1896/97.
Das Schuljahr begann am 13. April 1896 mit einer gemeinſamen Schulfeier und darauffolgender Aufnahme neuer Schülerinnen.
Um dem Wunſche der Eltern einiger Schülerinnen, die mit dem Schluß des Schuljahrs 1895/96 die Schule abſolviert hatten, zu entſprechen, erklärten ſich die beiden Lehrerinnen der neueren Sprachen Fräulein Schreiber und Fräulein Jochem ſowie der Unterzeichnete bereit einen Fortbildungskurs zu eröffnen, der ſich auf Deutſch und Kunſtgeſchichte(je 1 Stunde wöchentlich) und Franzöſiſch und Engliſch (je 2 Stunden) erſtreckte, und der nach Genehmigung durch die höhere Schulbehörde und den Vorſtand der Schule mit dem neuen Schuljahr ſeinen Anfang nahm.
Fräulein Jochem erkrankte 4 Wochen vor Schluß des Sommerſemeſters wiederum an chroniſcher Kniegelenkentzündung, ſodaß ſie einen zweimonatlichen Urlaub nachſuchen mußte. Ihre Stelle verſah bis zum Schluß des Sommerhalbjahres wie im vergangenen Jahre Fräulein E. Proſch.
Durch hohes Dekret vom 16. September 1896 wurde Fräulein Jochem zur ordentlichen Lehrerin an der Höheren Mädchenſchule ernannt.


