Uberwältigend war beim Rundgang um die Inſel der Blick über das weite Meer, aber etwas anderes konnte einen als Deutſchen traurig ſtimmen. Die zahlreichen alten Befeſtigungswerke, die früher Deutſchland ſchützten, ſind heute alle geſchleift.
Nach dem Mittageſſen ging die Fahrt nach Hamburg weiter. Bei frohem Treiben, bei den Klängen einer Muſikkapelle merkten wir kaum, wie es dunkel wurde. Um Mitternacht liefen wir in Hamburg ein. Nach kurzer Fahrt mit der Untergrundbahn, die für faſt alle etwas Neues war, ſanken wir todmüde in einer Turn⸗ halle auf Strohmatratzen nieder.
Am Freitag machten wir eine ſehr abwechſlungsreiche Hafenrundfahrt, beſuchten den Uberſeedampfer „Albert Ballin“, gingen durch den Elbtunnel zurück zum Bismarckdenkmal und Michaelisturm und fuhren zum Schluß noch zu Hagenbeck nach Stellingen. Alles war überwältigend.—
Auf der Heimfahrt am Samstag machten wir ſchon Pläne für die nächſte Tagung, denn wir alle wollen wieder mit.“
Welch eifrige Unterſtützung übrigens die Gedanken und Ziele des V. D. A. bei der Jugend finden, be⸗ weiſt der Erfolg einer Liſtenſammlung, die unſere Schüler im Mai 1929 im Anſchluß an einen Werbevortrag veranſtalteten. Es gingen nahezu 450.— RM. ein, die dem Landesverband zugeleitet wurden. Das Geld kommt den in Not befindlichen Auslandsdeutſchen zugute. Die Bedeutung des Auslanddeutſchtums zeigte auch ein Lichtbildervortrag, den Studienrat Dr. Stiefenhofer⸗Darmſtadt über„Die heſſiſchen Siedler in Chile“ vor unſeren Schülern hielt.—
Dankbar erwähnen müſſen wir auch in dieſem Jahre die Tätigkeit, mit der die Offenbacher Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen Gymnaſiums unter der Leitung des Herrn Kreisdirektors Werner für die Pflege des gymnaſialen Bildungsganges eintritt. Die Vereinigung veranſtaltete im Laufe des Winters zwei gutbeſuchte Vortragsabende in unſerer Feſthalle. Am 9. Dezember ſprach Frau Profeſſor Dr. Bieber⸗ Gießen über, Pompeſi im Lichte neuerer Ausgrabungen“, am 28. Februar Studienrat Dr. Heſcher⸗Darmſtadt über„Sonnentage in Griechenland.“ Beide Vorträge wurden durch ausgezeichnete Lichtbilder unterſtützt.
6. Schenkungen. An Geſchenken erhielten wir im vergangenen Schuljahr: vom Heſſiſchen Kultus⸗ miniſterium die„Deutſche Hochſchulſtatiſtik“ 1928/29, die Schrift„Meigen⸗Spilger, Aufforderung zur pflanzengeographiſchen Durchforſchung Heſſens“, das Büchlein„Wie erziehen wir republikaniſche Menſchen?“ und 40 Hefte„Verſailles“ von Karl Bröger, von Herrn Facharzt Dr. Pullmann wertvolle Bücher und Mappen aus der Kriegszeit, darunter Plakatſammlungen aus Oſtpreußen, von der Firma Gebr. Klingſpor eine Anzahl künſtleriſcher Abreißkalender und oſtdeutſcher Heimatbücher, von Herrn Direktor Brauweiler 32 oſtdeutſche Heimatkalender, von dem ſtädtiſchen Hochbauamt ein wertvolles Werk über die Stadt Offen⸗ bach und ihre Bauten, von Herrn Oberſtudiendirektor i. R. Dr. Müller die„Blätter des Offenbacher Ge⸗ ſchichtsvereins“ Jahrgang 1925— 1928, von Herrn Juſtizrat Dr. Guggenheim einen Band„Die Lehren des Judentums“, von der Apothekerin Frl. Feldmann ein griechiſches Lexikon, von Herrn Rabbiner Dr. Dienemann ein Gedenkbuch für Moſes Mendelsſohn, von dem Langenſcheidtſchen Verlag ein franzö⸗ ſiſches Wörterbuch. Der Oberprimaner Heyne ſtiftete eine eiſerne Stoßkugel, der Untertertianer Storcksdieck den Abdruck eines Ammonshorns in Solenhofer Schiefer. Allen freundlichen Gebern ſei auch an dieſer Stelle herzlichſter Dank ausgeſprochen.
IV. Bekanntmachungen.
1. Das neue Schuljahr beginnt mit den Aufnahmeprüfungen am Montag, den 28. April, um 8 Uhr, mit dem Unterricht am Dienstag, den 29. April, um 8 Uhr.
2. Anmeldungen für das Schulſahr 1930/31 können noch während der Oſterferien, letztmalig am Montag, den 28. April, erfolgen.
3. Die an unſerer Schule eingerichtete Buchhilfe dient dazu, die Beſchaffung von Schulbüchern zu erleichtern. Von ſedem der Buchhilfe beitretenden Schüler wird ein Eintrittsgeld von 50 Pfg. erhoben, während


