Jahrgang 
1905
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Die Ausflüge der einzelnen Klassen, darunter ein Tagesausflug am 18. Mai, wurden monatlich ausgeführt. Zum Eislauf wurden ausser den Turnstunden 2 Nachmittage frei gegeben. Wegen allzu grosser Hitze musste der Unterricht am 17. Juni, am 1., 4., 5. und 6. August in der zulässigen Zeit ausgesetzt werden.

Spielstunden wurden auch in diesem Sommer auf dem Platze des Schlittschuhklubs, der uns durch die dankenswerte Vermittlung des Herrn Karl André wiederum zur Ver fügung gestellt worden war, unter der Aufsicht von Herrn Reitz abgehalten. Die Beteiligung war, namentlich in der ersten Zeit, recht erfreulich. Im Winter fanden unter derselben Aufsicht an ihrer Stelle wöchentlich einmal in der von der Direktion der Ober realschule bereitwillig überlassenen Turnhalle Turnstunden statt, denen allerdings ein stärkerer Besuch namentlich von seiten der Schüler der oberen Klassen zu wünschen gewesen wäre.

6. Gebäulichkeiten. Die Hoffnung, die wir in unserm letzten Jahresberichte aus- sprachen, dass wir dieses Mal den endlichen Abschluss der Verhandlungen zwischen dem Staate und der Stadt über den Neubau eines Gymnasiums würden mitteilen können, hat sich zu unserer Freude verwirklicht. Es wird am Platze sein, auf diese Verhandlungen von ihrem Beginn bis zu ihrem Abschluss in aller Kürze einzugehen.

Als nach dem Wunsche der grossen Mehrzahl der bei der Frage beteiligten Be völkerung von Offenbach die Umwandlung des Realgymnasiums in ein humanistisches Gymnasium beschlossen worden war, wurde in das Finanzgesetz für die Budgetperiode 1888 1801 die Bestimmung aufgenommen, dass die Herstellung und Unterhaltung der Schulgebäude nach wie vor die Stadt allein zu tragen habe. Die Bestreitung der Aus gaben für die Lehrergehälter, die Lehrmittel und Schulgeräte für das Gymnasium war dagegen lediglich Sache des Staates. So lange die Realschule nur 8 und die Vorschule nur 3 Klassen umfasste, fand das Gymnasium mit seinen Klassen, die auch heute noch in derselben Anzahl bestehen, in den Räumen des jetzigen Oberrealschulgebäudes Platz. Mit der für das Jahr 1900/01 beschlossenen Umwandlung der Realschule in eine Ober- realschule jedoch beginnt die Raumnot. Zunächst wurden einige z. T. durchaus unzu reichende Räume in dem städtischen Gebäude Herrnstrasse 50, in dem sich eben die Handelskammer befindet, als Klassenzimmer hergerichtet, und dann wurde dem Staate von der Stadt das alte Hospital, in dem ein Teil der II. Mädchenschule untergebracht war, auf 5 Jahre gegen eine Mietsentschädigung von jährlich Mk. 1000. angeboten. Ehe aber nur die Verhandlungen hierüber richtig eröffnet wurden, ergab es sich, dass die Stadt das Gebäude für die weitere Unterbringung der II. Mädchenschule weiter benötigte: der am Friedrichsplatze neu errichtete Schulbau konnte wider Erwarten diese Schul- gruppe nicht mehr aufnehmen. Inzwischen war die Anzahl der Klassen der Oberreal- schule und der Vorschule von 11 auf 21 gestiegen, und so wurde denn die Beschaffung eines geeigneten Gebäudes, in dem sich mindestens 10 Klassen unterbringen liessen, ein unabweisbares Bedürfnis. Nach längeren Verhandlungen stellte die Stadt am 6. März 1902 ihr kürzlich für Mk. 85 000. erworbenes Haus Kaiserstrasse 7, in dem sich früher die Tollesche Handelsschule befand, für ein Jahr zur Verfügung und bewilligte für die Herrichtung des Gebäudes Mk. 5900. Da die Räume für die grossen Klassen der Oberrealschule nicht ausreichten, wurden Ostern 1002 die O Klassen des Gymnasiums und eine Vorschulklasse hierher verlegt und damit zugleich eine räumliche Trennung