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bald gelöst werden muss, soll das Gymnasium in seiner Weiterentwicklung nicht schwer geschädigt werden. Die Mehrzahl der Klassenzimmer bietet nur für 20— 24 Schüler Platz, und das lediglich durch eine nicht im Geiste einer gesunden Schulhygiene liegende Anordnung der Bänke, die Kleiderhaken müssen in den Schulzimmern ange- bracht werden, weil die äusserst kleinen Gänge hierfür sich nicht eignen, bei Regen- wetter müssen die Schüler sich auf den Treppen aufhalten, eine Turnhalle ist gar nicht vorhanden u. s. w. Dazu kommt, dass das Gebäude von dem der Oberrealschule etwa 10 Minuten entfernt liegt. Das führte zwar zu der längst erwünschten Teilung der Lehrkräfte, brachte aber die schwersten Missstände für die Schüler, die den Physik- und Gesangsaal, sowie die Turnhalle der Oberrealschule aufsuchen mussten, und ins— besondere auch für den Unterzeichneten mit sich.
8. Die Trennung des Gymnasiums von der Oberrealschule. Infolge dieses Umstandes und des weiteren Anwachsens der Schülerzahl, die in den Jahren 1800— 1902 von 707 auf 847 gestiegen war, sah sich der Unterzeichnete im Interesse einer gedeihlichen Ent- wicklung der Anstalten gezwungen, die von der Stadtverordnetenversammlung bereits am 7. März 1901 als notwendig anerkannte Trennung des Gymnasiums von der Ober-— realschule bei seiner vorgesetzten Behörde zu beantragen. Diese verschloss sich den dargelegten Gründen nicht und setzte seinem Antrage entsprechend getrennte Voran- schläge für die Oberrealschule nebst Vorschule einerseits und das Gymnasium andererseits sowie eine besondere Anforderung von 19 600 Mark für die Ausstattung des Gymnasiums mit neuen physikalischen Apparaten, Schulbänken u. s. w. in den Haupt-Voranschlag für 1903/04 ein. Erfreulicher Weise haben auch die Ständekammern diesem Antrage ihre Zustimmung nicht versagt, und so wird denn nunmehr jede Anstalt unter ihrer eignen Leitung imstande sein, sich in ihrer Eigenart selbständig zu entwickeln, ohne dass sie dabei das gemeinsame Hauptziel, ganze Menschen heranzubilden, aus dem Auge zu ver-— lieren braucht.
9. Geschenke. Die Anstalt empfing folgende Geschenke: von der Zentralstelle für die Landesstatistik deren Mitteilungen und Beiträge zur Statistik, Darmstadt 1902, und das von ihr herausgegebene Statistischet Handbuch für das Grossherzogtum Hessen, Darm- stadt 1903; von dem hiesigen Tierschutzvereine 94 Kalender u. s. w. zur Verteilung an die Schüler; von dem Flottenvereine hierselbst 2 Exemplare des Wegweisers zu den Laufbahnen in der Kriegs- und Handelsflotte; von Herrn Fabrikanten Ph. H. Roth 1 Glas mit Stassfurter Salzz von Herrn Verlagsbuchhändler Emil Diesterweg zu Frankfurt 3 Mark als Beitrag zum Burenkonzert; von den vorjährigen Abiturienten des Gymnasiums F. Landsberg lund K. Trautmann 20 bezw. 15 Mark, wofür von der Vereinigung der Kunstfreunde zu Berlin Raffaels Sixtinische Madonna für das Klassenzimmer der Gymnasialoberprima angeschafft wurde; von Frau M. Brück durch Vermittlung des Herrn Reallehrers Tönges ein Sprunggestell mit Sprungbrett, eine grosse Hantel, einen kleinen Globus, einen Atlas; von den Schülern Moller([A), Dullstein(IIA), Wagner(IIB 2), Knaub(II B 2), Cahn(IIIB 1), Scondo(IIIB 1), W. Strauss(IV, 1), Eichhorn(V,1), Sänger (IV, 1), M. Wolf(V,1), Bauder(VI, 2), Brüll(II a), Kurth(V) Apparate und Präparate für die physikalische und naturwissenschaftliche Sammlung, L. Lipmann(III A 2) eine Ver-
kehrskarte von Deutschland; von verschiedenen Verlagsbuchhandlungen Bücher ihres Verlages.


