Jahrgang 
1903
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haltung, bei der die niederländischen Volkslieder mit verbindendem Texte zu Gehör gebracht wurden und Herr Professor Altendorf einen von ihm verfassten Epilog sprach. Der Reinertrag des Konzertes 163 Mk. 5 Pfg. wurde zum Besten der Buren in den Konzentrationslagern verwendet. Den Mitwirkenden, sowie Herrn Dohany, der die Be- kanntmachungen unentgeltlich in seine Zeitung aufnahm, und dem Vorstande des Turn- vereins, der seine Turnhalle gegen Erstattung der Selbstkosten zur Verfügung stellte, sei hier herzlichst gedankt.

Die Geburtstage Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs und Sr. Majestät des Kaisers wurden in der üblichen Weise festlich begangen. Bei der ersten Feier in unserer Turn- halle sprach der Unterprimaner Clemens v. Brentano über die Anteilnahme der hessischen Division an dem Kriege 1870/71. Herr Oberlehrer Schwarzschild brachte das Hoch auf den Grossherzog aus. Bei der Feier der Vorschule entwarf Herr Kessler ein Lebensbild Ludwigs IV. Bei der zweiten Feier in der Turnhalle des Turnvereins, die trotz ihrer Grösse sich fast zu klein für die Erschienenen erwies, kamen Szenen aus Kleists Hermannsschlacht mit verbindendem Texte von Herrn Prof. Kost zur Darstellung. Das Hoch auf den Kaiser wurde von Herrn Prof. Kellner gesprochen.

Das Sedanfest wurde durch Ansprachen in den einzelnen Klassen und nachfolgende Ausflüge geteiert..

5. Gesundheitliches. Der Gesundheitszustand von Lehrern und Schülern war im allgemeinen nicht ungünstig. Abgesehen von kleineren gesundheitlichen Störungen, die bei einem grösseren Lehrkörper unvermeidlich sind, war nur Herr Prof. Dreher infolge einer Blinddarmentzündung vom 209. April bis zum 5. Juli an der Versehung seines Dienstes verhindert. Seine Kollegen vertraten ihn bereitwilligst.

Die Ausflüge der einzelnen Klassen, darunter ein Tagesausflug am 28. Mai, wurden in gewohnter Weise monatlich ausgeführt. Zum Eislauf wurden ausser den Turnstunden 2 Nachmittage freigegeben. Wegen allzu grosser Hitze musste der Unterricht am 2., 3., 4., 30. Juni und am 4. September ausgesetzt werden.

Die während des Sommers am Dienstag und Freitag abgehaltenen Spielstunden er- freuten sich leider, wohl infolge der Abgelegenheit des Platzes, eines so geringen Be- suches, dass es sich der von den Kollegen hierfür aufgewandten Zeit kaum lohnte. Sollte die Beteiligung auch im nächsten Jahre wiederum hinter den Erwartungen zurückbleiben, so wird es zu unserm Bedauern nötig sein, die Spielstunden aufzugeben.

6. Hülfsbibliothek. Die Sammlung von Schulbüchern für bedürftige Schüler ist jetzt so reichlich ausgestattet, dass weitere Gesuche Berücksichtigung finden können. Diese sind von Schülern des Gymnasiums an Herrn Oberlehrer Schwarzschild, von Schülern der Oberrealschule an Herrn Dr. Dingeldey zu richten.

7. Gebäulichkeiten. Den geradezu unhaltbaren räumlichen Verhältnissen, in denen sich unsere Anstalten infolge des Ausbaues der Realschule zur Oberrealschule, sowie der Trennung von Klassen dieser und der Vorschule im vorigen Schuljahre befanden, wurde Ostern einigermassen dadurch abgeholfen, dass die Stadt ihr an der Kaiser- strasse gelegenes Haus No. 7, in dem früher eine Privatschule untergebracht war, zur Verfügung stellte. Da sich die Räume für die Klassen der Oberrealschule als zu klein erwiesen, so wurden das Gymnasium und eine Klasse der Vorschule hierher verlegt. Indessen zeigt das im übrigen solid gebaute Haus derartige Mängel als Schulgebäude, dass die Frage eines Neubaues bezw. der Beschaffung eines geeigneteren Hauses recht