Jahrgang 
1917
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6. Todesfall. Am Schlusse des vorigen Schuljahres hatten wir den Verlust eines braven und hoffnungsvollen Schülers zu beklagen. Nach kurzem Kranksein verschied am 19. März 1916 der Quintaner Ludwig Pfannmüller aus Frankfurt a. M. nachdem er eine Blinddarmoperation überstanden hatte, an den Folgen von Herzschwäche. Seine Klassenkameraden widmeten dem verstorbenen Freunde einen Kranz und gaben ihm das letzte Geleite. Außerdem nahmen der Klassenführer, Herr Oberlehrer Ritterbusch, der dem Entschlafenen einige Worte ins Grab nachrief, und Herr Oberlehrer Dr. Hasenstab an der Beerdigung teil. Wegen der mündlichen Abschlußprüfung war es den Unter- zeichneten nicht möglich, dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen.

7. Zeugnisse. Hauptzeugnisse wurden wie alljährlich vor Beginn der Herbst-, Weihnachts- und Osterferien ausgestellt; außerdem erhielten die Schüler Ende Juni, Mitte November und Nitte Februar noch Monatszeugnisse.

8. Gliederung der Schule. U. II. war in drei, O. III., U. III. und IVV. waren in zwei Abteilungen gegliedert.

Die Commissionäre, d. h. dieienigen Schüler, die über das schulpflichtige Alter hinaus sind und die nicht in der Anstalt, sondern vor einer Prüfungskommission die Berechtigung zum ein- jährigen Militärdienst erlangen wollen, waren in diesem Schuljahre der U. II. 3. bezw. den Ober- tertien angegliedert. Sie erhielten außer dem Klassenunterrichte besondere Stunden in Deutsch, Ge- schichte, Erdkunde und Physik.

90. Schulfeiern. An den vaterländischen Festtagen war schulfrei, nachdem zuvor in den ein- zelnen Klassen von den Klassenführern auf die Bedeutung dieser Tage hingewiesen worden war. Am 7. Dezember wurde zur Feier des Falles von Bukarest der Nachmittagsunterricht ausgesetzt, nachdem den Schülerm die Bedeutung und Tragweite dieses Sieges erläutert worden war.

10. Ausflug. Am 28. Oktober wurde von allen Klassen nach der 2. Unterrichtsstunde ein Spaziergang in die Umgebung Offenbachs gemacht.

11. Ferien. Die Ferien dauerten im abgelaufenen Schuljahre zu Pfingsten vom 10. bis 19. Juni, im Sommer vom 15. Juli bis 14. August, im Herbst vom 23. September bis 9. Oktober, zu Weih- nachten vom 23. Dezember 1916 bis 15. Januar 1917 einschließlich; das Schuljahr wird am 30. März geschlossen. Die Sommerferien wurden in diesem Jahre in Uebereinstimmung mit den anderen höheren Schulen von Offenbach um 14 Tage hinausgeschoben, um den Schülern die Möglichkeit zu geben, bei der Ernte zu helfen. Laut Verfügung Großherzoglichen Ministeriums wurden wegen Koh- lenmangels die Weihnachtsferien um 8 Tage verlängert.

12. Geschenke. Philips U. II. 1: Kleiner Flektromotor. Brittinger U. III. 1: Eine große Zahl prächtiger Modelle für den Zeichenunterricht. Nüller U. III. 1: Mineralien. Orth U. III. 1: Mineralien. Rübsam U. III. 1: 2 Eidechsen. Weiß WV. 1: Hirschkäfer. Dötzel IV. 2: Wespennest.

13. Unterstützungskasse. Für die Unterstützungskasse der Anstalt schenkten unsere Abi- turienten: Damm, Hans: 5 M.; Eichtersheimer, Walter: 30 M.; Ellermeier, Friedrich: 15 M.; Enqdler, Wilhelm: 2 M.; Hensel, Friedrich: 5 M.; Herzberger, Albert: 10 M.; Illert, Heinrich: 50 M.; Keim, Georg: 10 M.; Kramer, Otto: 50 M.; Relling, Heinrich: 25 M.; Ringelshäuser, Friedrich: 5 M.; Stahr, Karl: 10 M.; Volz, Jakob: 20 M.; Weiß, Hans: 20 M.; Wilhelm, Karl: 10 M.; Zimmermann, Georg: 5 Mark.

Ferner schenkten: Herr Kaufmann Herbert Fischer: 5 M.; Herr Patentanwalt W. Reutlinger: 8 Mark.

Für die Lehrmittelsammlung: Dedecke, Karl: 25 M.; Diener, Karl: 10 M.; Eichhorn, Kurt: 5 M.; Heister, Wilhelm: 10 M.; IIlert, Fritz und Heinrich: 100 M.; Kilber, Georg: 20 M.; Müller, Wilhelm: 5 M.; Zorbach, Walter: 10 M.

Den freundlichen Gebern sprechen wir unseren besten Dank aus.