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Primaner, bevor die ministeriellen Verfügungen eintrafen, nach Hause gereist waren und nun tele- graphisch zur Prüfung wieder zuriickgerufen werden mußten.
Den Verfügungen entsprechend wurden die Schüler, die bereits im vierten Halbjahre der Prima angehörten, nur mündlich, die anderen mündlich und schrifflich geprüft. Von den 17 Ober- primanern und den 2 Unterprimanern, die als militärfauglich zugelassen wurden, bestanden 17 die Prüfung. In Untersekunda real. wurden 3 geprüft, von denen nur 1 bestand. Auf Grund des betr. Minisferialerlasses wurde das Reifezeugnis für Oberprima 4, für Untferprima 7 Schülern zuerkannt, 1 Schiler der Obersekunda und 3 Schüler der Unlersekunda gymn. erhielten das Zeugnis der Reife für die folgende Klasse nach den bisher geltenden Bestimmungen. Diese 33 Schüler traten alle in das Heer ein, außerdem noch 1 Oberprimaner, 1 Unterprimaner und 1 Schiiler der Unfersekunda real. Im ganzen zogen aus unserer Schule 36 Krieger aus, die, voll Begeisterung, bereit waren, im Kampfe für das Vaferland ihr junges Leben dahin zu geben. Aus Oberprima traten in das Heer ein: einrich Appel, Hans Bingel, Friedrich Engelhardt, Alphons Fuchs, Peter Gelsdorf, Ernst Günther, Frich Hof, Clemens Hosius, Wilhelm Keßler, Joh. Klein, Jos. Liß, Ofto Münz, Rudolf Mund, Walter de Niem, Wilh. Rüdell, Valentin Sobeck, Albrecht Strauß, Alexander Zimmermann; aus Unterprima: Hans Duderstadt, August Fein, Jos. Frank, Karl Jahn, Wilhelm Klug; aus Obersekunda: Frih Jansen, Paul Klein, Rudolf Oito, Jos. Reiter, Joh. Schäfer, Heinrich Schöngen, Oskar Tobias; aus Unter- sekunda gvymn.: Karl Rußell, Jakob Scherer, Heinrich Zeidler; aus Untersekunda real.: Erich Alb- rechf, Martin Zink. Die besten Wünsche ihrer Lehrer begleitefen die jungen Krieger in den Kampf.
Vier von ihnen haben bereifs ihr Leben für das Vaterland geopfert:
1. JosephLiß. Fr war in das Res.- Infanterie-Regiment Nr. 235 eingetreten. Er erhielt am 23. Oktober 1914 bei Poelkapelle in Belgien einen Schuß durch den Mittelfinger der rechten Hand und durch den linken Oberschenkel mit Zertrümmerung des Knochens. Er starb im Städtischen Krankenhause zu Düsseldorf infolge eingeiretener Wundstarre. In seiner Heimat Niederlahn- stein wurde er bestatfeft; die Schule gab ihm das lebtte Geleite.
2. Kurf Rußell. Er war in das Res.-Infanterie-Regimentir. 16 eingetretfen, irat später in das Infanterie-Regiment 118 über. Er wurde am 9. Dezember 1914 bei Osmolin in Polen durch einen Bauchschuß schwer verwundet und starb infolge der Verwundung am 13. Dezember im Feldlazarett Osmolin.
3. Valentin Sobek. Er war in das Infanterie-Regiment Nr. 28 eingetreten. Nach der Verlust- liste ist er gefallen. Näheres ist seinem Vater nicht bekannt.
4. Friedrich Engçelhardt. Er war in das 1. Rhein. Pionierbataillon Nr. 8 eingefreten. Im Dezember 1914 wurde er mit Belobigung zum Gefreiten befördert und erhielt am 12. Januar 1915 wegen fapferen Verhaltens das Eiserne Kreuz. Mitte Januar frat er zu dem Infanterie-Regiment Nr. 28 als Fahnenjunker-Unteroffizier über. Er wurde im Schütengraben bei Perthes am 10. Fehruar von einem Granatsplifter in den Leib getroffen und starb wenige Augenblicke danach. Am. 20. Februar, am Tage nach seinem Tode, iraf die Beförderung zum Porfepeefähnrich ein.
Die Schule nahm an den Freignissen des Krieges regen Antfeil. Im Unterrichte wurden viel- fach die Erfolge unserer Truppen besprochen. Nach der Froberung von Antwerpen und nach der großen Schlacht an den masurischen Seen wurde in einer kurzen Feier in der Aula den Schülern
Kenninis von den errungenen Siegen gegeben; der Unterricht fiel an diesen Tagen aus. Den ganzen
Winter hindurch fanden in den einzelnen Klassen Sammlungen staft, bei denen die Schüler von ihrem
Taschengelde Beiträge für das Rote Kreuz lieferten. Dreimal wurden Beträge abgeliefert, im
ganzen 179,96 Mark. Bei der Goldsammlung zeigten die Schüler ganz besonderen Eifer, da
ihnen ein freier Schultag— der leßte Tag vor den Ferien— versprochen wurde, wenn sie eine be- trächtliche Summe zusammen brächten. Es gelang ihnen, 19 600 Mk. zu sammeln.
Zu Beginn des Kriegs wurden der wissenschaffliche Hilfslehrer Dr. Raudnitky und der Zeichen- und Turnlehrer Reinke als Vizefeldwebel, der Lehrer am Gymnasium Braß als Gemeiner zum Heere einberufen. Lehrer Braß wurde nach einiger Zeit wegen Nervosität beurlaubt. Nachdem


