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sich sein Zustand etwas gebessert hatfte, erfeilte er wôchentlich einige Unterricitsstunden. Die Seminarkandidaten Göbel und Schmitt fraten zu Anfang des Krieges als Kriegsfreiwillige ein, Kandidat Rüdell wurde als Vizefeldwebel einberufen, und später wurden auch die anderen Kandi- daten eingezogen— Ernst wurde nach Weihnachten zur Vertreiung nach Frankfurt a. M. über- wiesen—, so daß zuleßt nur noch Dr. Schäfer zuruckblieb.
Da für die Lehrer Reinke und Braß keine Vertretung da war, so fiel während des ganzen Winters der Zeichenunterricht ganz, der Schreib- und Turnunterricht fast ganz und der Gesang- unterricht zum großen Teil aus.
Am 1. Oktfober folgte Oberlehrer Dr. Nicolay einem Rufe an das Sachsenhaäuser Gymnasium 1I. E. Die Erteilung des Unterrichts in der kafh. Religion und im Hebräischen wurde dem Semi- narkandidaten Dr. Schäfer übertragen. Am 1. Oklober frat, wie oben schon bemerkt, Dr. Welz, der Prof. Grandpierre vertreten hafte, aus dem Lehrerkollegium aus, und die Vertretung des Prof. Grandpierre wurde dem Hilfslehrer Krämer überfragen. Die wissenschaftliche Hilfslehrerstelle, die Krämer bis dahin inne hatte, blieb unbesett. An die Stelle des zum Heere einberufenen Dr. Raud- nißky frat am 1. Oktober der Kandidat Dr. Jos. Welz.
Vom 14. Oktober an mußte mehrere Tage der Unterricht ausgeseßt werden, Hei die neuen Kessel der Zentralheizung nicht zeitig fertig waren.
Die Weihnachifsferien dauerten vom 22. Dezember 1914 bis zum 8. Januar 1915.
Am 27. Januar wurde der Geburtstag Sr. Majesfät des Kaisers gefeiert. Um 9 ½ Uhr be- suchten die katholischen Schüler den Gymnasial gotffesdienst, die evangelischen Schiiler nahmen zu derselben Zeit am Pfarrgotffesdienste jeil. Um 10 Uhr 40 Min. fand die Festfeier in der Aula des Gymnasiums statt. Die Lieder, die vom Chor gesungen, und die Gedichte, die vorgetragen wurden, nahmen alle Bezug auf den Kampf gegen die Feinde des Vaterlandes. Die Festrede, die Prof. Görg hielt, behandelfe die Ursachen des großen Krieges. Die beiden Prämien, die im Auffrage Sr. Majestät der Schule zur Verfügung gestellt waren, wurden den Schiilern Franz Kapp(II 1) und Hans Löbbecke (II 2r) übergeben.
Am 15. Februar nahm der Dirckxior des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums, Herr Ge- heimer und Oberregierungsrat Dr. Paehler, die Nevision des pädaçogischen Seminars vor; zugleich besuchte er den Unterricht einiger Lehrer.
Am 24., 25., 26. und 27. Februar fertigte der Abiturient Wilhelm Morell die schriftlichen Prü- fungsarbeiten an. Die mündliche Prüfung fand unter dem Vorsitze des Direktors der Anstalt am 18. März statt. Der Schiiler hat die Prüfung besfanden. Die Schlußprüfung am Realprogymnasium fand am 22. und 23. März statt. 9 Schülern wurde die Reife für die Obersekunda eines Realgymna- siums zuerkannt.
Der Gesundheitszustand der Schüler war im ganzen gut. Zu bemerken ist noch, daß nach Anordnung des Magistrats in der Aula, im Zeichen- und Turnsaal seit Ende Februar Volksschüle- rinnen unterrichtet werden. Die Volksschule ist der Militärverwaltung als Kaserne für ein Rekrufen- depot überlassen worden.
Dem Kuratforium gehören folgende Herren an:
a) ständige Mitglieder: Bürgermeister Schüt, Vorsißender, Kgl. Landrat, Geheimer Regierungsrat Berg, als Vertreter des Kgl. Kompatronats. Direktor Prof. Schlaadt, b) die gewählten Mitglieder: Fabrikbesiter Otto Gauhe, Bauunternehmer Joh. Leikert, Pfarrer Mencke, Pfarrer Müller.


