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Schüler hingen an ihm trotz seiner Strenge, weil sie an ihm das Beste herausfühlten, was der Lehrer haben kann, unentwegte Gerechtigkeit und warmes Herz. Er ruhe in Prieden!
Auch das Winterhalbjahr begann noch mit Vertretung, bis am 1. Oktober Herr Dr. Robert Bodewig, seither in Bünde in Westfalen, als Ersatz für Zülch in das Lehrerkollegium eintrat. Bis zu Ende des Jahres 1890 erteilte Herr Pfarrer Rocholl den evang. Religionsunterricht weiter, nach Neujahr übernahm ihn Dr. Bodewig. Herrn Pfarrer Rocholl, welcher in den zwei letzten Jahren sich der Anstalt gegenüber als einen stets bereiten, treuen Helfer in der Not bewiesen hat, sei hiermit auch an dieser Stelle der wärmste Dank ausgesprochen.
Wir geben uns der Hoffnung hin, dass nunmehr die Zeit der Störungen für den Unterrichtsbetrieb an unserer Anstalt ein Ende erreicht hat.
Mit dem Schlusse des Sommerhalbjahres schied der an der Anstalt beschäftigte Kandidat des höh. Lehramts Jakob Strunk aus dem Lehrerkollegium, um in einen neuen Wirkungskreis einzutreten. Für ihn übernahm vom 27. Oktober an als wissen- schaftlicher Hilfslehrer Herr August Massfeller eine Anzahl Stunden.
.Am 17. Juli unternahmen die einzelnen Klassen unter Führung ihrer Lehrer einen Ausflug, die II nach Katzenelnbogen, die IIIi nach dem Siebengebirge, die IIIz nach Kloster Arnstein und Schloss Schaumburg, die IV nach der Ahr, die V nach der Lorelei und Burg Rheinfels, die VI durch den Wald nach Winningen an der Mosel. .Am 1. August musste der Nachmittagsunterricht wegen der grossen Hitze ausgesetzt werden.
. Die Herbstferien währten vom 15. August bis zum 18. September, die Weihnachts- ferien vom 23. Dezember 1890 bis zum 6. Januar 1891.
.Am 18. Oktober fand in der Schule eine Feier zum Gedächtnis an Se. Majestät den hochseligen Kaiser Friedrich statt, am 26. Oktober eine öffentliche Feier zu Ehren des General-Feldmarschalls Grafen Moltke, am 9. März 1891 eine Feier zur Erinnerung an Se. Majestät den hochseligen Kaiser Wilhelm I. Bei diesen Gelegenheiten hielt der Rektor die Reden. Die Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm II. wurde in der üblichen Weise begangen. Die Festrede hielt Herr Gaspari.
. Der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler war ein besserer als im vorigen Jahre. Von der dauernden Verhinderung des Kollegen Zülch abgesehen waren nur zweimal kurze Vertretungen notwendig.
Leider hatte die Schule den Tod eines braven, hoffnungsvollen Zöglings zu beklagen. Am 31. Dezember 1890 geriet der Quintaner Richard Böttcher beim Schlitten- fahren auf dem Eise in den Rhein und ertrank. Der Verunglückte wurde am 3. Januar 1891 von den in den Ferien anwesenden Lehrern und Schülern zu Grabe getragen.
Der Untersekundaner Rudolf Schenck, Sohn des Kreiswundarztes Dr. Schenck
zu Oberlahnstein, hatte den von dem Strome fortgerissenen Böttcher mit eigener Lebensgefahr zu retten versucht. In Anerkennung dieser edeln That, wenngleich dieselbe auch die Rettung des Knaben nicht mehr herbeizuführen vermochte, hat der


